Vordenker und Strategen PDF

Vordenker und Strategen PDF Artikel behandelt eine seit 1950 erscheinende Wochenzeitung. Von 1843 bis 1848 hieß die Tageszeitung der preußischen Regierung Allgemeine Preußische Zeitung. Wochenzeitung und das offizielle Presseorgan der Landsmannschaft Ostpreußen.


Författare: Rüdiger Zimmermann.
Lange Zeit haben sich die Gewerkschaften schwergetan, die Lebensläufe ihrer führenden Repräsentanten aufzuarbeiten. Der Bochumer Gewerkschaftsforscher Karl Lauschte brachte das „Dilemma“ auf den Berriff: „Aber auch die Geschichtswissenschaft hat ihnen im Gegensatz zu Politikern, Unternehmern, Wissenschaftlern, Künstlern oder
Militärs bis heute kein besonderes Interesse entgegengebracht. Das hat nicht nur damit zu tun, dass die Gewerkschafter in der Regel kaum persönliche Quellen hinterlassen
haben, sondern hat seine Ursache sicherlich auch darin, dass sie nach verbreiteter Ansicht als Funktionäre in einem bürokratisch organisierten Apparat kein individuelles
Profi l zu entwickeln haben, das eine nähere Beschäftigung mit ihrer Biografie lohnenswert erscheinen ließe.“ Unwidersprochen gilt heutzutage aber: Gerade durch
den Filter individueller Lebensläufe lassen sich die breite Palette gewerkschaftlicher Deutungen gesellschaftlicher und politischer Krisen und die Vielfalt gewerkschaftlicher
Handlungsentwürfe anschaulich darstellen. Frühe prägende Faktoren in den Lebensläufen, die soziale Herkunft, das regionale Milieu, die gesellschaftliche Mentalität während der Berufsausbildung und die generationenspezifische Erfahrung
führender Repräsentanten bieten vielfältige Erklärungen für den politischen und theoretischen Standort der Gewerkschaften in Kaiserreich, in Weimarer Republik
und Nachkriegszeit.

Die erste Ausgabe von Wir Ostpreußen erschien am 1. Ende Juni des gleichen Jahres gelang es der Landsmannschaft, Frischmuth mit einer gerichtlichen Verfügung seine Herausgebertätigkeit vorerst zu untersagen. Hinter der Gründung des Ostpreußenblattes standen 1950 nicht nur verbandspolitische, sondern vor allem ebenso finanzielle Interessen. Der Verkauf der Verbandspublikation war die Haupteinnahmequelle der Organisation. Der Umfang betrug zunächst durchschnittlich 16 Seiten, die Nullnummer erschien mit einer Auflage von 60. Spätere Ausgaben hatten eine ähnliche Auflage. Zwischen April und August 1950 stieg die Zahl der Abonnenten von 17.

Das Ostpreußenblatt konnte vor allem aufgrund der großen Zahl aus Ostpreußen vertriebener Bundesbürger eine vergleichsweise hohe Auflage aufweisen: Zwischen 1952 und 1968 war die Zeitung stets die auflagenstärkste unter den Vertriebenenzeitungen, litt jedoch nach 1960 wie die meisten dieser Publikationen unter schwindenden Leserzahlen. Chefredakteur war seit 1950 Martin Kakies, der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg die gleiche Funktion beim Memeler Dampfboot innegehabt hatte. Hugo Wellems hatte während der NS-Diktatur publizistische Erfahrungen im Propagandaministerium und als Buchautor gesammelt. Während Wellems’ Amtszeit sank die Auflage des Ostpreußenblatts weiter: In den 1980ern unterschritt sie 50.