Zerfall oder Wandel der Kultur? PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Seine Forschungsschwerpunkte sind die aktuelle politische Entwicklung in Russland, die Geschichte der Sowjetunion sowie russische Zerfall oder Wandel der Kultur? PDF- und Sicherheitspolitik.


Författare: Andrea Schuster.
Dissertation Universität Düsseldorf 1998

Russland in der Ära Jelzin 1992 – 1999Liberalisierung, Institutionenentwicklung, Privatisierung und Stabilisierung: Nach dem Ende der Sowjetunion reformierte Präsident Boris Jelzin das Land. Die Transformation brachte aber nicht nur Demokratie hervor, auch bestimmte Eliten gewannen an Macht. Boris Jelzin während eines Krankenhausaufenthalts im November 1995. Die Auflösung der Sowjetunion zum 31.

Dezember 1991 bedeutete auch die Beseitigung von Planwirtschaft und Einparteiensystem und machte den Weg frei für den Übergang zu einer marktwirtschaftlichen Ordnung und die Reform des politischen Systems. Die politische Umgestaltung vollzog sich in zwei Phasen: 1991 bis Dezember 1999 setzte Boris Jelzin eine Reform politischer und wirtschaftlicher Ordnung durch. Wirtschaftsreform und „Doppelherrschaft“: 1991 – Oktober 1993Im März 1990 noch vor der Auflösung der UdSSR hatten in der russischen Unionsrepublik Wahlen zu einem Kongress der Volksdeputierten stattgefunden. Dabei gewannen Gruppierungen eine Mehrheit, die eine weitergehende Systemreform anstrebten. Die Auflösung der Sowjetunion machte den Weg endgültig für eine umfassende Reformpolitik frei. Durch ein Dekret des Präsidenten wurden zum 2.

Januar 1992 für 80 Prozent der Produktionsgüter und für 90 Prozent der Konsumgüter die Preise freigegeben. Parallel dazu wurde ein Privatisierungsprogramm vorbereitet, das im Juni schließlich auch vom Obersten Sowjet verabschiedet wurde. Indes trieben die Reformer die Privatisierung in aller Hast voran – auch mit dem Ziel eine Klasse von Eigentümern als Rückhalt für die Jelzinsche Politik zu schaffen. Bis Ende 1993 hatte man 70 Prozent der Kleinbetriebe in private Hand überführt und bis April 1994 80 Prozent der zur Privatisierung freigegebenen Groß- und Mittelbetriebe in Aktiengesellschaften umgewandelt.

Der Präsident griff schließlich zu einer radikalen Maßnahme, um die Blockade durch das Parlament zu brechen. September löste er per Dekret den Volkskongress und den Obersten Sowjet auf. Damit hatte er seine Kompetenzen zweifellos überschritten. Doch die „Doppelherrschaft“ von Präsident und Parlament hatte die Durchsetzung einer konsequenten und Erfolg versprechenden Reformpolitik 1992 und 1993 weitgehend verhindert. Die – bis heute gültige – Verfassung definiert Russland als einen demokratischen, föderalen Rechtsstaat mit republikanischer Regierungsform und schreibt einen Grundrechtskatalog fest, der u. Die politische Macht ist in der Hand des Präsidenten konzentriert, der die Richtlinien der Politik bestimmt, Russland nach außen und innen vertritt und qua Amt Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist.