Wir glauben das Neue PDF

Europäer an ein Leben nach dem Tod. Dabei scheinen der Phantasie keine Grenzen gesetzt zu sein: Von der Wiedergeburt mit oder ohne Karma, über wir glauben das Neue PDF Entschweben in eine andere Dimension, dem Entgleiten in den Himmel mittels vorbeiziehender Kometen bis hin zum klassischen Himmel mit oder ohne Hölle und Fegefeuer. Tod kommt, umso weniger leidet der Mensch unter den Schmerzen seiner Krankheit oder Verwundung. Das ist allerdings – auch nach Auffassung der Kirche – keine biologische Selbstverständlichkeit wie zum Beispiel die Verwandlung einer Raupe zu einem Schmetterling.


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‚Wir glauben das Neue‘, so sangen im Mai 1939 die Teilnehmer bei der feierlichen Zeremonie zur Eröffnung des ‚Institutes zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben‘ in Eisenach. Das diffuse ‚Neue‘ als nationale Erlösungssehnsucht, verbunden mit Antisemitismus – damit sind zwei wesentliche Motive benannt, die als kulturelle Leitbilder Liturgie und Liturgiewissenschaft unter dem Einfluss der völkischen Bewegung kennzeichneten. Die Beiträge des Bandes rekonstruieren Mentalitäten und Theologien in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und fragen nach dem Zusammenhang mit liturgischen Vorlieben und Entscheidungen. Ausgehend von der historischen Rekonstruktion lautet die übergreifende Frage, wie Liturgie und Liturgiewissenschaft in ihrer kulturellen und mentalitätsgeschichtlichen Bedingtheit bis heute zu fassen sind.
Mit Beiträgen von Alexander Deeg (Leipzig), Christian Lehnert (Leipzig), Hartmut Lehmann (Kiel), André Fischer (Grafenwöhr), Peter Cornehl (Hamburg), Konrad Klek (Erlangen), Christiane Schäfer (Mainz), Thomas Rheindorf (Neuenahr-Ahrweiler), Dirk Schuster (Berlin), Benedikt Kranemann (Erfurt)
[We Believe in the New. Liturgy and Liturgical Science under the Influence of the Völkisch Movement]
“We believe in the new”, thus was the singing in May 1939 of the participants at the solemn opening ceremony of the “Institute for Research and Elimination of the Jewish Influence on Church Life” in Eisenach. The diffuse “new” as a national longing for salvation in connection with anti-semitism – these are two essential motives serving as cultural concepts for liturgy and liturgical science under the influence of the Völkisch Movement. The contributions of this volume reconstruct mentalities and theologies of the first decades of the 20th century and ask for the connection with liturgical preferences and decisions.

Nein, die Kirche bezeichnet das Sterben eines Menschen schon als ein Unglück: Denn die Seele verliert mit dem Leib ihre Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, der Wissensaneignung, der Ausdruckfähigkeit von Gefühlen und noch vieles mehr. Dabei scheint das eigentlich Bedrückende im Tod nicht der leibliche Schmerz zu sein – wovor die Menschen heutzutage verständlicherweise am meisten Angst haben – sondern die zunehmende Einsamkeit. EEine Seele, die ihres Leibes beraubt ist, ist ihres „Weltbezuges“ beraubt, denn der Leib, der der Seele bislang ihren Ort in unserem Universum gab, ist ihr genommen. Sie bildet sozusagen ein Universum für sich. Nun hindert sie nichts mehr, ihren seelischen Regungen, die sie sich im Laufe ihres Lebens zueigen gemacht hat, freien Lauf zu lassen.

Hier spricht die Kirche von drei verschiedenen Zuständen: Himmel, Hölle und Fegefeuer. Hölle wird doch wohl kaum einer freiwillig aufsuchen, oder? Im Grunde ist aber jede Seele ein Ort für sich. Es handelt sich eher um die Art, wie die Seele nun das Universum ihrer eigenen Einsamkeit prägt. Vereinzelung durch den Verlust des eigenen Körpers kein großes Unglück. Gott in der Nähe zu sein, der das eigene Verhalten als moralisch verwerflich abqualifiziert. Alles in allem: Einem solchen Menschen geht es ziemlich schlecht – und trotzdem wird er eher die Einsamkeit wählen als ein Leben in der Gegenwart Gottes.

Nun: Gott gewährt ihm diesen Wunsch. Es gibt allerdings auch Menschen, die sich auch ein wenig – oder ein wenig mehr – nach der Gegenwart Gottes gesehnt haben. Die in allem, was sie getan haben, immer auch den Versuch sahen, Gott näher zu kommen. Menschen, die manchmal sogar Zeit aufgebracht haben, Gott nahe zu sein – natürlich meistens mit Hintergedanken.

Naja, man hat halt seine Bitten und Anliegen. Es ist unser Glaube, dass Gott zu dem kommt, der ihn ruft. Bittet, so wird Euch gegeben, klopfet an, so wird Euch aufgetan. Während die pure Seele leiblos zu niemanden Kontakt aufnehmen kann, kann Gott sich sehr wohl dieser Seele zeigen. Gottesschau nennt die Bibel dieses unsagbare Glück.