Universitätsgründung im Ernestinischen Gebiet – Einfluss der landesherrlichen Politik in Wittenberg PDF

Wittenberg ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Wittenberg, seit 1938 amtlich Lutherstadt Wittenberg, ist eine Stadt im östlichen Universitätsgründung im Ernestinischen Gebiet – Einfluss der landesherrlichen Politik in Wittenberg PDF des Landes Sachsen-Anhalt und Sitz des Landkreises Wittenberg. Herausragende Bedeutung erlangte Wittenberg als eines der wichtigsten deutschen Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen im 16.


Författare: Carolin Günther.

Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte Europa – and. Länder – Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,7, Technische Universität Dresden (Geschichte), Veranstaltung: Bildungsgeschichte der Reformation. Universitäten und Schulen im 16. Jahrhundert in Mitteldeutschland, Sprache: Deutsch, Abstract: "O Jahrhundert! Die Geister erwachen, die Studien blühen, es ist eine Lust zu leben!" Mit diesen Worten beschrieb der Humanist Ulrich von Hutten den Anbruch des 16. Jahrhunderts, der vom Übergang des Mittelalters zur Frühen Neuzeit und der Reformation geprägt war. Zu dieser komplexen Entwicklung in der deutschen Geschichte gehört unweigerlich der Begriff Wittenberg dazu. Von hier aus hatte die deutsche Reformation nicht nur ihren Ausgangspunkt genommen, sondern leuchtete der deutschen Gesellschaft auch den Weg in das neue Jahrhundert hinein.
Von größter Bedeutsamkeit wurde in Wittenberg die dort von Kurfürst Friedrich dem Weisen gegründete Universität, die von den aufstrebenden Humanisten bald ,Leucorea‘, übersetzt "weißer Berg", genannt wurde. Von Historikern unangefochten wurde die Wittenberger Hochschule "diejenige alma mater, von der aus das deutsche Geistesleben in der einzigartigsten und tiefgreifendsten Weise befruchtet und erneuert worden ist" .
Im Folgenden soll dargelegt und untersucht werden, inwiefern und in welchem Ausmaß der Kurfürst selbst Einfluss auf die Gründung der Universität ausgeübt hatte und ihr durch seine persönliche Prägung den Charakter einer Landesuniversität verliehen hatte. Dazu werde ich zunächst beleuchten, aus welchen Gründen es zur Gründung kam und welche Ziele der Kurfürst damit verfolgte. Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Vorgehen Friedrichs im Vorfeld und in den Anfangsjahren der Universitätsgründung […]

Wittenberg liegt im Gebiet des norddeutschen Tieflandes im Osten Sachsen-Anhalts. Das Stadtzentrum und der größte Teil des Stadtgebietes befinden sich am Nordufer der Elbe. Nördlich der Stadt befinden sich ausgedehnte Kiefernwälder, während die Elbauen südlich der Stadt flach und unbewaldet sind. Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Maßgeblichen Einfluss auf das Klima der Stadt haben der Regenschatten des Harzes als Einflussgebiet und die sandige Umgebung der Stadt im Fläming sowie der Dübener Heide. Die Speicherung von Wärme in den sandigen Sedimentschichten kann zu klimatischen Phänomenen führen.

Dies zeigte sich unter anderem an den Auswirkungen des Orkan Kyrill, als 2007 binnen weniger Minuten ein Tornado ein Wohngebiet in Wittenberg-West so stark beschädigte, dass viele Wohnungen unbewohnbar wurden. Ausgrabungsfunde aus verschiedenen prähistorischen Epochen auf dem Territorium Wittenbergs lassen bereits eine frühzeitliche Besiedlung des Stadtgebietes vor zirka 10. Gegend, in der sich das heutige Wittenberg befindet, als der slawische Gau Nizizi bezeichnet wurde. Die Entwicklung der Stadt ist eng verbunden mit der Politik der Askanier.

Nachdem Bernhard von Sachsen 1180 die Herzogswürde von Sachsen erhalten hatte, erbte sein Sohn Albrecht I. Gebiet um Wittenberg und die Herzogswürde Sachsens. Wittenberg aufhielt, wurde der Ort zu seiner Residenz von Sachsen-Wittenberg, und es entbrannte eine Auseinandersetzung mit der sachsen-lauenburgischen Linie. Durch den weiteren Erwerb von Gerechtsamen stieg der Einfluss der Bürger Wittenbergs, so dass eine Selbstverwaltung entstand, die 1317 erstmals als Rat nachgewiesen ist. 1332 erlangte die Stadt die niedere Gerichtsbarkeit und konnte so den sich entwickelnden Gewerken der Bäcker, Fleischer, Schuh- und Tuchmacher einen regulierten entwickelten Rahmen geben.

Obwohl mit dem Erwerb von Gerechtsamen der Einfluss der Askanier in der Stadt sank, spielten diese in der Reichspolitik eine immer größere Rolle. Sachsen-Wittenberg mit einer geschickten Territorialpolitik 1356 vom Herzogtum zum bestätigten Kurfürstentum. Damit erlangte Wittenberg den Status einer kursächsischen Hauptstadt. Lange sollte diese Phase nicht anhalten. Durch die 1485 herbeigeführte Leipziger Teilung spalteten sich die Wettiner in eine ernestinische und eine albertinische Linie. Mit dem Regierungsantritt des ernestinischen Kurfürsten Friedrich III.

Weisen, begann im Jahr 1486 die Blütezeit Wittenbergs. Dank der reichen Einkünfte aus dem Silberbergbau im Erzgebirge verfügte Friedrich III. Im Westen das kurfürstliche Schloss mit der Schlosskirche, die Stadtkirche St. Die 1487 errichtete hölzerne Elbbrücke ließ der Kurfürst ab 1490 mit dem Bau eines neuen, dreiflügeligen Renaissanceschlosses strategisch absichern. Südzugang der Stadt unter seine Kontrolle.

Die Brücke ersetzte einen Vorgängerbau, der 1428 durch schweren Eisgang zerstört worden war. Da der Umbau der alten Askanierburg zu aufwendig gewesen wäre, ließ sie 1489 Friedrich III. Aussehen heute nichts mehr bekannt ist. Der Bau des neuen Renaissanceschlosses erwies sich als logistische Herausforderung: Sandstein musste mühselig von Pirna, Kalkstein von Magdeburg und sonstiges Steinmaterial von der ebenfalls sich im Abbruch befindenden alten Burg in Torgau herangeschafft werden. Die Schlosskirche diente sowohl als Aufbewahrungsort von Friedrichs Reliquiensammlung, des sogenannten Wittenberger Heiltums, als auch als Grablege der ernestinischen Kurfürsten. An jedem zweiten Sonntag nach Ostern ließ hier der Kurfürst seine Reliquien den Pilgern öffentlich zur Schau stellen. Seit 1509 wurden auch die Festungsanlagen Wittenbergs erneuert und ausgebaut.