Entscheidung unter Unsicherheit PDF

Entscheidung unter Ungewissheit ist in der Entscheidungstheorie ein Unterfall der Entscheidung unter Unsicherheit. Die Entscheidungssituation bei Entscheidungen unter Ungewissheit kann durch eine Ergebnismatrix dargestellt werden. Allerdings weiß der Entscheider vorher nicht, mit welcher Wahrscheinlichkeit entscheidung unter Unsicherheit PDF Umweltzustände und damit die Ergebnisse eintreffen.


Författare: Richard Gottwald.

Das menschliche Verhalten bei Entscheidungen nimmt im Rahmen betriebswirtschaftlicher Fragestellungen einen besonderen Rang ein, weil es sich nicht mit Gegenständen der unternehme­ rischen Tätigkeit, sondern mit der Tätigkeit selbst befaßt. In diesem Zusammenhang kann gefragt werden, ob es überhaupt zulässig ist, Empfehlungen für das Verhalten zu geben. Die betriebswirtschaftliche Entscheidungstheorie kennt daher so­ wohl deskriptive als auch präskriptive Ansätze. Im Rahmen der präskriptiven Ausrichtung existiert eine Vielzahl von Model­ len, mit denen versucht wird, dem Entscheidenden Hinweise zu geben, wie er sich verhalten sollte. Zumindest teilweise sind diese Ansätze nicht aus betriebswirtschaftliehen Fragestel­ lungen entstanden, so daß zu prüfen ist, ob sie auf solche Entscheidungssituationen übertragbar sind. Zweifel daran ergeben sich u.a. aus der Behandlung des Infor­ mationsgrads über die Eintrittswahrscheinlichkeiten der Um­ weltzustände sowie aus den Anforderungen bezüglich des Präzi­ sionsgrads der vom Entscheidenden zu spezifizierenden Präfe­ renzvorstellungen in Entscheidungen bei unvollständiger In­ formation. wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit eine Maßeinheit für die Unsicherheit künftiger Zustände ist, so muß geprüft werden, ob die bisherige Differenzierung des Informationsgrads aus­ reicht. Es zeigt sich, daß ein Ausschluß der Informations­ grade zwischen völliger Unkenntnis und voller Quantifizier- VI barkeit ebensowenig befriedigt wie eine Umwandlung von schwächerer Meßbarkeit in voll quantifizierte Werte. Es sind daher zusätzliche Meßbarkeitsstufen der Eintrittswahrschein­ lichkeiten einzuführen. Die Bewertungsunsicherheit manifestiert sich in unscharfen bzw. inkonsistenten Präferenzäußerungen des Aktors. Die Ab­ lehnung solcher Präferenzäußerungen ist für realitätsnahe Entscheidungsansätze nicht angemessen, so daß versucht werden muß, die Konsequenzen aus der Bewertungsunsicherheit zu er­ fassen.

Die Unterscheidung von Unsicherheit in Ungewissheit und Risiko hat sich sprachlich noch nicht komplett in der Fachliteratur etabliert. Die folgenden Entscheidungsregeln sollen an einer beispielhaften Entscheidungssituation näher erläutert werden. Ergebnisse einer Alternative werden nicht betrachtet. Aus diesen Zeilenminima wählt man anschließend das Maximum. Aus diesem Vorgehen leitet sich der Name der Entscheidungsregel ab.

Eine Erweiterung der Maximin-Regel ist die Leximin-Regel von Amartya Sen, wonach für den Fall, dass zwei Alternativen den jeweils schlechtesten Zustand aufweisen, diejenige auszuwählen ist, bei der der zweitschlechteste Fall den höchsten Wert aufweist usw. Die Maximax-Regel ist eine sehr optimistische Entscheidungsregel. Hierbei wird jede Alternative nur anhand des Ergebnisses, das beim jeweils für diese Alternative günstigsten Umweltzustand eintreten kann, beurteilt. Der Entscheider wählt also diejenige Handlungsalternative mit dem maximalen Zeilenmaximum. Wird statt der Maximierung die Minimierung einer Zielgröße angestrebt, wird entsprechend auch vom Minimin-Prinzip gesprochen. Dies kann zu unerwünschten Ergebnissen führen, wie die folgenden Beispiele zeigen.

0 die Anwendung der Maximin-Regel vor. Auch die Hurwicz-Regel betrachtet nicht alle möglichen Ergebnisse, sondern bewertet die Alternativen anhand eines gewichteten Mittelwerts ihres bestmöglichen und ihres schlechtestmöglichen Ergebnisses. Problematisch ist bei ihr weiterhin, dass die Wahl des Optimismusparameters stark stimmungsabhängig schwanken kann. Die Wahlmöglichkeit, die dann das beste Ergebnis verspricht, wird ausgewählt, d. Die Laplace-Regel beruht auf folgender Annahme: Da keine Eintrittswahrscheinlichkeiten bezüglich der Umweltzustände bekannt sind, gibt es keinen Grund, anzunehmen, dass ein Umweltzustand wahrscheinlicher sei als ein anderer, daher müsse man von Gleichverteilung der Eintrittswahrscheinlichkeiten ausgehen. Damit berücksichtigt die Laplace-Regel sämtliche Umweltzustände bei der Bewertung der Alternativen.