Institutionen und Erkenntnis. PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Institut für Philosophie, Universität Bonn, Lennéstraße 39, 53113 Bonn. Wissen und Erkenntnis – Essay Die Erkenntnistheorie beschäftigt sich vor allem mit der Frage, institutionen und Erkenntnis. PDF „Wissen“ und „Erkenntnis“ bedeuten. Dabei kann es nicht schon von vornherein als ausgemacht gelten, dass die beiden Ausdrücke jeweils nur eine einzige Bedeutung haben, auch nicht, dass sie je eine Menge von Bedeutungen haben, die untereinander einen systematischen Zusammenhang aufweisen.


Författare: Thomas Schaffer.
Sind Institutionen mit dem ökonomischen Handlungsmodell erklärbar? Wegen der vermeintlichen Schwierigkeiten bei der Erklärung der Entstehung und des Wandels von Institutionen wird vielfach die Verwendung eines breiteren handlungstheoretischen Ansatzes gefordert. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart aber, daß die Forderung häufig auf unwissenschaftlichen und erkenntnistheoretisch nicht haltbaren Positionen beruht: nämlich auf induktivistischen.
In der Arbeit wird auf Grundlage der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie Poppers dagegen ein deduktiv-nomologischer Weg beschritten. Das Ergebnis ist eine neue Propensitätstheorie von Institutionen. Deren zentrales Element ist die propensitätstheoretische Sichtweise von Wahrscheinlichkeiten, die eine objektive Interpretation des erkenntnistheoretischen Kerns einer Institution, ihre Erwartungskomponente, ermöglicht und die induktivistische "Erklärung" mittels Wiederholungen ersetzt. Zudem löst dies das Erklärungsproblem der Glaubwürdigkeit, denn das Vertrauen in Institutionen kann als vernünftig und rational erklärt werden.

Ich selbst vertrete einen erkenntnistheoretischen Pluralismus. Darunter verstehe ich die Behauptung, dass es verschiedene Formen des Wissens und Erkennens gibt. Diese Behauptung könnte man wiederum auf mindestens zwei verschiedene Arten interpretieren. Einerseits könnte man sagen, dass es etwa praktisches und theoretisches Wissen gibt: Praktisches Wissen wäre eine Form des Könnens, wenn man etwa weiß, wie man auf Rollschuhen einen steilen Abhang herunter rollen kann. Diese Behauptung scheint irgendwie vertraut zu sein, entspricht sie doch einem offensichtlichen Befund, nämlich dem, dass wir beispielsweise zwischen mathematischem, soziologischem und physikalischem Wissen unterscheiden und diesen Unterschied mit verschiedenen Wissenschaften verbinden. Verschiedene Wissenschaften sind demnach dadurch verschieden, dass sie verschiedene theoretische Wissensformen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, dass auch der Ausdruck „Erkenntnis“ eine Pluralität anzeigt, dass es mithin verschiedene Formen der Erkenntnis gibt.

Unterschied, der leider in der gegenwärtigen deutschsprachigen Erkenntnistheorie gern verwischt wird, da sich diese an der englischsprachigen Debatte orientiert, in der es kein exaktes sprachliches Pendant zum deutschen Ausdruck „Erkenntnis“ gibt. Obwohl ich einen erkenntnistheoretischen Pluralismus vertrete, meine ich, dass es einen schmalen Bedeutungskern von „Wissen“ und „Erkenntnis“ gibt, dass das Wissen darum, worin dieser Kern besteht, aber keineswegs hinreicht, um auf diese Weise bereits zu wissen, was „Wissen“ bedeutet. Im Folgenden werde ich zunächst kurz die Ausgangsdefinition motivieren, das heißt Gründe vorstellen, die für die Elemente der Ausgangsdefinition von „Wissen“ sprechen. Anschließend werde ich den Unterschied von „Wissen“ und „Erkenntnis“ erläutern.

Unter „Erkenntnis“ verstehe ich eine „wahre und damit wahrheitsfähige Bezugnahme“, das heißt eine Bezugnahme auf irgendeinen Gegenstand, die unter gewissen Erfolgsbedingungen steht. Der relevante Zustand, der überhaupt für Wissen infrage kommt, dürfte dabei derjenige einer Überzeugung sein. Wer etwas weiß, ist von der betreffenden Sache überzeugt, das heißt, er hält seine Meinung auch gegen Widerstände aufrecht. Die Richtigkeit dieser Bedingung erkennt man daran, dass es merkwürdig wäre zu sagen, S weiß zwar, dass es regnet, davon überzeugt ist er allerdings nicht. Wissen geht mit Gewissheit einher, was lediglich bedeutet, dass man an dem, was man zu wissen meint, gegebenenfalls festhält.