Verfassung und Verwaltung des Deutschen Ordens und seiner Herrschaft in Livland PDF

Verfassung und Verwaltung des Deutschen Ordens und seiner Herrschaft in Livland PDF ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel. Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Der Deutsche Orden, auch Deutschherrenorden oder Deutschritterorden genannt, ist eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft.


Författare: Bernhart Jähnig.
Seit der Eroberung im 13. Jahrhundert war der Deutsche Orden in Livland eine bestimmende Kraft und errichtete eine Landesherrschaft, die weite Teile der Region erfasste. Im Laufe der Zeit entwickelten die Angehörigen des Ritterordens zum Teil durchaus eigene Formen von Verfassung und Verwaltung, die im vorliegenden Band erstmals monographisch behandelt werden. Aspekte der Burgenverfassung, Kirchenvogtei, Ämterhierarchie und Zentralverwaltung nehmen in der Darstellung breiten Raum ein.

Der vollständige Name lautet Orden der Brüder vom Deutschen Hospital Sankt Mariens in Jerusalem, lateinisch Ordo fratrum domus hospitalis Sanctae Mariae Teutonicorum Ierosolimitanorum. Aus der lateinischen Kurzbezeichnung Ordo Teutonicus leitet sich das Ordenskürzel OT ab. Die Ursprünge des Ordens liegen in einem Feldhospital bremischer und lübischer Kaufleute während des Dritten Kreuzzuges um 1190 im Heiligen Land bei der Belagerung der Stadt Akkon. Durch die schwere militärische Niederlage bei Tannenberg im Sommer 1410 gegen die Polnisch-Litauische Union sowie einen langwierigen Konflikt mit den preußischen Ständen in der Mitte des 15.

Jahrhunderts beschleunigte sich der um 1400 einsetzende Niedergang sowohl des Ordens als auch seines Staatswesens. Nach linksrheinischen Gebietsverlusten im späten 18. Jahrhundert infolge der Koalitionskriege und nach der Säkularisation in den Rheinbundstaaten zu Beginn des 19. Die geschichtswissenschaftliche Rezeption befasste sich im 19. Deutschordensstaat wurde mit dem Orden selbst gleichgesetzt. Entwicklung in Europa und Palästina bis zum Ende des 13. Territoriale Verluste und Umstrukturierungen im 19.

Verwaltungsstruktur in der Mitte des 14. Infolge der vernichtenden Niederlage der Kreuzfahrer 1187 in der Schlacht bei Hattin ging die Hauptstadt des Königreichs Jerusalem an Saladin, den Begründer der Ayyubiden-Dynastie, verloren. Das bewährte Hospital blieb auch nach der Eroberung Akkons bestehen. Erinnerung an ein Spital, das bis 1187 in Jerusalem bestanden haben soll. In der Heiligen Stadt sollte nach dem erwarteten Sieg über die Muslime auch das Haupthaus des Ordens errichtet werden.

Das Spital gewann durch Schenkungen, vor allem von Heinrich von Champagne, an wirtschaftlicher Bedeutung. Zudem erhielt der Orden neue militärische Aufgaben. Während des Deutschen Kreuzzugs wurde im März 1198 die Gemeinschaft der einstigen Krankenpfleger auf Betreiben Wolfgers von Erla und Konrads von Querfurt nach dem Vorbild der Templer und Johanniter in den Stand eines Ritterordens erhoben. Spätere historisierende Darstellung aus einer Chronik des 16. Rüstung und Kopfbedeckung des Hochmeisters entsprechen nicht der dargestellten Zeit. Die Mitglieder des Ordens waren auf die Gelübde der Armut, der ehelosen Keuschheit und des Gehorsams verpflichtet. Stimmrecht im Generalkapitel wurde hingegen nur Ritter- sowie Priesterbrüdern zugebilligt.

Ritter geschlagene Mann konnte in der Anfangszeit mit der Profess unter dem Beistand eines glaubwürdigen Bürgen zum Ordensritter avancieren. Jahrhundert war die Würde eines Ritters gebürtigen Adligen vorbehalten. Priesterbrüdern: Den Ordenspriestern oblag die Einhaltung der Liturgie und die Durchführung sakraler Handlungen. Des Weiteren fanden im Verlauf des Mittelalters die Priesterbrüder aufgrund ihrer schriftkundlichen Bildung Verwendung als Chronisten oder Kanzleibeamte der Ordensgebieter. Sariantbrüdern: Es handelte sich um bewährte nichtadelige Laien, die als leichtbewaffnete Kämpfer, Kuriere oder untergeordnete Verwaltungsbeamte dienten.

Sariantbrüder gab es nur bis zum Ende des Mittelalters. Diese Gruppe erledigte untergeordnete Arbeiten in Hof- und Haushaltung, versah aber auch Wachdienste. Der Zweig der dienenden Halbbrüder existierte bis zum Ende des Mittelalters. Neben militärischen Aufgaben blieben zunächst Krankenpflege und Armenfürsorge wichtige Schwerpunkte der Ordenstätigkeit. Durch Schenkungen und Erbschaften fielen den Ordensrittern beträchtlicher Landbesitz und zahlreiche Hospitäler zu.

1221 gelang es dem Orden durch ein päpstliches Generalprivileg, seine volle Exemtion von der Diözesangewalt der Bischöfe zu erlangen. Jahrhunderts erhielt der Orden erste Besitzungen in Europa. 1197 wurde erstmals ein Hospital des Ordens in Barletta in Süditalien erwähnt. 1229 vorbehaltlos die Kreuzfahrt von Kaiser Friedrich II.

Hochmeister Hermann von Salza maßgeblich beteiligt war. Kontingente der Ordensritter unterstützten 1241 die vom Angriff der mongolischen Heere unter Batu Khan betroffenen mitteleuropäischen Herrschaftsgebiete. Dennoch zeichnete sich ein Ende der Kreuzfahrerherrschaft im Heiligen Lande ab. 1229 auf friedlichem Wege erworbene Jerusalem fiel 1244 endgültig.