Die Frau, die mir gleicht PDF

Zehn Gebote vornimmt und überprüfen möchte, die Frau, die mir gleicht PDF es mit seinem „Sündenkonto“ aussieht, ist oft relativ schnell fertig. Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.


Författare: Felisberto Hernandez.
Jahrelang schlug er sich als Klavierspieler in Stummfilmkinos und mit Konzerten in provinziellen Musikzirkeln durch; später enthob ihn ein obskurer Posten in der staatlichen Administration der drückendsten Geldnöte; zu seinem vierzigsten Geburtstag legten seine Freunde zusammen, um den Druck seiner ersten längeren Erzählung zu finanzieren; zwischen vier Ehen und einigen Amouren suchte er immer wieder Unterschlupf bei seiner Mutter – Felisberto Hernandez scheint die Ecken und Nischen geradezu gesucht zu haben, im Leben wie in seiner Literatur. Da tingelt zum Beispiel ein erfolgloser Pianist als ebenso unbeachteter Strumpfverkäufer durch die Provinz, bis er eines Tages in einem Laden angesichts der ausbleibenden Bestellung in Tränen ausbricht – und darin eine unverhoffte Verkaufsstrategie entdeckt.
So spät der Uruguayer in der Welt bekannt wurde – mit seinem unorthodoxen schmalen Werk hat Felisberto Hernandez so unterschiedliche Köpfe wie Julio Cortazar, Gabriel García Mßrquez und Italo Calvino fasziniert.
Dieses Buch ist eine Einladung, den genialisch Sonderbaren, den erfindungsreichen Grübler und Panerotiker, den Humoristen des erstaunten Seitenblicks kennenzulernen – und einige der schönsten Erzählungen der lateinamerikanischen Literatur.

Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren. Ich benutze ihn ja auch nie. Gedenke, dass Du den Sabbat heiligst. Zumindest habe ich ihn nicht entheiligt, ist doch auch schon was. Du sollst Vater und Mutter ehren. Ich habe immer schön ‚Danke‘ gesagt und Geschenke gekauft.

Du sollst nicht die Ehe brechen. Du sollst kein falschen Zeugnis geben über Deinen Nächsten. Du sollst nicht die Frau Deines Nächsten begehren. Ich finde die Frau meines Nachbarn überhaupt nicht attraktiv. Obwohl gucken muss doch wohl erlaubt sein, oder? Du sollst nicht das Hab und Gut Deines Nächsten begehren. Das gleiche gilt für sein Haus und Auto.

Allerhöchstens seinen Swimmingpool aber, der macht auch nur Arbeit. Klar – das führt zu nichts, und wir wissen: Die Gebote sind anders gemeint. Gebote sind dann nichts als ein Ordnungssystem. Gebote sehr viel realer gemeint, als wir zunächst glauben. Es geht bei diesem Gebot nicht nur vordergründig darum, in einen fremden Tempel gegangen zu sein und dort heimlich einer fremden Gottheit ein kleines Opfer dargebracht zu haben. Jux bei der letzten Kegeltour auf den Malediven aber damit versündigt man sich eher gegen die andere Religion, die man lediglich als bunte Kulisse versteht.

Nein, die Frage, die das erste Gebot an uns richtet, ist eine andere. Gott ist schließlich der, der den ersten Platz in meinem Leben einnimmt. Er hat mich geschaffen, Ihm verdanke ich alles. Er erwartet mich nach diesem Leben, auf Ihn hin lebe ich.

Er ist mein Gott, meine Kraft, mein Leben: Er lässt mich leben. So formuliert klingelt es schon: So gesehen habe ich vermutlich schon öfter mal gegen dieses Gebot verstoßen. Im Film „Glauben ist alles“ antworte die Möchte-gern-Frau des Rabbis auf die Frage: „Lieben Sie Aerobic? Als Rabbi sollte man hier sofort an das 1. Im Grunde steckt in jeder x-beliebigen Sünde ein Verstoß gegen das Erste Gebot. Denn bei jeder Sünde spielt das Motiv eine Hauptrolle – und wir sündigen ja meistens, weil wir andere Dinge oder Personen über Gott stellen. Ich weiß, man soll nicht lügen aber was soll mein Chef von mir denken, wenn ich jetzt die Wahrheit sage?

Ich weiß, ich habe meinen Eltern versprochen, jetzt nach Hause zu gehen aber es ist gerade so schön hier. Ich weise im nächsten Kapitel darauf hin, dass wir uns nicht nur deshalb an ein Gebot halten sollen, weil Gott es erlassen hat – wir sollen es auch verstehen. Und eigentlich sollen wir uns an die Gebote halten, weil wir erkennen, dass sie nicht nur Gottes Wille sind – sondern sehr gut und heilsam für uns. Aber natürlich gehört in das Erste Gebot die Zuwendung zu anderen Religionen.

Natürlich gehen wir nur selten wirklich „fremd“, indem wir Mitglied anderer Religionen werden. Aber seien wir auch nicht überkritisch: Nicht alles, was in anderen Religionen praktiziert wird, ist schlecht. Prüfet alles und behaltet das Gute! Paulus, und deshalb dürfen wir uns in fremden Religionen und Kulturen gerne umsehen und Gutes übernehmen. Aber oft heben wir lieber fremde Schätze und verwerfen das eigene Gold. Und oft finden wir etwas nur deshalb interessant, weil es eben nicht christlich, sondern exotisch ist.

Vor allem verdrängen diese Praktiken und Übungen häufig unser Gebet oder ersetzen das Gespräch mit Gott. Viele dieser Dinge gaukeln uns vor, wir könnten uns selber heilen und retten und bräuchten keinen Gott mehr. Das gilt auch für den Aberglauben: Ob wir in Edelsteinen eine verborgene Kraft vermuten, in schwarzen Katzen einen Vorboten für nahendes Unheil oder in Erdstrahlen einen triftigen Grund, das Schlafzimmer umzuräumen – ob das Aberglauben ist oder nicht, ist nicht immer einfach zu entscheiden. Sobald aber der Mondkalender nicht nur eine praktische Alltagshilfe wird, sondern eine Droge und mir wichtiger als mein Gottvertrauen – dann habe ich mir einen anderen Gott gewählt. Verbot, sich von Dingen auf der Erde oder im Himmel Bilder zu machen, ein eigenes Gebot und nehmen dann die letzten beiden Gebote wieder als eines. Und die Anhänger dieser Konfessionen werfen uns Katholiken dann oft vor, wir hätten das Bilderverbot bewusst unterschlagen.