Feld, Zeit, Ich PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Ein weites Feld ist ein Roman von Günter Grass, der 1995 bei Steidl erschien. Der Titel des Grass-Romans geht auf den Feld, Zeit, Ich PDF des Romans Effi Briest von Theodor Fontane zurück.


Författare: Peter Rohs.
Feldtheorie und Transzendentalphilosophie sind zwei klassische philosophische Ansätze, die mit den Namen von Spinoza und Kant verbunden werden können. Diese Buch will nachweisen, daß sie
vereinigt werden sollten, und daß die Zeit als ihr verbindendes Mittelglied anzusehen ist. Die reine Anschauung des zeitlichen Werdens soll im Sinne Kants als eine Anschauungsform des
Selbstbewußtseins erwiesen werden; die transzendentalphilosophische Theorie von Subjektivität wird auf dieser Grundlage im Rahmen einer Ontologie des zeitlichen Werdens entwickelt. Für die
physische Wirklichkeit ist der feldtheoretische Ansatz maßgeblich, bei dem die Zeit als Feldkomponente fungiert.
Der Autor möchte zeigen, daß die Eigenart der Zeit es erlaubt, den Ansprüchen beider Seiten gerecht zu werden, und daß so das Verhältnis von Subjektivität und Natur angemessen bestimmt
werden kann. Insbesondere soll sich auf diese Weise eine konsistente Auflösung der Freiheitsantinomie als möglich erweisen.

Für dieses heftig umstrittene, politisch orientierte Buch verlieh man Grass 1996 den Hans-Fallada-Preis. Das Buch wurde in der Öffentlichkeit stark diskutiert, was unter anderem dazu führte, dass bereits nach acht Wochen die fünfte Auflage in Druck ging. Der Protagonist des Romans ist der Aktenbote Theo Wuttke, lässt sich aber lieber Fonty nennen und identifiziert sich mit Theodor Fontane. Spitzel Hoftaller, der an die Figur aus dem Roman Tallhover von Hans Joachim Schädlich angelehnt ist.

Fall der Mauer Macht über Fonty, der sich bereits frei geglaubt hatte. Das Buch selbst ist in der Ich-Perspektive eines namenlos bleibenden Potsdamer Archivars geschrieben, der die Geschehnisse unkommentiert wiedergibt und dem Leser die Beurteilung überlässt. Im August 1995 erschien von Marcel Reich-Ranicki ein Verriss im Magazin Der Spiegel, auf dessen Titelbild der Literaturkritiker das Buch buchstäblich zerriss. Der Verriss begründete eine lange Feindschaft zwischen Grass und Reich-Ranicki.