Trotzdestonichts oder Der Wendehals PDF

Volker Braun wuchs trotzdestonichts oder Der Wendehals PDF vier weiteren Brüdern als Sohn des Buchprüfers, Vertreters und Kunstliebhabers Erich Braun und dessen Frau Irmgard in Dresden auf. Sein Werk umfasst Gedichte, Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Anfangs spiegelte sein Werk einen kritischen Enthusiasmus für den Aufbau des Sozialismus wider. Von 1965 bis 1967 arbeitete er auf Einladung von Helene Weigel als Dramaturg am Berliner Ensemble.


Författare: Volker Braun.
Drei Texte, entstanden 1992/93 nach der ‚Wende‘, die Volker Braun nun Umbruch nennt, zeigen seine ungebrochene Lust, in die Verhängnisse zu sehen. Auf die bittere Geschichte ‚Das Nichtgelebte‘ folgt der satirische Dialog ‚Der Wendehals‘, und dieser wird kommentiert von den kafkaesk gestimmten Kurzerzählungen der "Fußgängerzone".
Die so grotesk verspielte wie melancholisch heitere Unterhaltung ‚Der Wendehals‘ wird von zwei Figuren geführt: die eine – ICH – "arbeitslos, wie alle Weltanschauer und Veränderer hier, entlassen von der zahlungsunfähigen Geschichte, die solche Angestellten nicht länger unterhalten kann"; die andere – ER -, der evaluierte Chef, hat "auf der westlichen Waage" gestanden und dabei den Verstand verloren. Oder ist er zu Verstand gekommen?

Brauns Werke zeichneten in den achtziger Jahren zunehmend das Bild eines deprimierenden Lebens in der DDR. Die Akteure seiner Stücke bewegen sich resigniert in einem unbeweglichen Umfeld. Andererseits erhielt Braun 1988 den Nationalpreis der DDR. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Da bin ich noch: mein Land geht in den Westen. KRIEG DEN HÜTTEN FRIEDE DEN PALÄSTEN. Ich selber habe ihm den Tritt versetzt. Es wirft sich weg und seine magre Zierde. Dem Winter folgt der Sommer der Begierde. Und ich kann bleiben wo der Pfeffer wächst. Und unverständlich wird mein ganzer Text.

Was ich niemals besaß wird mir entrissen. Was ich nicht lebte, werd ich ewig missen. Die Hoffnung lag im Weg wie eine Falle. Mein Eigentum, jetzt habt ihrs auf der Kralle. Wann sag ich wieder mein und meine alle. Jeder Satz eine lakonische Feststellung von trauriger Endgültigkeit. Die Hoffnung, die eine Falle war auf dem Weg zur Illusionslosigkeit, muß dieser nun weichen.

Braun hat die Angewohnheit beim Signieren seiner Bücher seinen im Buch gedruckten Namen durchzustreichen und dann darüber seinen Namenszug zu setzen. März 1972, Städtische Theater Leipzig, Regie: Gotthard Müller. September 1973, Wuppertaler Bühnen, Regie: Günter Ballhausen und Jürgen Bosse. Mitteldeutscher Verlag Berlin und Weimar, 1965. Mitteldeutscher Verlag, Berlin und Weimar 1967. Januar 1982, Städtisches Theater Leipzig, Regie: Karl Georg Kayser.

September 1988, Berliner Ensemble, Regie: Christoph Schroth. Mitteldeutscher Verlag Halle und Leipzig, 1970. Mai 1973, Städtische Theater Karl-Marx-Stadt, Regie: Piet Drescher. Mai 1976, Städtische Theater Karl-Marx-Stadt, Regie: Hartwig Albiro. April 1977, Nationaltheater Mannheim, Regie: Jürgen Bosse, BRD-Erstaufführung: 23. April 1977, Staatstheater Kassel, Regie: Hagen Mueller-Stahl.

Es genügt nicht die einfache Wahrheit. Dezember 1977, Nationaltheater Mannheim, Regie: Jürgen Bosse. Januar 1984, Städtische Theater Leipzig, Regie: Karl Georg Kayser. April 1979, Berliner Ensemble, Regie: Manfred Wekwerth, Joachim Tenschert, Mitarbeit: Werner Mittenzwei.