Hat Jesus gelebt? PDF

Es gibt einige Theologen, die bemängeln, dass die Frage, wer Jesus Christus gewesen sei, sich so breit gemacht habe, dass das, hat Jesus gelebt? PDF er selbst gepredigt habe, dabei verloren gegangen sei. Wir sollten – so heißt es z.


Författare: Arthur Drews.
ALV-Band 6
Hierbei handelt es sich um ein Reprint der 1928 verlegten Schrift. Um Arthur Drews verstehen zu können, muß man den philosophischen Grundgedanken seines Lehrers, Eduard von Hartmann, erfaßt haben. Dieser drückt sich im Glauben an eine zweckvolle Entwicklung des Weltgeschehens aus einem unbewußten Urgrund aus. In seinem Hauptwerk, der "Philosophie des Unbewußten", zeigt Hartmann auf, daß sich bedeutende Philosophen und auch Dichter mit diesem Urgrund, den er "das Unbewußte" nennt, beschäftigt haben. Hartmann erkennt als Träger des Weltprozesses eine unbewußte Intelligenz, deren Ziel es ist, die aus einem blinden Willen geborene Welt zu erlösen. Im Menschen kommt der unbewußte Geist zum Bewußtsein. Drews sieht in diesem Gedankengang den Kern seines freireligiösen Weltbildes, wie im Kapitel "Jesusleugnung und Religion" der vorliegenden Schrift deutlich wird. Dieses Unbewußte, diese Intelligenz oder Kraft, dieses Bewegende im immerwährenden "Stirb und Werde", der fortwährende Drang zur Weiterentwicklung in der Evolution von Materie und Leben wird von Drews bewußt als "Gott" bezeichnet.

Hubertus Halbfas – wieder mehr über die Botschaft Jesu nachdenken und nicht zu viel über eine Christologie. Frage: Steht die Predigt Jesu tatsächlich in einem Widerspruch zur Christologie und Erlösungslehre? Im allgemeinen wird die gesamte Verkündigung Jesu mit Reich-Gottes-Botschaft umschrieben. Eigentlich könnten wir auch bei dem bleiben, was Jesus selbst über seine Verkündigung sagte: Er verkündete uns das Evangelium. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.

Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Griechischem steht dort zumeist der Ausdruck basileia tou theou, was mit Himmelreich, Gottesreich, Gottes Königsherrschaft oder ähnlichen Begriffen ins Deutsche übersetzt wird, die alle eine Schwäche haben: Sie lassen an einen Staat oder ein irdisches Königreich denken, das eine bestimmte räumliche Ausdehnung hat. Jesus benutzt zwar den zu seiner Zeit bekannten Ausdruck Reich Gottes, füllt ihn aber mit einem anderen Inhalt: Das Reich Gottes ist eine neue Wirklichkeit, die sich in dieser Welt auftut. Man könnte meinen, dass der Begriff Reich zu politisch ist und deshalb durch einen der Sache angemesseneren Begriff ersetzt werden sollte.

Existenz bereits festgelegtes Kriterium, sondern Geschenk einer neuen Lebensweise – und eine freie Entscheidung des Menschen, dieses Geschenk anzunehmen. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied zur Tier- und Pflanzen-Klassifikation: Der Mensch besitzt die Freiheit, sich von der Gnade Gottes durchformen zu lassen, er kann sich jedoch auch gegen eine Zugehörigkeit zum neuen Reich entscheiden – und Gott respektiert diese Freiheit. Entscheidung ist, die in Freiheit getroffen und dann auch vollzogen werden muss, dann gibt es das Reich Gottes nicht nur als Ja-Nein-Alternative, sondern sozusagen im Werden. Ein Mensch ist ja auch nicht entweder Musiker oder ein Un-Musiker. Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt. Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.