Studien zum Kalten Krieg Gesamtausgabe PDF

Studien zum Kalten Krieg Gesamtausgabe PDF Marcuse wurde als Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten aus Pommern geboren. 1916, nach dem Notabitur, wurde er zum kaiserlichen Heer einberufen.


Författare: Dierk Walter.

Seit Anfang 2002 arbeitete am Hamburger Institut für Sozialforschung eine Forschergruppe zum Thema "Zwischen Tolalem Krieg und Kleinen Kriegen. Studien zur Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges". Die sechs Bände dokumentieren die Ergebnisse dieser Tagungsreihe.

Band 1: Heiße Kriege im Kalten Krieg. Studien zum Kalten Krieg
Für den größten Teil der nördlichen Hemisphäre war die Ära des Kalten Krieges eine Phase des Friedens – wenn auch eines unbequemen Friedens, erzwungen durch die Garantie der gegenseitigen nuklearen Vernichtung und gekennzeichnet von ideologischer und materieller Hochrüstung und permanenter Kriegsbereitschaft.
Die heißen Kriege des Kalten Krieges aber fanden jenseits des Kernbereichs der beiden feindlichen Blöcke statt. Mehr als 150 größere bewaffnete Konflikte sind zwischen 1945 und 1989 in der Dritten Welt ausgetragen worden. In der Wahrnehmung der Zeitgenossen galten sie mehrheitlich als "Stellvertreterkriege", in denen die Blockkonfrontation meist ohne direkte Involvierung der Streitkräfte der nördlichen Hemisphäre und ohne das Risiko eines Atomkrieges ausgetragen wurde. Dem Erfolg oder Misserfolg im lokalen Konflikt wurden direkte Konsequenzen für die globale Machtbalance zugeschrieben. Aber wird diese Perspektive der Realität der heißen Kriege gerecht?
Die Beiträge dieses Bandes fragen nach dem relativen Gewicht der ideologischen und politischen Konfrontation des Kalten Krieges für die regionalen Auseinandersetzungen – verglichen mit anderen Konfliktlogiken wie dem Erbe kolonialer Herrschaftsbeziehungen, globalstrategischen Faktoren und vor allem regionalen und lokalen Bedingungen. Untersucht werden dabei insbesondere die Handlungsspielräume von Akteuren vor Ort, der Charakter der kriegerischen Auseinandersetzung sowie die Kosten und Konsequenzen für die betroffenen Gesellschaften.

Band 2: Krisen im Kalten Krieg. Studien zum Kalten Krieg
Die regelmäßige Wiederkehr von Krisen, die in kriegsträchtiger Weise eskalierten, gehört zu den Charakteristika des Kalten Krieges. Zwanzig Jahre und damit knapp die Hälfte der über vier Jahrzehnte währenden "Systemkonkurrenz" standen im Zeichen akuter politischer und militärischer Konfrontationen.
Welche Umstände trugen zur Eskalation von Krisen bei, und wie konnten Konfrontationen eingedämmt und beigelegt werden? Welcher Art waren die Beziehungen zwischen Politik und Militär? Wurde das Krisenverhalten von innenpolitischen Faktoren beeinflusst und wie war es um Handlungsspielräume von Verbündeten und Klientelstaaten bestellt? Diese und andere Fragen werden anhand von 17 Fallbeispielen aus fünf Jahrzehnten diskutiert: Koreakrieg 1950 – Ostdeutschland 1953 – Ungarn 1956 – Suezkrise – Berlinkrisen 1948/49 und 1958 bis 1963 – Kongo 1960 bis 1964 – Kubakrise 1962 – Operation "Anadyr" 1962 – Chinesisch-sowjetische Krisen 1966 bis 1969 – Korea 1968/69 – Prager Frühling 1968 – Jom-Kippur-Krieg 1973 – Polen 1980/81 – "Able Archer" 1983 – Angola und Namibia 1988.
Zu Wort kommen renommierte HistorikerInnen, die sich auf neu zugängliches Quellenmaterial stützen und zugleich Anregungen für künftige Forschungen geben. Ihre Beiträge fügen sich zu der bisher umfassendsten Betrachtung von Krisen im Kalten Krieg in deutscher Sprache.

