Weltkarten – Weltbilder PDF

Jahrhundert angefertigt, ist die Tabula wohl eine Abschrift einer karolingerzeitlichen Vorlage, die wiederum auf das Original einer römischen Straßenkarte zurückgeht. 34 cm große Rollkarte zeigt die den Römern weltkarten – Weltbilder PDF Weltregionen von Britannien bis Indien, ihr westlichster Abschnitt ist bis heute verschollen. Darstellung der damals bekannten Welt, in der die Straßen als Verbindungslinien zwischen einzelnen Etappenorten eingetragen waren.


Författare: Vadim Oswalt.

Auf der ältesten überlieferten Karte der Welt sieht die Erde aus wie die runde Stadt Babylon, mit sternförmigen Strahlen in die umliegenden Wüsteneien hinaus. Auf der »Tabula Peutingeriana« ist sie ein gut sechseinhalb Meter langes und nur 35 cm schmales Bündel von Straßen und Küstenwegen nach Rom, auf der Ebstorfer Weltkarte ein eingekreistes T mit Jerusalem im Scheitelpunkt und Kopffüßlern und anderen Monstren jenseits der Ränder. Auf der »Kangnido« übt ein riesiges, topographisch genau erfasstes China seine Patronage über ein kleines, aber selbstbewusstes Korea. Und auf der »Imperial Federation Map« umlagern dekorativ die Allegorien der Kolonien, ein üppiges Indien, ein markiges pelziges Kanada, ein barbusiges Australien, die »ruling Britannia«. Weltkarten aller Zeiten und Epochen sind vieldeutige Schlüsseldokumente der Globalgeschichte, denn sie zeigen die Welt in einem ganz spezifischen Verständnis und ein individuelles Bewusstsein von einer global vernetzten Welt und dem eigenen Ort darin. Der Gießener Historiker Vadim Oswalt interpretiert zehn dieser weltberühmten Karten als historische Quellen.

Das spätantike Original lässt sich zurückführen auf verschiedene Vorläufer, darunter die Weltkarte des Marcus Vipsanius Agrippa. Die Originalkarte wurde wohl nach 330 angefertigt, da sie bereits die in diesem Jahr eingeweihte Stadt Konstantinopel zeigt. Jedoch war sie nicht auf dem damals aktuellen Stand, da auch noch die Städte Pompeji, Herculaneum, Oplontis und Stabiae angeführt werden, die nach dem Ausbruch des Vesuvs 79 n. Die Originalkarte wurde in der Forschung seit Franz Christoph von Scheybs Untersuchung 1753 als Produkt römischer Kartografie betrachtet. Die spätrömische Straßenkarte ist nur in einer mittelalterlichen Kopie aus dem 12.

Handschrift und übergab sie um 1507 seinem Freund Konrad Peutinger. Danach galt Peutingers Kopie als verschollen. Sie wurde erst 1714 wieder aufgefunden und gelangte 1715 in den Besitz des Prinzen Eugen von Savoyen. Nach seinem Tod im Jahr 1736 erwarb Karl VI. Peutinger erhielt die kaiserliche Druckerlaubnis und bereitete eine Edition vor, verstarb jedoch vorher.

Konrad Peutinger in Augsburg eingesehen hat, wahrscheinlich bei seinem Besuch anlässlich des Reichstags von 1518. Zum Druck der ersten Ausgabe kam es durch den Augsburger Markus Welser, einen Verwandten der Familie Peutinger, 1591 in Venedig, und dann zusammen mit Abraham Ortelius in Antwerpen, auf dessen Qualitätsansprüche hin 1598 das Faksimile überarbeitet wurde. Franz Christoph von Scheyb veröffentlichte seine Ausgabe in Budapest, graviert von S. Ein Exemplar existiert heute in der Amerikanischen Akademie in Rom. Das Faksimile von Konrad Miller stammt aus 1887. Ekkehard Weber legte es 1976 neu auf und warnte vor einigen kleinen Fehlern Millers. Die mittelalterliche Karte wurde in zwölf Segmente zerlegt.

In der Österreichischen Nationalbibliothek trägt sie die Bezeichnung Codex Vindobonensis 324. Die Tabula Peutingeriana bestand ursprünglich aus einer ca. 34 cm breiten Pergamentrolle, die heute in elf Segmente zerlegt ist. Straßenverbindungen sind mit roten Linien, die Städtenamen und Entfernungsangaben mit dunkler Tinte eingetragen. Die Beischriften in karolingischen Minuskeln des 12. Jahrhunderts deuten auf ein süddeutsches Skriptorium hin. Das Gebiet des Imperium Romanum wird bis zu seiner Nordgrenze dargestellt.