Verschieden und doch gemeinsam? PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte Verschieden und doch gemeinsam? PDF, Leonrodstraße 46 b, 80636 München. Widerstand und Selbstbehauptung von Juden im Nationalsozialismus Die Hauptsache, daß mein Traum verwirklicht ist. Ich habe es erlebt, eine Widerstandsaktion im Warschauer Getto.


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Unser Schulsystem, das weiß jeder, ist nicht perfekt.
Anstatt aber auf seine Veränderung zu warten, können wir es von innen reformieren.
Im vorliegenden Buch zeigen wir konkret auf, wie man auch im bestehenden Bildungssystem mit bewährten Grundelementen, wie z.B. der Ganztagsschule, der Jahrgangsmischung oder der Begabungsförderung, die Schule verändern kann, um sie für alle Kinder passender zu gestalten – und einen wichtigen Schritt zu einer demokratisch-inklusiven Schule zu machen.
Unsere Forderung ist damit viel konkreter: "Wir wissen, was zu tun ist, also lasst uns endlich damit anfangen!"
Der vorliegende Band zeigt in Anlehnung an unseren kürzlich erschienenes Werk zur Theorie einer demokratisch-inklusiven Schule konkrete Umsetzungsbeispiele und Praxisperspektiven auf

In ihrer ganzen Pracht und Größe. Dies schrieb Mordechai Anielewicz, Kommandeur der Jüdischen Kampforganisation, während des Aufstands im Warschauer Getto kurz vor seinem Tod an einen Freund. Dieser Aufstand ist der bekannteste Akt jüdischen Widerstands in Europa. Daneben verblassten andere Formen der Auflehnung und Selbstbehauptung von Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Ihm gleichsam entgegengestellt wurde lange das Narrativ der jüdischen Massen, die passiv geblieben und „wie die Schafe zur Schlachtbank“ gegangen seien. Abgesehen davon, dass diese Wertung immer nur im Hinblick auf die jüdischen Verfolgten des NS-Regimes gemacht wurde: Die Frage, warum sich nicht mehr Juden zur Wehr gesetzt hätten, ignoriert die spezifischen Bedingungen, unter denen die ausgegrenzten, isolierten und geschwächten Juden handelten.

Ihr liegt außerdem ein sehr enger Widerstandsbegriff zugrunde, der all diejenigen diskreditiert, die nicht mit Waffen gekämpft haben. In den vergangenen Jahren hat sich die Wahrnehmung jüdischer Reaktionen auf Verfolgung und Vernichtung deutlich ausdifferenziert. Die Vielfalt von Handlungsweisen, die Forscherinnen und Forscher inzwischen auf Seiten der verfolgten Juden beschreiben, zeigt, dass von allgemeiner Passivität keine Rede sein kann. Die Formen, die widerständiges Verhalten annehmen konnte, hatte viel mit den Bedingungen im jeweiligen Land zu tun. Jüdische Traditionen oder der Grad der Assimilation spielten hier eine Rolle, vor allem aber die Einstellungen der lokalen Bevölkerung und die Art und Geschwindigkeit, in der die Nationalsozialisten die antijüdische beziehungsweise die Vernichtungspolitik umsetzten. Juden schlossen sich in Ländern, in denen sie in hohem Maße in die Mehrheitsgesellschaft integriert waren, eher den jeweiligen nationalen, meist kommunistischen oder sozialdemokratischen Gruppen an, denen sie auch schon in der Vorkriegszeit politisch nahestanden.

Europaweit gab es verschiedenste widerständige Handlungen von Juden. Zu nennen ist hier neben bewaffneten Aktionen in Gettos und sogar in Vernichtungslagern das Wirken von Partisanen in verschiedenen Ländern, Fluchten in die Wälder und das Untertauchen auf der „arischen“ Seite. Untergrundorganisationen verteilten Flugblätter und Zeitschriften, manch einer versuchte, die Arbeit in den Fabriken und Werkstätten in den Gettos zu sabotieren. In Westeuropa inklusive Deutschland lag der Fokus auf der Rettung von Menschenleben, vor allem durch organisierte Hilfe bei der Flucht in sichere Staaten oder das Untertauchen im eigenen Land. Ungefähr 1700 Juden überlebten etwa in Berlin im Versteck oder unter Annahme einer falschen Identität.

Speziell die Rettung von Kindern stand im Mittelpunkt vieler Bemühungen. So war eine der Aufgaben des Jüdischen Verteidigungskomitees in Belgien die organisierte Rettung von Kindern vor der Deportation. Doch nicht nur nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs widersetzten sich Juden. Juden im Deutschen Reich, weigerten sich, Anordnungen zu befolgen oder waren besonders in linken Widerstandsorganisationen aktiv. Die Situation der jüdischen Aktivisten war komplizierter als die der nichtjüdischen nationalen Gruppen, und zumindest in Osteuropa organisierten die über viele Gettos verstreut und damit voneinander isoliert lebenden Juden ihr Handeln im Angesicht einer umfassenden gegen sie gerichteten Vernichtungspolitik. Sie waren auf Hilfe von außen angewiesen, doch standen ihnen erhebliche Teile der jeweiligen lokalen Bevölkerung gleichgültig oder gar feindselig gegenüber.

Ein erheblicher Teil der von den Nationalsozialisten verfolgten und in den meisten Fällen ermordeten Juden machte die Erfahrung, in einem Getto leben zu müssen. Zur Waffe griffen nur die wenigsten von ihnen. Aber diese Menschen reagierten auf vielfältige Art und Weise auf Verfolgung und Erniedrigung. Zeitgenössische Quellen gibt es nur wenige, da Untergrundaktivitäten gerade nicht dokumentiert wurden, um sie geheim zu halten. Die meisten Informationen haben wir aus den Erinnerungen überlebender Kämpferinnen und Kämpfer.

Die Initiative zur Gegenwehr ergriffen zumeist jüngere Männer und Frauen, die bereits in politischen Organisationen beziehungsweise Jugendbewegungen zusammengeschlossen und in den Gettos weiterhin aktiv waren und sich regelmäßig trafen, um über die gegenwärtige Situation und angemessene Reaktionen zu diskutieren. Es waren oftmals diese politisch organisierten Gettobewohner, die sich in der Selbsthilfe durch Unterstützung der Ärmsten, aber auch für Bildung und Kultur engagierten. Als sie allmählich von den Massenmorden in den Vernichtungslagern oder durch Erschießungen erfuhren, erschien vielen von ihnen eine Revolte immer zwingender. Manche der dann entstehenden Bewegungen waren über die Gettogrenzen hinaus vernetzt. Andere Gruppierungen, gerade diejenigen in kleineren Gettos, mussten vollständig unabhängig voneinander agieren. Lange stritten die Mitglieder der Untergrundbewegungen über den Sinn eines bewaffneten Aufstandes, der doch wahrscheinlich relativ geringe Wirkung haben, aber mit Sicherheit den Tod unzähliger unbewaffneter Frauen, Kinder und Männer nach sich ziehen würde. Konnte eine Handvoll Aktivisten sich dafür entscheiden zu kämpfen, wenn sie damit riskierte, das gesamte Getto einer brutalen Kollektivstrafe auszusetzen?