Wörterbuch zur politischen Ökonomie PDF

Gemeinwohl wird verstanden als Gegenbegriff zu bloßen Einzel- oder Gruppeninteressen innerhalb einer Gemeinschaft. Dabei bezog sich der Begriff des Gemeinwohls bei Aristoteles notwendig auf die Polis. In der Stoa wurde er auf die wörterbuch zur politischen Ökonomie PDF Menschheit erweitert.


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Dieser Band ist ein Worterbum zur – nimt "der" – politismen Okonomie. Wir haben nimt den Ehrgeiz, in wohlabgewogener Weise alle Fragen zu erortern, die mit dem Zusammenwirken okonomismer und politismer Fakten und Entwicklungen verbunden sind. Eine solme Aufgabe konnte, wenn uber­ haupt, nur in streng systematismer Ordnung, von einem Einzelnen oder einer kleinen Arbeitsgruppe gemeistert werden, nimt aber von 50 Autoren in einem alphabetismen Lexikon. Deshalb darf der Benutzer dieses Worterbums keine einheitlime wissen­ smaftstheoretisme und -politisme Position erwarten. Er wird in den Artikeln vielmehr drei versmiedene "Ansiitze" vorfinden: den marxistismen, den der "Neuen Politismen Okonomie" und den systemwissensmaftlimen Ansatz der Politismen Wirtsmafts- und Gesellsmaftslehre (naheres im Artikel "Politisme Okonomie"). Wir haben uns aum nimt vorgenommen, ein Namsmlagewerk fur die zahl­ losen Famausdrucke der Politologie, der Okonomie und anderer Sozial­ wissensmaften zu erstellen. Das mogen die Speziallexika dieser Wissensmaf­ ten leisten. Das Worterbum zur Politismen Okonomie versumt vielmehr, in seinen rund 90 Beitragen, auf besmranktem Raum, wimtige Probleme der Beziehungen zu behande1n, die zwismen Strukturen und Prozessen in okonomismen und poli­ tismen Systemen oder Subsystemen bestehen, und zwar von versmiedenen, aber durmweg kritischen Gesimtspunkten aus. Damit soil beiden geholfen werden: der Volks- (und Betriebs-)wirtsmaftslehre, die sim erfreulimerweise wieder auf die politisme Bedeutung des – allzulange isoliert betramteten – Wirtsmaftsablaufs zu besinnen beginnt; und zugleim der Politologie, die sim, aum auBerhalb des Neo-Marxismus, bemuht, uber bloBe Lippenbekenntnisse zur Bedeutung "des" Wirtsmaftlimen fur "das" Politisme hinauszukommen.

In vielen politischen Philosophien hat das Gemeinwohl eine große Bedeutung. Die nähere inhaltliche Bestimmung hängt von der zugrunde gelegten Konzeption der politischen Gerechtigkeit ab. In der neuzeitlichen politischen Philosophie steht das Gemeinwohl des Staates im Vordergrund. Der Begriff findet Verwendung in der Philosophie, der Politik, der Rechtsprechung und der Soziologie.

Lösung für den oben genannten Dissens angeboten. Einerseits wird die konkrete Ausgestaltung dessen, was als Gemeinwohl gelten soll, als offen, kontextabhängig und nicht vorab bestimmbar angenommen. Gemeinwohl ist ein Terminus der klassischen politischen Philosophie, der Naturrechtslehre des Mittelalters und der Aufklärung sowie der katholischen Rechtsphilosophie. Der griechische Philosoph Platon schreibt in seinem staatsphilosophischen Hauptwerk, der Politeia, dass nur Philosophen wüssten, was dem Gemeinwohl dient, und diese deshalb die Regierung übernehmen sollten. An dieser Auffassung knüpft 1967 Herbert Marcuse an. Nach Aristoteles ist das Ziel der Polis das Glück ihrer Bürger. Der Einzelne kann sein Glück nicht durch ein nur privates Leben und durch eine nur private Bedürfnisbefriedigung erreichen.

Glück erreicht der Bürger nur, indem er sich für das Allgemeine engagiert. Dies entweder durch theoretische Forschung oder durch eine vernünftige Regelung der öffentlichen Belange. Die Stoa fasst das Gemeinwohl als das für alle Menschen Gute auf. Lebensbedürfnis, inmitten einer Gesellschaft, die keinen Staat als oberste Ordnungsinstanz kannte. Ausgehend davon wurde das moderne bürgerliche Bewusstsein wesentlich geprägt. Nach Gottfried Wilhelm Leibniz dient alles Recht dem Gemeinwohl.

