Der Kislau-Prozess PDF

Jugend-Haftstätten, Durchgangslager und weitere NS-Lager angeführt. Die Der Kislau-Prozess PDF der Konzentrationslager bildeten die von Historikern sog. Die frühen KZ unterstanden nicht der IKL, da diese erst später gegründet wurde.


Författare: Ulrich Wiedmann.
Im März 1934 wurde der 51 Jahre alte jüdische SPD-Politiker und Reichstagsabgeordnete für Karlsruhe Ludwig Marum im badischen Konzentrationslager Kislau bei Bruchsal von Nazi-Schergen erwürgt und am Fensterkreuz seiner Zelle aufgehängt, um einen Selbstmord vorzutäuschen.
Der Tod Marums erregte nicht nur in Deutschland Aufsehen. In der Schweiz beispielsweise schrieb Thomas Mann in sein Tagebuch: „Quälend und neuen Abscheu erweckend die Nachricht vom Selbstmord des sozialdemokratischen Abgeordneten Marum im Konzentrationslager: Die Politische Polizei teilt mit, daß er sich ‚in einem Anfall‘ von Schwermut erhängt habe, weil man ihm Entlassung oder Beurlaubung nicht habe in Aussicht stellen ‚können‘. Elende, idiotische Infamie.“ Und der deutsch-französische Schriftsteller René Schickele, ein Freund Marums, notierte in Südfrankreich: „Ich bin wie betrunken von Trauer. Schwarzes Blut. Haß.“
Das vorliegende Buch, ein „szenischer Bericht“, enthüllt anhand der Akten des Prozesses gegen die Mörder, der 1948, also 14 Jahre nach dem Verbrechen, endlich stattfand, die Wahrheit über den „Fall Marum“ und zeigt die Sozialisation und die Denkweise der Täter. In beklemmender Weise wird dem Leser, Hörer oder Zuschauer klar gemacht, wie ein inhumanes Regime seine Bürger korrumpiert. Jeder Leserin bzw. jedem Leser wird – nach dem Brechtschen Motto: Der Vorhang zu und alle Fragen offen – die Entscheidung überlassen, zu welchem Urteil sie oder er gekommen wäre.

Einige wurden später in das große Lager-System der SS aufgenommen. Sonderfall ist hier das KZ Dachau, das bis Kriegsende betrieben wurde und Prototyp der späteren KZ-Stammlager war. Es galt die von Theodor Eicke in Dachau erarbeitete KZ-Lagerordnung. KZ-Außenkommandos waren mobile KZ-Häftlingskommandos, die von der SS z. Liste der Außenlager des KZ Dachau, ca.

Liste der Außenlager des KZ Stutthof, ca. Lager, die der industrialisierten Vernichtung von Menschen dienten, werden von Historikern heute Vernichtungslager genannt. KZ-Vernichtungslager Auschwitz und Majdanek hatten Verbrennungsöfen für die Leichen. Hingegen jene Vernichtungsstätten, die nicht im KZ-System errichtet worden waren, hatten nicht die Basis der vorhandenen Krematorien.

Ein weiterer Unterschied war, dass keine Selektionen an der Rampe stattfanden, sondern alle dorthin deportierten Häftlinge ermordet wurden. Tötungsanstalten, in welche KZ-Häftlinge deportiert und dort ermordet wurden. In den Tötungsanstalten fanden die Krankenmorde im Nationalsozialismus statt. Zwischen 1940 und 1941 ließ das NS-Regime mehr als 70. 000 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen ermorden.

Ein erhalten gebliebenes Dokument der Berliner Euthanasie-Zentrale überlieferte diese genauen Zahlen. Herbert Lange leitete 1940 bis 1941 das Sonderkommando Lange, das in weiteren Tötungsanstalten mindestens 6. 219 polnische und deutsche Patienten mittels Gaswagen ermordete, damals als ‚Räumung von Heilanstalten“ bezeichnet. Anschließend wurde er, ab Dezember 1941, Kommandant des Vernichtungslagers Kulmhof.

Zwischen 1941 und 1944 begutachteten SS-Ärzte die Arbeitsleistung von KZ-Häftlingen. Um für kriegsverwundete Soldaten Bettenplätze in Heil- und Pflegeanstalten freizumachen, wurden ab etwa 1943 deren Patienten verlegt, jedoch auch in großem Maßstab dezentral ermordet. Bei dieser Aktion hatte Karl Brandt, Generalkommissar für das Sanitäts- und Gesundheitswesen, eine leitende Funktion. Die Anzahl Opfer ist aufgrund fehlender Aktenlage ungewiss, es wird von mindestens 30. Sonstige KZ-ähnliche Lager umfassen im Prinzip fast sämtliche Gefangenenlager im Deutschen Reich während der Zeit der Hitler-Diktatur. Hierzu zählen beispielsweise Arbeitserziehungslager, Kriegsgefangenenlager oder Zwangsarbeiterlager.

Nachfolgend wird ein Teil der sonstigen NS-Haftstätten genannt, die keine Vernichtungslager waren. Allerdings kann die Zahl der dort Ermordeten oder der Todesopfer auf Grund der Haftbedingungen enorm gewesen sein. Die Gesamtanzahl der NS-Lager betrug lt. Holocauststudie aus dem Jahr 2013 über 40. Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus werden meist Lager, Stadtteile oder Orte aufgezählt, die bei ihrer Errichtung bereits vorübergehend als Sammellager, z. 000 und bis zu mehreren 100.