Handbuch des Pflanzenbaues PDF

Nutzhanf wird vor allem zur Gewinnung von Hanffasern angebaut. Insgesamt stehen 52 von der EU zertifizierte Hanfsorten für den Nutzanbau zur Verfügung. Die Sortenwahl handbuch des Pflanzenbaues PDF auf die zugelassenen Sorten beschränkt. In der EU waren im Jahr 2017 insgesamt 52 Hanfsorten für den ständigen Anbau zugelassen.


Författare: Herbert Hanus.
Das Buch behandelt die Getreidearten und Futtergräser,
die im mitteleuropäischen Raum angebaut
werden. Nach den biologischen und ökologischen
Grundlagen werden alle produktionstechnischen
Maßnahmen einschließlich des Pflanzenschutzes
sowie Aspekte der Lagerung und Verwertung der
Ernteprodukte abgehandelt.

Für ertragreichen Nutzhanfanbau eignen sich vor allem tiefgründige, humose und nährstoffreiche Böden mit geregelter Wasserführung. Böden beeinträchtigen vor allem die Jugendentwicklung der Pflanzen. Steile Hanglagen und Höhenlagen von mehr als 400 m ü NN sind zu vermeiden. Vorteilhaft sind die hohe Unkrautunterdrückung, die Bodenlockerung durch das große Wurzelsystem und die positive Wirkung auf die Bodengare. Die Aussaat erfolgt zwischen Mitte April und Mitte Mai mit Getreidedrillmaschinen auf 4 bis 6 cm Saattiefe. Die Ernte von Faserhanf erfolgt mit Spezialmaschinen oder für die Hanfernte angepasster Erntetechnik zur Zeit der Vollblüte der männlichen Blüten und erstreckt sich je nach Sorte und Anbaubedingungen von Ende Juli bis Ende September. Je nach Art des vorgesehenen Aufschlusses der Hanffaser unterscheidet sich die Nacherntebehandlung auf dem Feld.

Das Anwendungsspektrum des Nutzhanfs ist sehr breit und reicht von der Nutzung der Hanffasern als Rohstoff für die Textilindustrie über die Verwendung von Hanföl und Hanfsamen bei der Ernährung bis zur Nutzung als Baustoff. Die Nutzung als Medizinalpflanze und Rauschmittel ist definitionsgemäß bei Nutzhanf ausgeschlossen. Hanffasern sind der Rohstoff für sehr widerstandsfähige Textilien. Hanffasern stellen sowohl von der Menge als auch von der Fülle der Anwendungsmöglichkeiten den wichtigsten Rohstoff des Nutzhanfs dar. Von der Antike bis in die Gegenwart wurden und werden Hanffasern zur Herstellung einer Vielzahl von Produkten verwendet. Die bei der Fasergewinnung als Nebenprodukt anfallenden Schäben werden vorwiegend als Tiereinstreu verwendet, vor allem in der Pferdehaltung und der Kleintierhaltung.

Sie sind 3 bis 4 Millimeter groß, von brauner bis grüngrauer Farbe und weisen ein Tausendkornmasse von 15 bis 20 Gramm auf. Hanfsamen werden ohne weitere Verarbeitung als Lebensmittel eingesetzt, dienen aber auch als Grundlage zur Extraktion des Hanföls und als hochwertiges Tierfutter vor allem für Vögel, aber auch für Fische und Säugetiere. Hanfsamen enthalten, unabhängig von der Sorte, kein THC oder andere rauschwirksame Inhaltsstoffe. Hanföl wird aus den Hanfsamen gepresst, die sowohl ungeschält als auch geschält genutzt werden. Die dünne Schale enthält Chlorophyll, so dass das Öl aus ungeschälten Samen eine grüne Farbe aufweist. Außerdem sind Bitterstoffe und Ballaststoffe enthalten. Die Hanfnuss und das daraus gewonnene Hanföl gelten als nahrhaftes Nahrungsmittel.

Hier sind besonders die essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolsäure hervorzuheben. Das Öl setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe zusammen. Als Trinkhanf wird von einigen Unternehmen ein Getränk aus Hanfsamen erzeugt und vertrieben. Produkte verwendet werden darf, also für dieses Getränk trotz seiner weißen Farbe nicht zulässig ist. Die Verwendung von Hanf als Droge wird im Allgemeinen nicht als Nutzanwendung betrachtet, allerdings können die für die psychotrope Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe, vor allem Cannabinoide, auch für medizinische Verwendungen von Bedeutung sein. Obwohl der Besitz und die Nutzung von THC-reichen Produkten genehmigungspflichtig ist, nutzen viele Personen psychotrope Hanfprodukte. Auch die medizinische Anwendung basiert in der Regel auf Selbstmedikation, die rechtlich genehmigungspflichtig ist.

Mit dem Dronabinol existiert ein aus der Hanf-Blüte gewonnenes trans-Isomer des THC, das als Arzneimittel vor allem in den USA verwendet wird. Die Verwendung von Hanffasern lässt sich über mehrere Jahrtausende bis weit in die Menschheitsgeschichte zurückverfolgen. Die ältesten Funde stammen aus China um 2800 v. Verwendung fand die Pflanze aber wohl schon seit der Yangshao-Kultur im 4. Hanf auch in Westasien und Indien Verbreitung. Der älteste Nachweis von Papier aus Hanffasern stammt ebenfalls aus China von 140 bis 87 v. Hanfpapier wurde etwa ab dem Jahr 105 in China populär, gelangte aber erst im 13.

Jahrhundert über den Vorderen Orient nach Europa. In Deutschland wurde es im 14. Die spanischen Konquistadoren hielten im 16. Jahrhundert die spanischstämmigen Siedler im heutigen Mexiko, im heutigen Texas und im heutigen Kalifornien dazu an, Nutzhanf anzubauen. Auch die englischen Kolonisten weiter nördlich folgten später diesem Beispiel.