Staat und Kirche im 19. und 20. Jahrhundert. PDF

Stellt Euch vor, Ihr rollt eine blau-weiße Schalke Fahne staat und Kirche im 19. und 20. Jahrhundert. PDF der Schalker Fantribüne der Veltins-Arena aus. Eine Woche später steht ihr im Dortmunder Westfalenstadion und rollt dort dieselbe blau-weiße Fahne aus.


Författare: Wolfgang Huber.

Wohl eher nicht, denn die Umstände sind völlig verschieden, sodass auch die scheinbar selbe Handlung unterschiedlich zu bewerten ist. Eine recht banale Erkenntnis, leider jedoch notwendig, weil viele Menschen, die über unsere Vorfahren sprechen, welche in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt haben, allzu schnell vergessen, was es heißt unter einer Diktatur zu leben. Wenn man also das Verhalten der Kirche im Nationalsozialismus verstehen und anschließend beurteilen möchte, so tut es Not, sich zunächst einmal die Rahmenbedingungen genauer anzuschauen. Vor 1933 haben die Kirchen im Denken Hitlers und seiner Partei kaum eine Rolle gespielt.

Kirchenfeindliche Exzesse wollte er aus machtpolitischem Kalkül vermeiden. Dintler aus der Partei ausgeschlossen, weil seine antikatholische Hetze der Partei schadete. Mit den Konfessionen, ob nun diese oder jene, das ist alles gleich. Der Faschismus mag in Gottes Namen seinen Frieden mit der Kirche machen. Das wird mich nicht abhalten, mit Stumpf und Stiel, mit allen seinen Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten Man ist entweder Christ oder Deutscher. Mit zunehmender Herrschaftsstabilisierung konnte der Nationalsozialismus immer offener sein eigentliches kirchenpolitisches Ziel, die Kirche aus dem gesellschaftlichen Leben zu herauszudrängen, verfolgen. Auf der Höhe des Kirchenkampfes im Jahre 1937 sagte Kardinal Faulhaber, der Katholik in Deutschland stehe unter Ausnahmerecht.

Die im März 1937 von den Kanzeln verlesene Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verurteilte öffentlich die zahllosen konkordatswidrigen Repressionen gegen die Kirche. Hitler sah, dass das Kirchenvolk treu zur Kirchenleitung stand — die Sittlichkeitsprozesse bewirkten das Gegenteil von dem was sie bewirken sollten. Einziehen des Kirchenvermögens, die Abschaffung des Zölibates und die Auflösung der Orden bewirken wollte. Hitlers zunehmendes Interesse an der Außenpolitik. Die außenpolitischen Kämpfe erforderten es, innenpolitische Unruhen möglichst zu vermeiden.

Hitler griff häufiger beschwichtigend gegen antikirchliche Exzesse ein, um innenpolitische Unruhen zu vermeiden. Betrachtet man das Verhältnis der Katholischen Kirche zum Nationalsozialismus bis 1933, wurde der Nationalsozialismus in eindrucksvoller Geschlossenheit abgelehnt. In allen Diözesen des Deutschen Reiches war es den Katholiken verboten, Mitglied der NSDAP zu sein. Faktor aufstieg, mit dem sich auch die Kirche beschäftigen musste. Die von der Kirchenleitung festgestellten unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus lagen in der Rassenideologie und der nationalsozialistischen Kulturpolitik. In der Erklärung der Paderborner Kirchenprovinz vom 10. Er macht das Gefühl einer Rasse zum Richter über religiöse Wahrheiten, über Gottes Offenbarung und über Zulässigkeit des von Gott gegebenen Sittengesetzes.

In seiner letzten Konsequenz leugnet er den universalen Charakter der katholischen Kirche. Das Reich Christi gilt uns Katholiken aber als international, universal, katholisch. Jahr, in dem die NSDAP Regierungsverantwortung übernahm. Gegensatzes zur Treue gegenüber der Staatsmacht verpflichtet sah. Zentrales Datum einer neuen Bewertung des Nationalsozialismus durch die katholischen Bischöfe war der sogenannte „Tag von Potsdam“ am 24. Ohne die in den unseren früheren Maßnahmen liegenden Verurteilungen bestimmter religiös-sittlicher Irrtümer aufzugeben, glaubt daher der Episkopat das Vertrauen hegen zu können, dass die vorbezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet zu werden brauchen.

