Zur Geschichte der kommunalen IT in Deutschland PDF

Die kommunale Selbstverwaltung ist in Art. Kommunale Gebietskörperschaften sind neben den Gemeinden auch Zur Geschichte der kommunalen IT in Deutschland PDF wie z.


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Der digitale Wandel hat längst auch die Kommune und ihre Verwaltung erfasst. Die Ansprüche von Bürgern und Unternehmen an eine moderne Verwaltung sind enorm gestiegen: Möglichst viele Dienstleistungen sollen über das Internet verfügbar sein. Intern laufen viele Verwaltungsprozesse seit mehr als vierzig Jahren computergestützt. Dieser Band befasst sich mit der nun zehnjährigen Geschichte der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.V. (Vitako) und geht in einzelnen Beiträgen zurück zu den Anfängen der kommunalen Informationstechnik. Die Autoren berichten von den Pioniertagen der kommunalen IT in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und an anderen Orten. Sie erinnern sich an den Wandel der Technik und wie viel Überzeugungskunst es seinerzeit bedurfte, den politisch Verantwortlichen die Vorteile einer modernen digitalen Verwaltung vor Augen zu halten.

In Deutschland liegen die historischen Wurzeln der kommunalen Selbstverwaltung in der Reformation. Nach der Veröffentlichung von Luthers 95 Thesen setzten in Deutschland tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen ein. Mit der Reformation kamen Abgaben nicht mehr direkt dem Pfarrer zugute, sondern der Kirchengemeinde. Eine flächendeckende Schaffung administrativer Gemeindestrukturen fand in Deutschland erst Anfang des 19. Die Gleichschaltung der Gemeinden im Dritten Reich war dagegen eine vorübergehende Erscheinung. Während dieser Zeit blieb die kommunale Selbstverwaltung nicht nur erhalten, die Nationalsozialisten machten sie fortan zur Pflicht.

Gemeinden die Zuständigkeit für alle Aufgaben, die im gemeindlichen Zusammenleben wurzeln. Die kommunale Selbstverwaltung führt zu einer staatlichen Dezentralisierung. Im praktischen Verwaltungsvollzug nehmen die Gebietskörperschaften vielfach neben ihren eigenen Selbstverwaltungsaufgaben auch übertragene, staatliche Aufgaben wahr. Ausdruck kommenden Distanzierung zum Staat nicht übernommen. Nach dem sogenannten Weinheimer Entwurf von 1948 folgen sie stattdessen einem monistischen Verständnis und unterscheiden die umfassend verstandenen eigenen Aufgaben in weisungsfreie und Weisungsaufgaben.

Freiwillige und pflichtige Aufgaben fallen unter die Selbstverwaltungsgarantie der Gemeinden. Auftragsangelegenheiten sind dagegen ursprüngliche Aufgaben des Bundes oder der Länder, die den Gemeinden von diesen zur Ausführung übertragen wurden. Freiwillige Aufgaben kann die Gemeinde nach Belieben übernehmen und regeln. Allerdings ist auch die Gemeinde als Teil der öffentlichen Verwaltung an Recht und Gesetz gebunden, Art. Um dies zu gewährleisten, gibt es die Rechtsaufsicht des Landes. Weisungsangelegenheiten müssen dagegen gemäß den Weisungen der übergeordneten Behörden ausgeführt werden.

Hier gibt es deshalb eine umfassende Fachaufsicht. In der Verwaltungspraxis der Bundesländer ist die Tendenz erkennbar, Aufgaben durch Gesetz hochzuzonen, das heißt den Kommunen zu entziehen. Andererseits werden Gemeinden aber auch neue Aufgaben übertragen. Nicht zuletzt durch zusätzliche Pflicht- und Auftragsangelegenheiten ohne ausreichende Kostendeckung durch Bund und Länder sind viele Gemeinden finanziell handlungsunfähig geworden, sodass sie die Möglichkeiten der kommunalen Selbstverwaltung faktisch nur noch eingeschränkt nutzen können. In den Ländern Berlin und Hamburg besteht der Staat nur aus einer einzigen Kommune.