Spielregeln der Mächtigen PDF

Sie wird heutzutage oft mit Blutrache gleichgesetzt, wobei letztere aber als Blutfehde nur die Ultima Ratio der Konfliktbewältigung innerhalb der Fehde darstellte, wenn Sühne und Schadensausgleich nicht mehr griffen spielregeln der Mächtigen PDF von einer der Parteien abgelehnt wurden. Der Begriff Fehde ist nach heutigem Rechtsempfinden negativ belegt, da im modernen Staat mit Gewaltmonopol und rechtsstaatlicher Regelung der Beziehungen zwischen ihm und den Bürgern bzw. Beziehungen der Bürger untereinander Selbstjustiz abgelehnt wird.


Författare: Claudia Garnier.
Politische ›Spielregeln‹ und Konventionen spielten im Mittelalter bei der politischen Willensbildung und der Herrschaftsausübung eine herausragende Rolle. Interdisziplinär wird hier eine Summe unter dieses Forschungsfeld gezogen, das für eine allgemeine Geschichte des politischen Verhaltens in der Vormoderne grundlegend ist.

Die jüngere Forschung widerspricht dieser Ansicht, die aus ihrer Sicht anachronistisch ist: Eine Welt, die keinen Staat kannte, konnte nicht ganz gewaltfrei sein. Recht wurde deshalb weit weniger als abstrakter Anspruch verstanden denn als konkreter Besitz, den es zu verteidigen und zu bewahren galt. Fehden seien folglich ein gewöhnlicher und sogar notwendiger Bestandteil der mittelalterlichen Gesellschaft gewesen. Die Wurzeln der Rechtsnorm, die dem mitteleuropäischen Fehdewesen zugrunde liegt, finden sich bei den Germanen. Der Hausfrieden war dort der Kern der sozialen Ordnung. Die soziale Organisation ging über den Haushalt hinaus über die Sippe bis zum Stamm, wobei bei beiden die gemeinsame familiäre Herkunft im engeren bzw.

Der Begriff einer übergeordneten Nation fehlte. Als weitere Ordnungsform entwickelte sich aber noch das Gefolgschaftsprinzip. Es gab zwar keinen feststehenden Adelsbegriff bei den Germanen, aber im Gefolgschaftsprinzip zeichnet sich das spätere Adels- und Lehensprinzip bereits ab. Hier zeigt sich ein Gesellschaftssystem, welches vertikal entlang einer Lehenspyramide organisiert war, horizontal aber aus gleichberechtigten Mitgliedern bestand. In der Abwesenheit einer starken vertikalen Organisation musste sich der Rechtsfrieden also ebenfalls horizontal organisieren.