Kirche im Sozialismus PDF

Informationen kirche im Sozialismus PDF Person, Werk und Resonanz und somit zu den in den Büchern behandelten Themen, Personen etc. Treffen von Vertretern des BEK und Erich Honecker, 1980. Die SED etablierte das Übergangsritual anstelle der Konfirmation oder der Firmung, was zu dauerhaften Konflikten mit den Kirchen führte. 92 Prozent eine deutliche Mehrheit ihrer Bevölkerung dar.


Författare: Wolfgang Thumser.
Nähere Informationen zu diesem Buch erhalten Sie direkt vom Verlag / For further information about this title please contact Mohr Siebeck

Nach zeitweiser Neutralität nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhöhten sich schnell die Spannungen zwischen DDR-Führung und den Kirchen. In der Folge versuchte die Regierung aktiv und mit Repressionen, den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen. Erst mit dem Mauerbau 1961 entspannte sich die Situation und es kam zu gegenseitigen Zugeständnissen. Das Verhältnis zwischen DDR-Staatsführung und christlichen Kirchen war von Anfang an schwierig und voller Spannungen.

Außerdem waren für den Staat die zwar im Laufe der Zeit schwächer werdende, aber gleichwohl stets hohe Verbundenheit mit den westdeutschen Kirchen ein großes Problem. Bis 1969 waren die Evangelischen Landeskirchen immer noch gesamtdeutsch in der Evangelischen Kirche in Deutschland organisiert. Die Kirchen konnten ihre eigenen Verhältnisse weitgehend eigenständig regeln. Es gab kirchliche Verlage und Zeitungen sowie eine Vielzahl von sozialen Diensten und Institutionen. Sie waren zudem auch bedeutende Flächeneigner und betrieben Landwirtschaft. Allein der Großprivatwald machte über 30. 000 ha Fläche aus und bedingte eine bedeutende kirchliche Forstverwaltung mit eigenen Trachten und Abzeichen.

Dennoch versuchte die DDR, den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen und vor allem junge Menschen kirchlichem Einfluss zu entziehen. Konfliktfelder waren der Streit um den Religionsunterricht, die Einführung der Jugendweihe, kirchliche Jugendarbeit, die Zulassung der Kinder von christlichen Eltern bzw. Religionsfreiheit war in der DDR-Verfassung festgeschrieben und wurde formal auch gewährt. Förderung religiöser Gemeinschaften fand von staatlicher Seite aus nicht statt. Die überwiegende Mehrheit der Christen gehörte einer evangelischen Kirche an, katholische Christen konzentrierten sich vor allem in bestimmten Regionen. Diesbezüglich ist eine wesentliche Veränderung zum Ende der DDR hin zu verzeichnen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem daraus folgenden Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft wurden auch die Karten in der Kirchenpolitik neu gemischt. Mit Verschärfung des Kalten Kriegs und Gründung der beiden deutschen Staaten Ende der 1940er Jahre erhöhten sich, trotz positiver Zusagen an eine mögliche Zusammenarbeit und verfassungsmäßig garantierter Religionsfreiheit, die Spannungen zwischen Staat und Kirche. Walter Ulbricht erklärt während der II. SED von ihrer Position bedingter Neutralität gegenüber der Kirche ab. Vorgehen gegen die Kirche abgeleitet wurde.

Hoffnungen auf ein Ende des Stalinismus kamen auf. Politbüros schließlich im Neuen Deutschland, dem Zentralorgan der SED, verkündet: Darin war durchaus Selbstkritik enthalten. Einige Maßnahmen zum Aufbau des Sozialismus wurden zurückgenommen. Der Kampf gegen die Junge Gemeinde wurde eingestellt.

Pastoren und kirchliche Mitarbeiter wurden aus der Haft entlassen, konfiszierte Gebäude zurückgegeben. SED eine gemäßigte Kirchenpolitik, die schnell aufgegeben wurde. Die SED versuchte nun, eine eigenständige Kirchenpolitik zu entwickeln. Kirchen antworteten mit einem Vorwurf der Verfassungsuntreue, was wiederum SED-Funktionäre als Provokation bezeichneten. Einzelne Konfliktfälle wurden ausgeräumt, Gefangene entlassen.