Band 3: Angst im Kalten Krieg. Studien zum Kalten Krieg
Im emotionalen Zentrum des Kalten Krieges stehen die Angst vor Nuklearwaffen und das politische Spiel mit der Angst – "Angst Haben" und "Angst Machen". Gerade von den Mitteln, die größtmögliche Sicherheit gewährleisten sollten, ging maximale Gefahr aus. Wer glaubwürdig abschrecken wollte, musste den Gegner einschüchtern, verunsichern und ihm dauerhaft Rätsel aufgeben: Nie sollte er ein klares Bild von den eigenen Kapazitäten und Absichten gewinnen, nie gewiss sein, wie weit die Berechenbarkeit seines Gegenübers reichte. Ob und wann die vorsätzlich inszenierte Ungewissheit sich gegen ihre Urheber wenden, also just jene Aggressivität provozieren würde, die sie eigentlich hätte unterdrücken sollen, geriet folglich zum hintergründigen Reizthema der Epoche.
Die Kommunikation von Angst im Kalten Krieg und deren gesellschaftliche Hinterlassenschaften – im Osten wie im Westen – stehen im Mittelpunkt des dritten Bandes der "Studien zum Kalten Krieg". 19 renommierte HistorikerInnen und SozialwissenschaftlerInnen diskutieren diese Fragen und legen erstmals eine systematische Übersicht in deutscher Sprache vor.

Band 4: Ökonomie des Kalten Krieges. Studien zum Kalten Krieg
Allein die Zahlen übersteigen unser Vorstellungsvermögen. Dutzende von Billionen Dollar gaben Ost und West für ihren Kalten Krieg aus – um heiße Kriege abschrecken oder gewinnen zu können, um im Wettlauf der Gesellschaftssysteme die Oberhand zu behalten oder um Schlüsselregionen in der Dritten Welt auf ihre Seite zu ziehen.
Über die Folgen streiten ÖkonomInnen und WirtschaftshistorikerInnen bis heute: Hat man es mit einer Ressourcenvernichtung in der Größenordnung eines Weltkrieges zu tun? Oder kamen diese Ausgaben doch der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zugute? Wie stark wirkten die Impulse des Kalten Krieges auf das Wirtschaftswachstum im Vergleich zu anderen Faktoren – etwa zur Globalisierung?
Im vorliegenden Band ziehen 25 AutorInnen eine lange vermisste Bilanz. Detailstudien und Makroanalysen wägen Soll und Haben aufseiten der Hauptkontrahenten gegeneinander ab und legen dar, warum der "Wirtschaftskrieg" zwischen den Blöcken von Anfang an mit stumpfen Waffen und unwilligen "Mitstreitern" geführt wurde und warum die Händler einen längeren Atem hatten als die Kalten Krieger. Dass die "Dritte Welt" den höchsten, oft ruinösen Preis für den Kalten Krieg zahlte und in welcher Weise lokale Eliten zu diesem wirtschaftlichen Desaster beitrugen, wird anhand dieses systematischen Überblicks ebenfalls deutlich.
Nicht zuletzt befassen sich die AutorInnen mit den noch immer unabgegoltenen Hypotheken des Kalten Krieges – vornehmlich mit den großflächigen Verwüstungen der Umwelt, die in Ost und West bedenkenlos in Kauf genommen wurden, wenn es galt, Waffen zu produzieren und zu testen oder die Wirtschaft mit allen Mitteln zu modernisieren. Von 20.000 hochgradig verseuchten Orten in den USA ist die Rede; in Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR liegt die Zahl vermutlich noch wesentlich höher. Allein für die Beseitigung des Gröbsten werden auf unabsehbare Zeit Milliarden aufgewendet werden müssen.

