Wegbereiter der bundesdeutschen Umweltpolitik PDF

Soziale Marktwirtschaft hat sich als Bezeichnung für die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland sowie der Republik Österreich durchgesetzt. Zunächst wegbereiter der bundesdeutschen Umweltpolitik PDF der Ausdruck kaum verwendet.


Författare: Jürgen Rosebrock.
Umweltpolitik in der Bundesrepublik Deutschland ist keine Erfindung der 1970er-Jahre. Schon in den 1950er- und 1960er-Jahren befasste sich eine Gruppe vorausschauender Politikerinnen und Politiker mit den zeitgenössischen Umweltproblemen und suchte nach Lösungen. Die 1953 gegründete Interparlamentarische Arbeitsgemeinschaft (IPA) vereinte Abgeordnete aus dem Bundestag und den Landtagen, die ein gemeinsames Anliegen verfolgten: Sie wollten überparteilich, parlamentsübergreifend und im Konsens die Lebensgrundlagen des Menschen durch eine nachhaltige Wirtschaftsweise sichern. Die IPA sorgte in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik maßgeblich dafür, dass Umwelt- und Naturschutzfragen auf die Agenda der Parlamente kamen – so zum Beispiel die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, die Verpestung der Luft oder die Vergiftung der Gewässer. Auf ihre Initiative hin und dank ihrer Hartnäckigkeit entstanden Gesetze, von denen einige im Kern bis heute fortgelten und unsere unmittelbare Lebenswelt prägen. Auch der konsensuale Ansatz der IPA ist geeignet, den aktuellen Umweltdiskurs zu bereichern.

Die breite gesellschaftliche Bezugnahme auf den Begriff Soziale Marktwirtschaft bedeutet jedoch keineswegs, dass sich alle darin einig sind, was unter Sozialer Marktwirtschaft zu verstehen sei. Viele wissenschaftliche und politische Publikationen gehen von einer eigentlichen Ursprungsbedeutung aus. Reaktionen auf den Korea-Boom sowie auf die sozialpolitischen Weichenstellungen der 1950er Jahre bezug genommen. Vielmehr müsse sie als das sich stets weiter entwickelnde Ergebnis eines dynamischen Prozesses gedacht werden. Das Ergebnis sei jedoch keine Leerformel, sondern etwas Neues. Nach Dieter Cassel und Siegfried Rauhut gebe es eine Ursprungsbedeutung. Sie plädieren für eine Rückbesinnung auf eine solche Ursprungsbedeutung.

Seit den 1950er Jahren hat sich der Begriff Soziale Marktwirtschaft auch als Bezeichnung für die reale Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland eingebürgert. Die Wirtschaftspolitik der verschiedenen Bundesregierungen orientierte sich allerdings in der Praxis an wechselnden politischen Zielvorstellungen. Die meisten Autoren gehen davon aus, dass sich die Soziale Marktwirtschaft seit 1948 weiterentwickelt hat, ohne dass sich die fundamentale Charakteristik des Wirtschaftssystems geändert hat. Andere sind der Ansicht, dass die reale Wirtschaftsordnung seit 1957 bzw.

1960er Jahren nicht mehr den Vorstellungen Ludwig Erhards entspreche. Die Soziale Marktwirtschaft versucht die Vorteile einer freien Marktwirtschaft, insbesondere eine hohe Leistungsfähigkeit und Güterversorgung, mit dem Sozialstaat als Korrektiv zu verbinden, der mögliche negative Auswirkungen von Marktprozessen verhindern soll. Nach Ansicht von Otto Schlecht, der seit 1953 im Bundeswirtschaftsministerium arbeitete, seien neben Walter Eucken und Ludwig Erhard vor allem Alexander Rüstow, Wilhelm Röpke, Franz Böhm, Friedrich A. Lutz, Leonhard Miksch und Fritz W. Ein theoretischer Beitrag von Ludwig Erhard zur Sozialen Marktwirtschaft wird hingegen von einer Reihe von Autoren verneint. Geprägt durch die christliche Soziallehre und die Wicksellsche Konjunkturtheorie vertrat er am deutlichsten die Idee von der staatlichen Einflussnahme auf die Ergebnisse der Marktwirtschaft.