Textkritik und Textgeschichte PDF

66, ungefähr auf das Jahr 200 datiert. Als Textgeschichte des Neuen Testaments wird die Überlieferung des Textes durch Handschriften bezeichnet. Die handschriftliche Überlieferung des Neuen Testaments ist besser textkritik und Textgeschichte PDF umfangreicher als die jedes anderen antiken Literaturdenkmals.


Författare: Eberhard Bons.

Spätestens seit der Zeit des Humanismus griffen christliche Bibelausleger immer wieder auf den griechischen Bibeltext der Septuaginta zurück, wenn der hebräische sich als schwierig oder gar rätselhaft erwies. In den letzten 30 Jahren ist die textkritische Forschung am Bibeltext mehr und mehr von diesem Verfahren abgerückt. Der Text der Septuaginta wird vielmehr in seiner ganzen Vielfalt und Entwicklung als ein Zeuge der Textgeschichte des Alten Testaments angesehen, der eine eigene Betrachtung verdient. Die im vorliegenden Band gesammelten Artikel von Eberhard Bons greifen diese Fragestellung auf. Anhand ausgewählter Beispiele vor allem aus den Psalmen sowie den Prophetenbüchern wird herausgearbeitet, dass die Übersetzer den Sinn ihrer hebräischen Ausgangstexte einerseits zu bewahren versuchten, andererseits aber auch neue inhaltliche Akzente setzten.

Die ältesten Textzeugen liegen der Entstehungszeit der originalen Autographen sehr nahe. Die für die Textgeschichte wesentlichen Handschriften werden aufgeteilt in Papyri, Majuskeln, Minuskeln, Lektionare und frühe Übersetzungen. Als Material für die Handschriften wurden Papyrus und Pergament verwendet. Es wurde aus den gepressten Stängeln der Papyrusstaude hergestellt. In feuchtem Klima sind Papyri nicht sehr haltbar, in trockenem jedoch so lange, dass Funde von antiken Papyri seit dem 19.

Kodizes, eine frühe Form unserer Bücher. Neutestamentliche Handschriften sind einzig in Kodex-Form überliefert. Ob neutestamentliche Handschriften eventuell von Anfang an in Kodex-Form geschrieben wurden, es also nie neutestamentliche Schriften in Rollenform gegeben hat, ist derzeit nicht sicher aussagbar. Die ältesten neutestamentlichen Papyri stammen aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Papyri sind die ältesten erhaltenen Handschriften des Neuen Testaments. Jahrhundert entdeckt, als Ägypten und andere Länder des nahen Ostens für archäologische Ausgrabungen erschlossen wurden. 000 Papyri bekannt, davon enthalten etwas mehr als 100 Teile des NT, die jedoch zum Teil nur sehr kleine Bruchstücke sind.

Einige Papyri stammen mit Sicherheit aus dem 2. Noch weitreichendere Frühdatierungen von Fragmenten, teilweise bis in die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts, sind in der Wissenschaft umstritten. Einige Forscher ordnen beispielsweise Papyrus 7Q5 als neutestamentlichen Papyrus ein.

67 dürfen nach wie vor als Papyri des zweiten Jahrhunderts betrachtet werden. 75, beide um 200, umfassen einen Großteil des Johannesevangeliums. 200, aber von einem Autor ins 1. 52, ein kleines Stück Johannesevangelium spätestens aus der ersten Hälfte des 2.

Jahrhunderts, das älteste mit Sicherheit dem Neuen Testament zuzuordnende Fragment. Majuskeln nennt man in Großbuchstaben auf Pergament geschriebene Handschriften. Pergament ist deutlich teurer, aber viel haltbarer als Papyrus, es wurde daher besonders für wertvolle Dokumente verwendet oder für Schriften mit repräsentativen Zwecken. Heute sind etwa 300 Majuskeln bekannt, die aus dem 4. Sie werden in der Textkritik nach dem System von Nestle-Aland abgekürzt durch Großbuchstaben oder durch Zahlen, die mit einer Null beginnen. Codex Sinaiticus, abgekürzt א oder 01, Neues Testament, 4. Codex Alexandrinus, abgekürzt A oder 02, Altes und Neues Testament, 5.

Codex Vaticanus, abgekürzt B oder 03, Altes und Neues Testament, 4. Codex Ephraemi, abgekürzt C oder 04, etwa zwei Drittel des Neuen Testaments, 5. D oder 05, die vier Evangelien und Teile der Apostelgeschichte, aus dem 5. Minuskeln nennt man die in Kleinbuchstaben der Minuskelschrift geschriebene Handschriften, die aus dem 9. Es sind etwa 2900 Minuskeln katalogisiert. Das geringere Alter beschränkt den Wert der Minuskeln für die Textkritik, es gibt jedoch einige, die nah mit wesentlich älteren Handschriften verwandt sind.

Zum Beispiel die Minuskeln 33, 579, 892 und 2427 sind in der höchsten Qualitätsstufe eingeteilt. Ein Lektionar des Neuen Testaments ist eine Abschrift eines liturgischen Buches zur Lesung, welches auch Teile des Neuen Testaments enthält. Lektionare können in griechischen Unzialen oder Minuskeln geschrieben sein. Als Schreibmaterial dient Pergament, Papyrus, Vellum oder Papier. In den Anfängen der Textkritik waren griechische Textzeugen aus den ersten Jahrhunderten noch nicht verfügbar, so dass die frühen Übersetzungen Hinweise auf die Textformen dieser Zeit geben können. Seit den Funden der Papyri sind die frühen Übersetzungen und die Zitate bei den Kirchenvätern wieder mehr in den Hintergrund getreten, weil jetzt auch direkte griechische Textzeugen aus dieser frühen Zeit zur Verfügung stehen.

Es werden fünf verschiedene syrische Übersetzungen des Neuen Testaments unterschieden, die zwischen dem 2. Jahrhundert entstanden sind: die altsyrische Übersetzung, die Peschitta, die philoxenische, die harcleanische und die palästinisch-syrische. Vor der bekannten Vulgata des Hieronymus aus dem späten 4. Jahrhundert gab es verschiedene lateinische Übersetzungen, die in Afrika, Italien und Gallien entstanden. Die ältesten entstanden im letzten Viertel des 2. Jahrhunderts entstanden die ersten Übersetzungen ins Koptische.