Band 5: Macht und Geistim Kalten Krieg. Studien zum Kalten Krieg
Ideen haben Konsequenzen – vor allem, wenn Intellektuelle und Experten das Ohr der Mächtigen finden, weil diese fürchten, ihnen könnten die Ideen ausgehen. Auch darum ging es im Kalten Krieg: um eine umfassende Mobilisierung geistiger Ressourcen, um das feindliche Lager im weltweiten Kampf um Macht, Prestige und Einfluss auszustechen. So ist die Konjunktur von Modernisierungs- und Planungstheorien zu verstehen, der Aufschwung von Kybernetik und Länderstudien, von Spieltheorien und anderer Modelle des Konfliktmanagements.
25 renommierte HistorikerInnen rekonstruieren diese Geschichte von Macht und Geist im Kalten Krieg. Sie zeichnen die Entwicklungen in den westlichen und östlichen Zentren nach und beschäftigen sich mit dem Transfer von Wissen in die Peripherie wie umgekehrt mit den geistigen Ressourcen, die von der Peripherie abgeschöpft wurden. Nicht zuletzt verdeutlichen sie das nachhaltige Erbe dieser facettenreichen Indienstnahme von Wissen und Wissenschaft.

Band 6: Erbe des Kalten Krieges. Studien zum Kalten Krieg
Nach der Auflösung der UdSSR waren die Rede vom "Ende der Geschichte" und die Vision eines dauerhaften Triumphs liberaler Demokratien populär. Von dieser Selbstgewissheit ist wenig geblieben. Sie hat sich in den Jahren des "Krieges gegen den Terror" verschlissen, scheint blamiert angesichts der ständigen Reibereien zwischen den USA, Russland und China und ist einem dumpfen Gefühl der Selbsttäuschung gewichen. Bisweilen wird gar die Angst vor einem neuen Kalten Krieg laut.
Dass versunkene Welten wiederauferstehen, ist so unwahrscheinlich wie eh und je. Dennoch gibt es Vergangenheiten mit eigenartigem Nachleben – ablesbar an den Spuren, die in den Tiefenstrukturen des politischen wie gesellschaftlichen Lebens überdauern. Derlei zeichnet eine Epoche aus, darin liegt ihre Einmaligkeit: im Unwiederholbaren einerseits und in der hintergründigen Präsenz andererseits. Der Kalte Krieg zählt zu diesen einmaligen Perioden. Er ist in vielerlei Gestalt noch immer gegenwärtig und zugleich unwiderruflich vorbei. Vom Wechselspiel aus Vergangenem und Gegenwärtigem, vom Gestern im Heute handelt der vorliegende Band: 29 renommierte Autorinnen und Autoren begeben sich auf eine Spurensuche im ehemaligen Osten und Westen sowie in der "Dritten Welt".

1918 begann Marcuse mit dem Studium der Germanistik und der neueren deutschen Literaturgeschichte im Hauptfach, der Philosophie und der Nationalökonomie im Nebenfach, zunächst vier Semester in Berlin, dann vier Semester in Freiburg. 1922 wurde Marcuse mit einer Arbeit über den deutschen Künstlerroman promoviert. Anschließend war er im Buchhandel und Verlagswesen in Berlin tätig. In diesem Jahr beschäftigte sich Marcuse auch mit den im Rahmen der ersten Marx-Engels-Gesamtausgabe erstmals veröffentlichten Ökonomisch-philosophischen Manuskripten von Karl Marx. Nach der Machtübertragung an Hitler verließ Marcuse 1933 Deutschland und ging in die Schweiz. In der Zeitschrift des Instituts für Sozialforschung erschien 1934 Marcuses Aufsatz Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalitären Staatsauffassung, in dem er sich unter anderem mit Heideggers Stellung zum Nationalsozialismus auseinandersetzt.

Im nach New York übergesiedelten Institut für Sozialforschung erhielt Marcuse eine feste Anstellung. Als erster folgte er Horkheimer im Mai 1941 an die Westküste nach Los Angeles, um mit ihm das von Horkheimer geplante Dialektik-Buch in Angriff zu nehmen. Aber offensichtlich war auch Adorno dafür vorgesehen. Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, Berlin. In den USA erschienen seine beiden Hauptwerke Eros and Civilization 1955 und One-Dimensional Man 1964.