Warum arbeitet die Fabrik mit Verlust? PDF

Dieser Artikel behandelt den Film von Charlie Chaplin. Warum arbeitet die Fabrik mit Verlust? PDF Chaplin in den Jahren 1933 bis 1936 geschaffener US-amerikanischer Spielfilm, der am 5.


Författare: Henry L. Gantt.

Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer Book Archives mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor 1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.

Im Vorspann dreht sich ein Sekundenzeiger über eine bildfüllende Uhr. Es erscheint eine Schafherde, in deren Mitte ein schwarzes Schaf mitläuft. Arbeiter drängen dicht an dicht aus dem Schacht einer U-Bahn-Station in die Fabrik. Einer von ihnen ist Charlie, der Tramp. Band kommt und eine neuartige Erfindung testen möchte. Es handelt sich dabei um eine Maschine, die Arbeiter automatisiert füttern soll. Nach einiger Zeit gerät er komplett in das Maschinengetriebe der Anlage.

Mit seinen zwei Schraubenschlüsseln rennt er hinter der Chefsekretärin her, da er ihre großen Kleidungsknöpfe für Schraubenköpfe hält. Wild schraubend auf der Straße angelangt, lenken ihn die Schrauben eines Straßenhydranten von der Frau ab. Als er versucht dem Fahrer dieses Fähnchen hinterher zu bringen, gerät er unter demonstrierende Arbeitslose und wird in eine Schlägerei mit der Polizei hineingezogen. Mit der Fahne voran wird er aus dem Abwasserkanal herausgezogen, in dem er sich versteckt hat, und kommt schließlich als vermeintlicher Arbeiterführer ins Gefängnis. Ein Empfehlungsschreiben vom Gefängnisleiter verhilft ihm zu einem Job in einer Werft, wo bereits seine erste Tätigkeit zur Versenkung eines halbfertigen Schiffes im werftnahen Meer führt. Er macht sich daraufhin schnell aus dem Staub.

Auf der Straße sieht Charlie, wie ein schon erwachsenes Waisenmädchen wegen Brotdiebstahls verhaftet werden soll. Da er ohnehin wieder zurück ins Gefängnis möchte, lässt er sich anstatt ihrer verhaften. Unterdessen hat seine Freundin eine eigene Bleibe für sie gefunden, eine Bruchbude, in welcher beide unverdrossen eine detailgetreue Karikatur kleinbürgerlichen Lebens zelebrieren. Charlie erneut auf freiem Fuß, arbeitet nun als Schlossergehilfe. Diesmal gerät sein Kollege in eine große Maschine, Charlie flößt dem Eingeklemmten in der Mittagspause Nahrung ein und befreit ihn. Dann erfahren beide, dass Streik ausgerufen ist.

Das Mädchen findet schließlich einen Job als Tänzerin in einem Tanzlokal, wo auch Charlie zum Bedienen und Singen angestellt wird. Bei der Kellnerarbeit geht zwar einiges schief und seinen Liedtext kann er sich nicht so recht merken, aber Charlie bewährt sich mit einer improvisierten Lachnummer. Doch dann taucht der behördliche Vormund des Mädchens auf und will es aus dem Lokal holen und von Charlie trennen. Charlie Chaplin arbeitete an Modern Times im historischen Umfeld der Great Depression. Oktober 1934 und endeten am 30. Die Darstellerin des hungrigen Straßenmädchens, Paulette Goddard, wurde wenig später Chaplins Frau. Die Szene mit dem unfreiwilligen Drogenrausch Charlies im Gefängnis war seinerzeit sehr gewagt, war doch 1930 eine freiwillige Zensurbestimmung angeordnet worden.

Diese auch Hays Code genannte Vorgabe war eine Zusammenstellung von Richtlinien zur Produktion von US-amerikanischen Filmen im Hinblick auf eine moralisch akzeptable Darstellung besonders von Kriminalität und sexuellen Inhalten. Die United Artists-Produktion kostete anderthalb Millionen Dollar. In den USA war diese hinter San Francisco und The Great Ziegfeld der dritt umsatzstärkste Film des Jahres. In Chaplin’s Heimat Großbritannien der erfolgreichste Film 1936. Moderne Zeiten gilt als Satire auf den Tonfilm: Toneffekte werden lediglich zu dramaturgischen Zwecken eingesetzt. Noch 1936 ist Chaplins Befürchtung spürbar, Sprechfilme würden die Fähigkeit zur Pantomime zerstören, die er als Grundlage der Filmkunst ansah. Nicht-Besitzer von Apparaten hingegen bleiben ungehört.

In Charles Bowers Stummfilm He Done His Best von 1926 spielt der Filmemacher Bowers einen ursprünglich als Tellerwäscher eingestellten Mann, der ein voll automatisiertes Restaurant erfindet, das von ihm über eine große Schalttafel gesteuert werden kann. Arbeiter im Film mit den übergroßen Maschinen, sozusagen gegen eine übermachtige Maschinenwelt? Dem Zuschauer bieten sich viele Interpretationsmöglichkeiten. Der Film kritisiert den durch die Industrialisierung hervorgerufenen Verlust von Individualität durch Zeitdruck und monotone, durch Maschinen geprägte Arbeitsabläufe.