Rezension zu Brigitte Hamann: Elisabeth. Kaiserin wider Willen PDF

Künstler rezension zu Brigitte Hamann: Elisabeth. Kaiserin wider Willen PDF gleichzeitig ein Porträt von Kaiser Franz Joseph I. In diesem wohl bekanntesten Porträt trägt die Kaiserin in ihrem Haar die sogenannten Edelweiß-Sterne.


Författare: Mette Bartels.

Rezension / Literaturbericht aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Geschichte Europa – and. Länder – Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,0, Georg-August-Universität Göttingen, Sprache: Deutsch, Abstract: "Ihr lieben Völker im weiten Reich – so ganz im Geheimen bewundere ich euch: da nähret ihr mit eurem Fleische und Blut gutmütig diese verkommene Brut." Zeilen aus dem Tagebuch einer Kaiserin, die keine sein wollte: Elisabeth, Kaiserin von Österreich und Königin von Un-garn. Bei diesem Namen haben die meisten die junge Romy Schneider in Marischkas Sissi-Trilogie der 1950er Jahre vor Augen: Elisabeth als pflichtbewusste Monarchin, liebende Gattin, treusorgende Mutter und lebensfrohen Familienmenschen – quasi das "süßes Hascher", wie der Wiener sagen würde, und aufopfernde Kaiserin in einer Person.Die deutsch-österreichische Historikerin Brigitte Hamann räumt in ihrer Biographie "Elisabeth. Kaiserin wider Willen" kräftig mit diesem romantischen Kitsch-Bild auf. Wer weiter an das süße Sissi-Klischee glauben möchte, sollte das Buch von Hamann lieber nicht zur Hand nehmen.

Elisabeth entstammt der Linie der Herzöge in Bayern. Dezember 1837 im Herzog-Max-Palais in der Münchner Ludwigstraße geboren und am 26. Elisabeth wuchs mit ihren Geschwistern im Herzog-Max-Palais auf. In den Sommermonaten residierte die Familie in Schloss Possenhofen am Starnberger See, wo Sisi eine zumindest von materiellen Einschränkungen unbeschwerte Kindheit verbrachte. Ihre Eltern hatten keinerlei Verpflichtungen am königlich-bayerischen Hof. Zu ihren Geschwistern hatte Sisi ein gutes Verhältnis, das sich allerdings im Laufe ihres Lebens abkühlte.

Mit ihrer jüngeren Schwester Marie überwarf sie sich, als ihr zu Ohren kam, dass diese das Gerücht einer heimlichen Liebschaft Sisis verbreitete. 1853 war Kaiser Franz Joseph von Österreich 23 Jahre alt und unverheiratet. Seine Mutter, Erzherzogin Sophie, suchte für ihren Sohn nach einer geeigneten Braut. Herzogin Ludovika reiste mit den beiden Töchtern anlässlich des bevorstehenden Geburtstages des jungen Kaisers am 16. Franz Joseph zog die erst 15-jährige Elisabeth ihrer Schwester Helene vor. August, seinem Geburtstag, hielt er um die Hand seiner Cousine an. Der Herzog gab seiner Tochter eine Mitgift von 50.

000 Gulden, dazu Kleider und Schmuck. Reise nach Linz in Oberösterreich bestiegen. Ein knappes Jahr nach der Hochzeit, Elisabeth war nun 17 Jahre alt, brachte die junge Kaiserin ein Mädchen zur Welt, das nach Franz Josephs Mutter Sophie Friederike getauft wurde. Im folgenden Jahr wurde Tochter Gisela geboren. 1858 kam Kronprinz Rudolf Franz Karl Joseph zur Welt.

Von der Geburt erholte sich Elisabeth nur schwer. Auch zeigte sie nach dem Tod der erstgeborenen Tochter nur noch wenig Interesse an Gisela und Rudolf. Ihre Schwiegermutter veranlasste, dass der Kronprinz schon von Kindesbeinen an eine militärische Ausbildung erhielt. Der sensible Rudolf litt sehr darunter. Ihr viertes und letztes Kind, ein Mädchen, wurde 1868 in Buda in Ungarn geboren. Elisabeth kümmerte sich, im Gegensatz zu ihren älteren beiden Kindern, intensiver um die kleine Erzherzogin. 1889 nahm sich Rudolf gemeinsam mit seiner jungen Geliebten Mary Vetsera auf Schloss Mayerling das Leben.

Dieser Schicksalsschlag traf Elisabeth schwer, von diesem Zeitpunkt an trug sie nur noch Schwarz. 1860 litt Elisabeth unter starkem Husten. Den offiziellen Vorwand für die erneute Reise der Kaiserin, die Diagnose einer Lungenkrankheit und die Empfehlung einer Kur auf Madeira, nutzte sie zum Ausbruch aus dem Hofleben und zur ersten ihrer Auslandsreisen, die sie alleine unternahm. Kaum in Wien zurück erlitt sie einen schweren Rückfall. Als Elisabeth nach fast zweijähriger Abwesenheit an den Wiener Hof zurückkehrte, war sie von einer als schüchtern und blass geltenden jungen Frau zu einer selbstbewussteren Monarchin geworden, die auch Forderungen stellte.

In dieser Zeit entstanden die Porträts von Franz Xaver Winterhalter. Mit den Jahren war Elisabeth zunehmend abwesend. Sie unternahm nun zahlreiche weitere Reisen. Neben Europa bereiste sie Kleinasien und Nordafrika, ab 1867 besonders häufig Ungarn, ihre Lieblingsinsel Korfu und Großbritannien. Franz Joseph hatte sich längst an die Abwesenheit seiner Frau gewöhnt. Um seine Einsamkeit zu lindern und die an sie gerichteten Erwartungen abzuschwächen, arrangierte die Kaiserin 1885 die Bekanntschaft ihres Mannes mit der Schauspielerin Katharina Schratt. Schratt wurde fortan Ansprechpartnerin und Vertrauensperson des Kaisers.