Bei Christian Wolff wird das Gemeinwohl individualistischer als das äußere Wohlergehen aller verstanden. Zwischen dem Individualwohl und dem Gemeinwohl soll dadurch vermittelt werden. Nach Adam Smith sei das Gemeinwohl das Ergebnis friedlicher, nach Verwirklichung eigener Interessen strebender Prozesse. Politisch ein Gemeinwohl verfolgen zu wollen, wird als unmöglich und kontraproduktiv postuliert. Als das Gegenteil einer gemeinwohlorientierten Politik gilt eine von persönlichen Machtinteressen bestimmte Politik. Interesse eines Gemeinwohls a priori liegend einordnen. Die Annahme, dass es überhaupt ein Gemeinwohl geben könne, das a priori feststellbar sei, wird insbesondere von den Vertretern des Pluralismus abgelehnt.

Demnach kann sich Gemeinwohl nur a posteriori, aus einem freien und fairen Prozess der staatlichen Willensbildung unter Einbeziehung der Interessengruppen ergeben. Nutzen stiften, als durch sie Nutzen in den anderen Gruppen der Gesellschaft verloren geht, gelten als Steigerung des Gemeinwohls. Streit daran entzünden muss, ob ein Vorhaben tatsächlich die Wohlfahrt mehrt oder mindert. Nach der Diskurstheorie von Jürgen Habermas kann das Gemeinwohl im herrschaftsfreien Diskurs, der auf den Ausgleich der unterschiedlichen Interessen abzielt, über Einsicht bestimmt werden. Staatliche Gewalt wird vom Bundesverfassungsgericht als dem Gemeinwohl verpflichtet angesehen. Damit der Eingriff in ein Grundrecht nicht unverhältnismäßig ist, muss der Gesetzgeber legitime Gemeinwohlinteressen verfolgen. Das Gemeinwohlkriterium ist in verschiedenen Gesetzen positiviert und bedarf als unbestimmter Rechtsbegriff der Auslegung.

Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Anliegen, Denkmalpflege eine Gemeinwohlaufgabe von hohem Rang, die einschränkende Regelungen im Sinne von Art. Gesetzliche Regelungen der Berufsausübung nach Art.

Bestand haben zu können, müssen Eingriffe in die Berufsausübungsfreiheit auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, die durch ausreichende Gründe des Gemeinwohls gerechtfertigt ist . Die aus Gründen des Gemeinwohls unumgänglichen Einschränkungen der Berufsfreiheit stehen unter dem Gebot der Verhältnismäßigkeit . Daher müssen die Eingriffe zur Erreichung des Eingriffsziels geeignet sein und dürfen nicht weiter gehen, als es die Gemeinwohlbelange erfordern . In der Betriebswirtschaftslehre wird die Orientierung am Gemeinwohl vor allem in der verhaltenswissenschaftlich orientierten Variante thematisiert. Funktion von Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und des Non-Profit-Sektors, die in je spezifischer Weise konstitutiv für ein soziales System sind, dieses produzieren und reproduzieren. In der managementorientierten Betriebswirtschaftslehre wird das Gemeinwohl aktuell unter dem Begriff Public Value als Leistungsindikator und Legitimationsgrundlage organisationalen Handelns verstanden.

Damit verknüpft ist die Annahme, dass jede Organisation allein durch ihr Kerngeschäft einen Beitrag zur Stabilisierung bzw. Weiterentwicklung des Gemeinwesens leistet und somit das Gemeinwohl beeinflusst. Public Value-Ansatz an Bedeutung, wenn sie ihre Rolle im gesellschaftlichen Umfeld bestimmen wollen. Neben dem Risikomanagement geht es um die strategische Positionierung und die Legitimation unternehmerischer Tätigkeit im gesellschaftlichen Umfeld. Das Neue daran ist eine ganzheitliche Betrachtung, bei der die finanziell-ökonomische Wertschöpfung nur einen Ausschnitt des Gemeinwohl-Beitrages darstellt. Kritiker bemängeln an Felbers Modell vor allem ökonomische Aspekte.