Theologie der Befreiung heute PDF

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Eine umfassende Bestandsaufnahme

Die „Theologie der Befreiung“ wird gegenwärtig von den einen für tot erklärt, von anderen mit einer gewissen Nostalgie hochgehalten, von vielen jedoch kaum wahr- und ernstgenommen. Der große Aufbruch der Befreiungstheologie, der spätestens seit der Dritten Generalversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe 1968 in Medellín zu einer neuen Problemwahrnehmung in der kirchlichen Pastoral und in der theologischen Reflexion, vor allem aber zu einer neuen, befreienden Praxis der Glaubensverkündigung geführt hatte, scheint heute vergessen.
Die enormen gesellschaftlichen Umbrüche und globalen Transformationen ebenso wie kirchenpolitische Entwicklungen haben neue befreiungstheologische Praxen hervorgebracht, die bisher kaum in die theologische Reflexion eingeflossen sind. Außerdem entstanden Basisbewegungen, Initiativen und Aufbrüche jenseits traditioneller Kirchen- und Gemeindestrukturen, die das Potential befreiungstheologischen Denkens auf unterschiedliche Weise umsetzten und auch weiterentwickelten – innerhalb und außerhalb kirchlicher Kontexte. Dieses Buch, an dem AutorInnen aus Europa, Afrika und Lateinamerika mitwirkten, macht deutlich, inwiefern Anstöße der Befreiungstheologie in unterschiedlichste gesellschaftliche Bereiche hineinwirken und sich mit Fragen der Wirtschaft, der Politik, der Globalisierung und Urbanisierung, der Ökologie und der Situation der Frauen auf kritisch-kreative Weise auseinandersetzen.

David Roberts: Der Auszug der Israeliten aus Ägypten. Archäologische Untersuchungen und das Fehlen historischer Quellen sprechen gegen die Historizität des Auszugs und damit gegen eine tatsächliche historische Grundlage der Auszugsgeschichte. Historische Forschung beurteilt deshalb große Teile der biblischen Exoduserzählung als Legenden, darunter die Zehn Plagen und das Schilfmeer-Wunder. Die Exodustradition prägte viele Überlieferungen des Tanach.

Griechische und römische Autoren der Antike reagierten darauf, zum Teil mit Gegenerzählungen. Die Geschichte des Auszugs aus Ägypten ist die erste Begebenheit, die im Buch Exodus dargestellt wird. Sie bildet damit den Auftakt für das Thema der Entstehung des Volkes Israel. 4,31 zunächst die Einführung der Figur des Mose und schließlich dessen Berufung zu demjenigen, der Israel aus Ägypten herausführen und damit befreien soll. In Ex 13 wird das erste Passahfest geschildert, auf das dann der eigentliche Auszug durch das Schilfmeer in Ex 14 folgt, mit dem der Auszug im engeren Sinne endet. Rainer Albertz zählt die folgende Bewährung Israels in der Wüste und die Bewahrung vor dem Hungertod durch Jahwe ebenfalls dazu. Wolfgang Oswald sieht im Buch selbst unterschiedliche Gliederungssignale, die drei verschiedene Gliederungen ergeben, die die Darstellung der Autoren nahelegen, die zusammen die obige Tabelle ergeben.

Zunächst ist demnach eine chronologische Gliederung grundlegend, die mit Ex 1,6. Die zweite Gliederung ergibt sich aus topologischen Signalen, die Oswald am Ende und am Anfang der Geschichte entdeckt. Sklaven arbeiten mussten, Moses’ Rettung erfolgt am Nil in Ex 2,3. Es folgen Ortswechsel zunächst fluchtartig nach Midian in Ex 2,15 und schließlich in Ex 4,20 die Rückkehr nach Ägypten. Die dritte Gliederung findet Oswald in narratologischen Signalen: Die größte Zäsur stellt das Moselied dar, das in Ex 15,1 einsetzt und damit die vorliegende Darstellung vom Folgenden abtrennt. Es folgt darauf in 15,22 noch das Mirjamlied, das an das Moselied anschließt und damit die Zäsur, die zuvor stattfand, noch unterstreicht.

Von Julius Wellhausen wurde im 19. Jahrhundert erstmals der Versuch unternommen, die Textgenese des Pentateuch darzustellen. Dieser vertrat seine Drei-Quellen-Theorie, der zufolge das jahwistische Werk aus dem Südreich des 9. Werk aus dem Nordreich des 8.

Jahrhunderts wurden deshalb verschiedentlich Modifikationen dieser Theorie vorgenommen, die eint, dass sie sehr viel mehr Schichten und Bearbeitungsstufen vermuten, als Wellhausen dies tat. Diese teilweise hochkomplexen Modelle sind mittlerweile starker Kritik ausgesetzt, die beinhaltet, dass realistischerweise eine detailgetreue Darstellung der Genese nicht möglich ist. Die Exodusgeschichte zu Beginn des gleichnamigen Buches war ursprünglich eine in sich geschlossene und abgeschlossene eigene Erzählhandlung und wurde erst bei der Gesamtkomposition des Pentateuch in den heute im Tanach vorliegenden Zusammenhang gebracht. Die historische Exodus-Forschung beschäftigt sich insbesondere mit der Frage nach der Historizität der Exoduserzählung. Diese schildert mythische Ereignisse und ist mit vielen rein erzählerischen Elementen angereichert, weshalb es sich auf keinen Fall um reine Geschichtsschreibung handelt. Auch hat es einen Auszug aus Ägypten im geschilderten Ausmaß sicher nicht gegeben. Anbetracht der problematischen Quellenlage somit nur schwer beantworten und wird in der Forschung äußerst kontrovers diskutiert.

Verschiedene Forscher gehen davon aus, dass die Exoduserzählung nicht auf eine bestimmte historische Situation zugeschnitten ist, sondern aus einer langen Erfahrungsgeschichte Israels erwachsen ist. Der Auszug Ägyptens ist einer der elementarsten und am häufigsten wiederholten Glaubenssätze im AT. Viele Jahre später führten die Ägypter einen langjährigen Krieg gegen die Hyksos. Auszug in den anderen Manetho-Überlieferungen datiert. Eusebius setzte den Auszug der Hyksos mit den Israeliten gleich und datierte ihn in die Zeit von Echnaton: Um diese Zeit führte Moses die Juden in ihren Marsch aus Ägypten.