Vom Konfektionsgewerbe zur Bekleidungsindustrie PDF

Die Vom Konfektionsgewerbe zur Bekleidungsindustrie PDF ist einer der ältesten und, nach Zahl der Beschäftigten und Umsatz, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des produzierenden Gewerbes. Die Textilindustrie ist die wichtigste Vorstufe der Bekleidungsindustrie. Beide Industriezweige unterscheiden sich in den angewendeten Herstellungstechnologien. Heute gibt es in Mitteleuropa so gut wie keine Betriebe mehr, in der sämtliche Produktionsstufen vom Rohstoff bis zum Endprodukt betrieben werden.


Författare: Friedrich-Wilhelm Döring.
Die Bekleidungsindustrie hat gegenüber 'klassischen' Industriezweigen in ihrer über 150jährigen Geschichte einen ganz anderen Verlauf genommen. Insbesondere führte der Einsatz der Nähmaschine zunächst nicht zur Kleiderfabrik, sondern zur Entfaltung eines facettenhaften Beziehungsgeflechtes zwischen Verlegern und hausindustriellen Kleiderproduzenten. Mittels einer Längsschnittanalyse wird die Entwicklung der Herstellung von Fertigkleidung von der handwerklich-verlagsmäßigen zur industriell-fabrikmäßigen Organisation untersucht. Sowohl in sozial- als auch in technik- und wirtschaftshistorischer Perspektive geht es darum, vorindustrielle und industrielle Strukturen des Produktionsprozesses von Fertigkleidung zu rekonstruieren und deren branchentypische Verlaufsform aus dem Wirkungszusammenhang sozio-ökonomischer Einflußgrößen zu erklären.

Von der Textil- und Bekleidungsindustrie hängen direkt und indirekt Arbeitsplätze in anderen Industriezweigen ab. Des Weiteren kann nach der Art der verarbeiteten Rohstoffe unterschieden werden zwischen Leinenindustrie, Baumwoll-, Woll-, Seiden-, Chemiefaser- und Bastfaserindustrie. Die Textilindustrie gehört zu den ältesten Industriezweigen. Als eine ausgesprochen arbeitsintensive Produktion trug sie wesentlich zum Einfluss einzelner Regionen bei. Macht und Einfluss der italienischen Stadt Lucca im 13. Jahrhundert beruhte beispielsweise zu einem großen Teil auf der Seidenindustrie dieser Stadt.

Karder kämmten die Rohwolle und befreiten sie so von groben Verunreinigungen, Spinner verarbeiteten die Wollfasern zu Fäden weiter und Weber produzierten aus den Wollfäden schließlich Tuch. Solche aus Wolle gefertigten Stoffe mussten häufig darüber hinaus gewalkt werden. Durch Hollandgänger, die auch mit Leinen handelten, entwickelte sich so im nord- und westdeutschen Raum, besonders im Münsterland, die Textilindustrie. Jahrhundert stieg die Nachfrage nach Textilien mit zunehmender Bevölkerung stark an. So entwickelte sich zunächst das Verlagssystem, bei dem ein Verleger das Rohmaterial ankaufte, es gegen Lohn verspinnen und weben ließ und dann schließlich das fertige Produkt vertrieb. Die Spinner und Weber kamen fast ausschließlich aus den ländlichen Unterschichten.

Oft musste die ganze Familie durch ihre Arbeit das Einkommen sichern. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die britische Textilindustrie zur Hauptkonkurrenz für die Betriebe auf dem europäischen Festland. Im Umfeld der Betriebe der Textilindustrie entstanden Zulieferindustrien, in denen Dampfmaschinen und Maschinen für Spinnereien und Webereien produziert wurden.

Damit wurde ebenfalls Sachsen zu einem Zentrum des Textilmaschinenbaus in Deutschland. Von 1955 bis 1980 gingen in der Bundesrepublik Deutschland über 400. 000 Arbeitsplätze in der Textil- und Bekleidungsindustrie verloren. In den 1950er Jahren mussten viele Firmen aufgeben. Weitere Gründe für den Niedergang der Textilindustrie waren steigende Reallöhne.

Dezember 1958 war die Deutsche Mark wieder voll konvertibel. In der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie gingen seit 1980 rund 450. Deutschland verkauften Textilien werden auch in Deutschland hergestellt. Die Textilindustrie hat heute in Europa nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Die Textil- und Bekleidungsindustrie in Deutschland ist heute noch ein traditionsreicher Zweig des produzierenden Gewerbes.

300 nahezu ausschließlich mittelständischen Betrieben der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie erzeugen rund 130. 000 Beschäftigte einen Umsatz von rund 28 Mrd. Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mittelständisch geführt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beschäftigt weniger als 100 Mitarbeiter, weniger als 10 Unternehmen haben mehr als 1000 Beschäftigte. Zahlreiche Unternehmen sind seit Generationen im Familienbesitz. Etwa ein Drittel der Industrie ist der Bekleidungsindustrie zuzuordnen, zwei Drittel der Textilindustrie. Die Zukunftsperspektiven der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie liegen vor allem im Bereich der sogenannten Technischen Textilien und ihrer vielfältigen Anwendungs- und Verwendungsmöglichkeiten.