Technologien des Regierens PDF

Foucault war das zweite Kind von Paul-André Foucault, Chirurg und Universitätsprofessor der Anatomie, und Anne-Marie Foucault, geborene Malapert. Aus Opposition zum Vater durchbrach er die Tradition, Mediziner zu werden. Er fasste den Entschluss, Geschichte zu studieren. Parallel dazu machte er Praktika im Krankenhaus Sainte-Anne und technologien des Regierens PDF Gefängnis Fresnes.


Författare: Caspar Borkowsky.
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Politik – Politische Theorie und Ideengeschichte, Note: 1,3, Humboldt-Universität zu Berlin (Politische Theorie), Veranstaltung: HS Das Konzept der Gouvernementalität, Sprache: Deutsch, Abstract: Michel Foucault theoretisierte gerne in Bereichen, wo es sich schwer hindenken lässt. Mit seiner radikalen Verabschiedung kausal-historischer Erklärungsmuster gab er ein schwer nachdenkbares Theoriegebilde auf, welches immer wieder zu heftigen Diskussionen führte und weiterhin führt. Auch für die Politikwissenschaft lieferte Foucault ein fruchtbares Tool zu einer neuen und differenzierteren Betrachtung politikwissenschaftlicher Problemstellungen. Sein Gouvernementalitäts-Theorem besagt, dass es eine allumfassende Mentalität in modernen Demokratien gibt, die nicht nur den gemeinsamen Boden aller Formen politischen Denkens und Handeln bildet, sondern viel mehr noch ein Ensemble formiert, das von den Institutionen, Verfahren, Analysen und Reflexionen, den Berechnungen und Taktiken gebildet wird, welche die Ausübung einer bestimmten Art von politischer Macht ermöglichen.
Diese Arbeit wird anhand zweier Texte von Nikolas Rose und Peter Miller versuchsweise aufzeigen, inwiefern dieses Theorie-Tool Foucaults weitergeführt werden kann. Die Untersuchung der Texte Political Power beyond the State: Problematics of Government und Das ökonomische Leben regieren von Rose und Miller sollen insbesondere aufzeigen, dass politische Macht nicht allein die Handlung eines Staates ist, sondern unter dem Stichwort Regieren (problematics of government) verhandelt werden könnte. Denn nicht etwa ein Abstraktum namens der Staat hat das Regieren erfunden, eher gilt, dass das Gebilde Staat eine besondere Form geworden ist, die das Regieren angenommen hat. Es liegt eine Art bottom-up Theorie vor, die vorschlägt, das Konzept von einem souveränen politischen Apparat, dem Staat, nach seinem Entstehungshintergrund und seinen Strategien zu hinterfragen. Der Staat soll also nicht als etwas natürlich gewachsenes verstanden werden, das eine feststehende Konstante ist. Mit Hilfe einer Gouvernementalitäts-Analyse soll das Konzept des Staates ganz grundsätzlich in Frage gestellt werden, indem die ihm zu Grunde liegenden Funktionsmechanismen und Machttechnologien offen gelegt werden.1
In der abschließenden Diskussion soll mit Hilfe der Medientheorie Friedrich Kittlers der Versuch unternommen werden, die Gouvernementalitäts-Theorie als einen Effekt technischer Medien zu denken. Ziel ist es, den medientechnischen Unterbau von Gouvernementalität aufzudecken und dadurch ein besseres Verständnis der Funktionsmechanismen der Technologien des Regierens zu erlangen.

53 eine psychiatrische Zusatzausbildung mit diplomiertem Abschluss. Ab 1960 war er Privatdozent für Psychologie an der Universität Clermont-Ferrand. Lebensgefährten Daniel Defert kennen, mit dem er bis zu seinem Tod eine offene Beziehung führte. 1963 wurde Foucault zusammen mit Roland Barthes und Michel Deguy Redaktionsmitglied der Zeitschrift Critique. Außerdem nahm er enge Kontakte zur literaturkritischen Bewegung Tel Quel auf, mit deren Absichten er sich weitgehend identifizierte. 1966 übernahm Foucault eine Lehrtätigkeit an der Universität von Tunis. 1966 erzielte er seinen ersten großen Erfolg.

1969 reflektierte er systematisch die Methodik dieses Werkes. 1968 kehrte Foucault nach Frankreich zurück und wurde Dozent und Leiter der Abteilung für Philosophie an der neugegründeten Reform-Universität Paris VIII in Vincennes, die aus der 68er-Bewegung hervorgegangen war. 1969 hielt Foucault am Collège de France den Vortrag Was ist ein Autor? 1970 wurde er auf den Lehrstuhl Geschichte der Denksysteme am Collège de France berufen, den er bis zu seinem Tod durch AIDS 1984 hielt. Wie am Collège üblich, definierte er seinen Arbeitsbereich neu.