Die Erfindung des Martyriums PDF

In der Folgezeit berichteten neben anderen auch Gregor von Tours, Venantius Fortunatus und Walafried Strabo vom Schicksal der Thebaischen Legion und beriefen die Erfindung des Martyriums PDF weitestgehend auf Eucherius. Häufig wurden dabei lokale Heilige zu Mitgliedern der Thebaischen Legion erhoben. Interesse des Eucherius gilt den äusseren Begleitumständen viel weniger als seinem eigentlichen Thema, der Passio selbst. Zur Diskussion über das Martyrium der Thebäischen Legion.


Författare: Katharina Waldner.

Das Christentum kennt den Begriff Martyrium im modernen Wortsinn erst seit dem zweiten Jahrhundert. Katharina Waldner rekonstruiert die historischen Voraussetzungen für diese christliche Erfindung. Sichtbar wird dabei die kontingente Geschichte einer diskursiven Konstellation, in der die erzählerische Repräsentation juristischer Verfahren dazu genutzt wird, das Verhältnis zwischen politischer Macht, Wahrheit und Religion zu verhandeln. Im Mittelpunkt des ersten Teils stehen die platonische Darstellung von Prozess und Hinrichtung des Sokrates im Kontext der Religion Athens sowie die Erzählungen über religiöse Konflikte im hellenistischen Judäa (Danielbuch, 1. und 2. Makkabäerbuch). Vor diesem Hintergrund werden die entsprechenden jüdischen und christlichen Texte des ersten und zweiten Jahrhunderts analysiert. Resultat ist nicht nur eine differenziertere Sichtweise auf Praxis und Diskurs des frühen christlichen Martyriums, sondern auch die Geschichte individueller und kollektiver religiöser Identität im Spannungsfeld paganer, jüdischer und christlicher Praktiken und Diskurse.

Laut Eucherius stammte die Legion aus dem östlichen Teil des Römischen Reiches, aus dem heutigen Ägypten, und alle 6. Legende, forderte er seine Untergebenen vor Kampfbeginn zu einem Opfer für die römischen Götter auf. Nach regionaler Legende in Trier wurde die Legion hingegen im Norden der damaligen Stadt hingerichtet. Zahlreiche Schädel und Knochen, die den Märtyrern zugeschrieben werden, werden bis heute in der Trierer Kirche St. Die Kirche war ursprünglich auf einem römischen Gräberfeld errichtet worden. Laut einer weiteren Legende des späten 9.

Jahrhunderts kam im Gefolge der Thebäischen Legion auch die heilige Verena von Zurzach in die Schweiz, wo sie die Gräber der Märtyrer verehrt und ein Leben in Jungfräulichkeit und Askese geführt haben soll. Sigebert von Gembloux verfasste in den 70er Jahren des 11. Die Verehrung der thebäischen Legion an ihrem vermeintlichen Hinrichtungsort lässt sich bis ins späte 4. Die Reliquien der Thebäer wurden vom Bischof von Octodurum, dem später heiliggesprochenen Theodorus, in Agaunum, dem heutigen St. 515 gründete Sigismund, designierter König der Burgunden, die Abtei Saint-Maurice und „professionalisierte“ damit das Pilgerwesen am Ort. Der erste Papst, der nachweislich das Märtyrergrab besuchte, war Ende 753 Stephan II. Im Frühmittelalter existierte bereits ein Reliqiuenwesen in St.