Zur religiösen Signatur des Kapitalismus PDF

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel. Seine politischen Anfänge wurzelten im liberal-demokratischen Vereinswesen von Zur religiösen Signatur des Kapitalismus PDF und Handwerkern, ehe er sich dem Marxismus zuwandte. Sie hinterließ ihren Kindern einige kleine verstreut liegende Parzellen rund um Wetzlar.


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Die politisch-ökonomische »Diesseitsreligion« des russischen Realsozialismus hat sich 1990 von der Bühne der Geschichte verabschiedet. Nicht verabschiedet haben sich die Motive der Kapitalismuskritik: die systemischen Krisen, das Elend, der Hunger, das System maßloser Verschuldung.
Fünf zentrale Fragestellungen lassen sich hieraus ableiten: nach den religiösen und theologischen Figuren der Ökonomiekritik im 19. und 20. Jahrhundert; nach dem Zusammenhang von Religion und Ökonomie; nach der Bedeutung und Tragfähigkeit der Säkularisierung angesichts der religiösen Implikationen sowohl der kapitalistischen Ökonomie als auch ihrer sozialistischen Kritik; nach der Bedeutung des Sakralen und Profanen in der bürgerlichen Moderne; nach der Religiosität der kommunistischen Bewegung, ihrer Heilserwartungen, politischen Kulte und Liturgien.

Die beiden noch lebenden Brüder kamen zu Verwandten der Mutter. Um den Lebensunterhalt der Brüder zu sichern, erhielten sie finanzielle und materielle Unterstützung von einem Waisenfonds. Diesem hat Bebel später in seinem Testament aus Dankbarkeit 6000 Mark vermacht. Nach der Lehre trat Bebel 1858 seine Gesellenwanderung an. Sie führte zunächst durch Südwestdeutschland nach Freiburg im Breisgau. Weitere Stationen waren Regensburg, München und Salzburg.

Bereits in Freiburg war er dem örtlichen katholischen Gesellenverein beigetreten, der damals auch Protestanten aufnahm. August Bebel Gedenktafel über Hauseingang Kasemattenstr. Freiwilliger bei den Tiroler Jägern, wurde aber als Nichttiroler abgewiesen. In Leipzig fand er rasch Arbeit in einer größeren Werkstatt. Wegen schlechter Verköstigung überredete er die anderen Gesellen zu protestieren. Weil der Meister einlenkte, kam es nicht zum geplanten Streik.

Die Stadt war damals ein Mittelpunkt des Vereinswesens der Arbeiter und Handwerker. Liberale und demokratische bürgerliche Kreise unterstützten deren Bildungsbestrebungen. Sie wollten einerseits die beruflichen Möglichkeiten der Arbeiter und Handwerker steigern, andererseits ging es darum, diese Gruppen an den Liberalismus zu binden. Noch verstand sich Bebel als Handwerker und strebte die Position eines Meisters an. Dieses Ziel hatte er 1864 mit der Eröffnung einer eigenen Werkstatt im Hof des Hauses Drei Könige in der Petersstraße erreicht, wo er auch wohnte.

Das nötige Kapital brachte er durch den Verkauf des kleinen Besitzes der Familie in Wetzlar auf. Das Angebot des Bildungsvereins an Vorträgen und Kursen nahm Bebel intensiv wahr. 1862 wurde er Mitglied im Vorstand des Bildungsvereins sowie Leiter der Vereinsbibliothek und der Abteilung für Vergnügungen. Politisch stand er Bestrebungen zu mehr Eigenständigkeit der Arbeiter zunächst noch ablehnend gegenüber. Im Herbst 1862 begannen die Vorbereitungen zur Gründung eines überregionalen Deutschen Arbeitertages.

Bebel war Mitglied des vorbereitenden Ausschusses. Die Gründung des ADAV im Mai 1863 wurde von den liberalen Vereinen in der Arbeitervereinsbewegung als Bedrohung wahrgenommen. Frankfurt am Main ein und schlossen sich zu einem Dachverband zusammen. Als Leipziger Delegierter war Bebel anwesend.

Schon kurz zuvor hatte sich der Gewerbliche Bildungsverein in Leipzig von der Polytechnischen Gesellschaft gelöst. Nachdem es zur Vereinigung mit dem Verein Vorwärts gekommen war, konstituierte er sich als Arbeiterverein neu. Bebel übernahm zunächst die Position eines stellvertretenden Vorsitzenden und schließlich die des Vorsitzenden. Bei Bebel begann sich ein politischer Richtungswechsel zu vollziehen. Er blieb zwar entschiedener Gegner Lassalles, begann aber dessen Schriften intensiv zu lesen und sich allmählich dem Marxismus anzunähern. Im beständigen Kampfe mit den Lassalleanern, musste ich Lassalles Schriften lesen, um zu wissen, was sie wollen, und damit vollzog sich im Bälde eine Wandlung in mir. Ich bin , wie fast alle, die damals Sozialisten wurden, über Lassalle zu Marx gekommen.

Lassalles Schriften waren in unseren Händen, noch ehe wir eine Schrift von Marx und Engels kannten. Soziale Konflikte stärkten bei Bebel ebenfalls Zweifel daran, ob die enge Bindung der Arbeiter an den Liberalismus weiterhin sinnvoll sei. Eine Rolle spielte dabei der Kontakt mit dem Philosophen und Sozialpolitiker Friedrich Albert Lange in der Führung des VDAV. Auch wenn dabei persönliche Beziehungen zerstört wurden, nahm er dies hin, weil er von seinem geänderten Standpunkt überzeugt war. Kritisch äußerte sich Bebel darüber, dass Liebknecht ohne vorige Diskussionen vollendete Tatsachen schuf.

Weil es Liebknecht an praktischem Geschick mangelte, mussten später andere die Maßnahmen ausführen. Von Liebknecht übernahm Bebel auch dessen antipreußische Haltung. August 1866 gründete er zusammen mit Wilhelm Liebknecht die radikaldemokratische Sächsische Volkspartei. Im selben Jahr heiratete August Bebel die Putzmacherin Julie Otto. Sie unterstützte ihn bei seiner verstärkten Zuwendung zur Politik, obwohl er in dieser Zeit weiterhin als Handwerksmeister arbeiten musste. Neben seinen Aufgaben im Vereinswesen und der Partei übernahm er nun auch journalistische Tätigkeiten. Jahre zuvor in London gegründet worden war.