Für die katholischen Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch im gegenwärtigen Zeitpunkt keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten unter grundsätzlicher Ablehnung alles rechtswidrigen und umstürzlerischen Verhaltens. Die katholische Kirche erkannte die nationalsozialistische Regierung als die rechtmäßige Obrigkeit an und leitete ihr staatsbürgerlichen Gehorsam. Das ist aus heutiger Sicht um so verwunderlicher, da der Kirche mit zunehmender Zeit die antikirchliche und menschenverachtende Praxis der Nationalsozialisten immer deutlicher vor Augen trat. Trotzdem hielt sie daran fest, jegliches umstürzlerische Verhalten gegenüber dem Staat zu verurteilen.

Auf der anderen Seite hielt die Kirche an ihrer Verurteilung der nationalsozialistischen Ideologie fest. Im Gegensatz zur Evangelischen Kirche drang auch kein Nationalsozialistisches Gedankengut in den Innenraum der Kirche. Durch den gleichzeitigen Erhalt ihrer Institution wurde die Kirche so zum einzigen nichtgleichgeschalteten Ort im Dritten Reich, welcher der totalitären Herrschaft der Nationalsozialisten Grenzen setzte. Die wohl größte Leistung der katholischen Kirche besteht darin, den katholischen Teil der deutschen Bevölkerung gegen nationalsozialistisches Gedankengut immunisiert zu haben. Das gilt vor allem für die nationalsozialistische Rassenlehre, welche die Menschen in minderwertigere und hochwertigere Rassen, in Sklaven- und Herrenmenschen einteilt. Alfred Cohausz wurde nach seinem Jurastudium und seiner Promotion im Jahre 1928 Hilfsdezernent in der Verwaltung der Stadt Paderborn. 1931 folgt die Beförderung zum Stadtsyndikus.

Zur Vereinfachung der Verwaltung oder im Interesse des Dienstes könnten Beamte in den Ruhestand versetzt werden, auch wenn sie noch nicht dienstunfähig sind. 1936 setzte sich seine Degradierung fort, indem er gem. 6 „im Interesse des Dienstes“ in den Ruhestand versetzt wurde. Als im August 1934 das Deutsche Jugendherbergswerk des Gaues Westfalen verlangte, die Herbergsmutter in Paderborn solle alle Kreuze aus den Räumen der Jugendherberge entfernen, verfasste Cohausz ein Antwortschreiben, in dem er das Ansinnen mit dem Hinweis zurückwies, dass die christliche Tradition in dieser Region verwurzelt sei und die Herbergsmutter nicht befugt sei, über städtisches Eigentum zu verfügen. Münchmeyer, evangelischer Pastor aus Bielefeld und einer der prominenten Nazis der Region aus der Anfangszeit der Partei, war einer der schärfsten Gegner der „vaterlandslosen Katholiken“.

In einem Bericht über die Kriegstauglichkeit Cohausz‘ kommt der wahre Grund seiner Entfernung aus dem Beamtendienst noch mal deutlich zum Ausdruck. Der Paderborner Bürgermeister Rudolf Kosiek schreibt am 05. Die „politische Unzuverlässigkeit“ Cohausz‘ wird bestätigte sich, als er die Möglichkeit im Rang eines Hauptmanns d. Armee einzutreten, mit den Worten ablehnte: „Nicht unter Hitler! Die Vergangenheit ist vergangen und kehrt nicht mehr zurück. Quellen“, auf die er angewiesen ist.

Bevor jedoch eine Quelle Auskunft über die Vergangenheit gibt, wird geprüft, ob sie glaubhaft ist. Erklärung der SPD über die Arbeit von G. Vor diesem Hintergrund der Quellenkritik bilden Aussagen der Nationalsozialisten über die Kirche eine besonders wertvolle Quelle. Lange unbeachtet blieben zu unserem Thema die Sicherheitsberichte der Geheimpolizei, des sog. Slaven oder Juden, als „Blutschande“ angesehen und stand unter Todesstrafe. Im kleinen Dorf Dahl bei Paderborn kam es dazu, dass eine deutsche Frau und einem polnischen Zwangsarbeiter miteinander schliefen.