Recht und Emotion II PDF

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Dieser Band setzt das in Recht und Emotion I. Verkannte Zusammenhänge (2016) begonnene Vorhaben fort. Dieses impliziert zugleich eine Abkehr von der lange Zeit vorherrschenden Auffassung, dass die Sphäre des Rechts einen affektfreien Raum bildet oder vielmehr bilden sollte. Vielmehr gilt es zu untersuchen, welche Emotionen in welcher Weise für das Recht wichtig, sogar nötig sind und wie umgekehrt rechtliche Prozesse auf Emotionen einwirken. Hierzu versammelt der vorliegende Band Beiträge aus der Philosophie, der Rechtswissenschaft und der Literaturwissenschaft. Behandelt werden unter anderem rechtsrelevante Emotionen wie Scham, Zorn und Empörung, die Frage des Verzeihens, aktuelle Phänomene wie das Coaching von Richter*innen, das sogenannte Recht auf Wahrheit, die neuerdings zu beobachtende Renaissance von Schamstrafen sowie der Einfluss, den Emotionen auf die Theorie und Praxis des Rechts im Allgemeinen ausüben. Einen gemeinsamen Bezugspunkt bildet dabei der Gedanke, dass das entscheidende Relais zwischen Recht und Emotion in der Erfahrung der Verletzlichkeit zu suchen ist. Dem Unrecht, das begangen wird, entspricht das Unrecht, das jemand erleidet. Dieses Erleiden aber ist seinerseits konstitutiv an die Verletzlichkeit Gebunden. Sowohl das Recht als auch das Feld der Emotionen lassen sich als Sphären auffassen, die auf jeweils spezifische Weise auf Erfahrungen der Verletzlichkeit antworten. Der Sinn für Gerechtigkeit erweist sich damit auch als ein Sinn für Verletzlichkeit.

Von ihrer Intention her ist sie eine Zufügung von Schaden an einer oder mehreren Personen, die das Unrecht begangen haben sollen. Oft handelt es sich bei Rache um eine physische oder psychische Gewalttat. Er wird daher von römisch-rechtlich orientierten Rechtshistorikern gemieden. In manchen Gesellschaften traf den zur Rache Verpflichteten ein Fluch, wenn er die Rache nicht vollzog. Im gegenwärtigen deutschsprachigen Raum wird Rache als ein emotional gesteuerter Akt angesehen, der der Rechtsordnung widerspricht, wenn er das Gewaltmonopol des Staates verneint.

In der archaischen Gesellschaft war die Rache dagegen ein Mittel zur Durchsetzung des Rechts und zur Wiederherstellung des sozialen Friedens. Später habe der Staat diese Selbstjustiz eingeschränkt. Die andere These besagt, dass die Rache als in der Gesellschaft anerkanntes Mittel der Rechtswahrung die Rechtsgemeinschaft bereits voraussetzt. In der frühgriechischen Antike beschreibt Rache keinen Grundtrieb zur Gewalt, sondern einen Zwang zur Umsetzung von Gesetzen. Die Existenz der Blutrache ist für die Zeit der Abfassung der homerischen Epen nicht belegbar. Erst mit dem drakontischen Recht wird das Blutrecht überhaupt erst in Athen eingeführt. Der aktiven Solidarität der zur Rache Verpflichteten entsprach die passive Solidarität der Familie des Missetäters.

Nur wenn der Schuldige sich von seinem Verband trennte, konnte er diesem die Rache ersparen. Nicht der Schaden selbst, sondern der Verlust der Ehre war treibendes Motiv. In der griechischen Antike ist auch eine Tendenz zur überschießenden Rache zu bemerken. Die erste schriftliche Regelung und Eindämmung bewirkte 621 v. Inwiefern Drakon aber möglicherweise eine Racheverschärfung gegenüber dem Rechtszustand in den Epen darstellt, ist umstritten. Das Talionsprinzip war auch dem germanischen Recht noch völlig unbekannt, indem es bei Ausstoßung eines Missetäters aus dem Rechtsverband keinerlei Einfluss auf das Verhalten des Rächenden mehr nahm. Erst in der Jónsbók wird der Racheüberschuss mit halber Buße geahndet.

Die erste Regelung bestand darin, dass die Rache nicht durch verheimlichte Tat geschehen durfte. Vielmehr hatte der Rächende seine Rachetat unverzüglich öffentlich bekannt zu machen. Andernfalls handelte es sich um Mord. Damit war gewährleistet, dass die Rechtmäßigkeit der Rache nachträglich festgestellt werden konnte. Die Befugnis zur Rache war auch auf bestimmte Handlungen beschränkt: Dazu gehörten Totschlag, Ehebruch, wobei der Nebenbuhler der Rache anheimfiel, sowie Beleidigungen beispielsweise in Form der Sodomie. In einigen Gesetzeswerken findet sich auch der Tatbestand des Diebstahls auf frischer Tat. Das Bestreben zur Zähmung der Rache führte auch zur Alternative einer Bußleistung durch Wergeld.