Spannbetonbauwerke PDF

Spannbeton ist eine Variante des Stahlbetons mit einer zusätzlichen äußeren Längskraft. Die Spannverfahren unterscheiden sich durch die Spannbetonbauwerke PDF der Verbundwirkung, wodurch sie auch ihre Bezeichnungen erhalten, sowie durch die Eintragungsart der Spannkräfte in ein Bauteil. Die Spanndrähte oder Spannlitzen sind kraftschlüssig mit dem Beton verbunden, sodass eine Relativverschiebung zwischen beiden Werkstoffen praktisch nicht stattfindet.


Författare: Carl-Alexander Graubner.
The book contains selected examples of the design of prestressed concrete structures. The extensive calculations are based on Eurocodes 1 and 2 with the German national annexes. The Eurocodes are being introduced for building control on 1 July 2012.

Bei der Vorspannung mit sofortigem Verbund ist ein direkter Verbund zwischen Spannstahl und Beton vorhanden. Bei der Vorspannung mit nachträglichem Verbund werden die Spanndrähte oder -litzen in einem profilierten Blech- oder Kunststoffhüllrohr zusammengefasst, dem Spannglied oder -kabel, und mit Ankerkörpern an beiden Enden ohne Vorspannung in einen Baukörper einbetoniert. Nach dem Abbinden des Betons werden die Spannstähle an den beweglichen Ankern gespannt. Die Spanndrähte oder -litzen können sich zwischen den Ankerstellen zum Beton relativ verschieben. Dabei liegen bei der externen Vorspannung die Spannkabel, außer im Verankerungs- bzw. Umlenkbereich, nicht im Betonquerschnitt, sondern sind freispannend.

Bei der internen Vorspannung sind die Spannglieder, wie beim nachträglichen Verbund, einbetoniert, allerdings nicht mit Zement umhüllt, sondern mit Fett, wie bei der Monolitze. Ein internes Spannglied ohne Verbund besteht aus einem oder mehreren einbetonierten und nachträglich vorgespannten Drähten, Litzen oder Stäben in einer Korrosionsschutzumhüllung, in der sich der Spannstahl in Längsrichtung frei bewegen kann und nur an den Ankerstellen fest mit dem Tragwerk verbunden ist. Ein externes Spannglied ist ein nachträglich vorgespanntes Spannglied, das außerhalb des Betonquerschnittes, aber innerhalb der Umhüllenden des Betontragwerkes liegt. Das Spannglied ist nur durch Ankerelemente und Umlenkelemente mit dem Betonüberbau verbunden. Stahlverbundträger bestehen aus Stahlträgern und Betongurten, die durch Verbundmittel schubfest miteinander verbunden sind. Sie können durch gezielte elastische Verformung des Stahlträgers in Querrichtung vor Herstellen des Verbundes vorgespannt werden, so dass der Beton nicht oder nur begrenzt auf Zug beansprucht wird.

Es folgt im Werk das Betonieren des unteren Flansches. Der Träger ist nach Erstarrung des Betons und nach Entlastung wieder leicht nach oben durchgebogen. Vor Ort erhält er die obere Tragschicht aus Beton. Da Kriechen und Schwinden des Betons die Vorspannkräfte der Spannglieder abbauen, sind besonders hohe Vordehnungen des Spannstahls erforderlich. Das bedeutet, bei einer vorgegebenen Spannkraft soll die Querschnittsfläche des Spannglieds möglichst klein sein. Dies ist nur durch Verwendung hochfester Stähle erreichbar. Durch mangelnde Erfahrung mit der neuen Technik und Unterschätzung der Umwelteinflüsse kam es in der Nachkriegszeit zu Einstürzen, notwendigen Abbrüchen oder kostspieligen Instandsetzungen verschiedener Spannbetonbauwerke.

Der erste Vorschlag, Beton vorzuspannen wurde 1886 von dem Amerikaner Jackson gemacht. Döhring aus Berlin ein Patent an, welches zur Rissminimierung im Spannbett gespannte Drahteinlagen in Platten, Latten und Bälkchen vorsah. Als Vater des heutigen Spannbetons muss der französische Ingenieur Eugène Freyssinet bezeichnet werden. Er erkannte schnell die große Bedeutung des Vorspannens und widmete sich intensiv dieser Technik. Freyssinet schuf durch seine Untersuchungen über das Kriechen und Schwinden des Betons sowie den Einsatz von hochfesten stark vorgespannten Drähten die notwendigen Voraussetzungen zum erfolgreichen Vorspannen von Beton.

Die erste Spannbetonbrücke Deutschlands war die Bahnhofsbrücke Aue. Sie überführt eine Straße mit einer maximalen Spannweite von 69 Metern über das Bahnhofsgelände und wurde von Franz Dischinger mit einer externen Vorspannung entworfen und 1937 erbaut. Die erste Straße Europas mit vorgespannten Fahrbahnplatten wurde im November 1953 zwischen Herbrechtingen und Mergelstetten freigegeben. Auf diesem Abschnitt der B19 wurde 2013 auch der erste Kreisverkehr mit einer Betonfahrbahn in Deutschland gebaut. Andrej Albert, Heiko Denk, Peer Lubasch, Andreas Nitsch: Spannbeton.

Werner Verlag, Köln 2013, ISBN 978-3-8041-1094-6. 1998 Spannbetonbrücken – Richtlinie für Betonbrücken mit externen Spanngliedern. Friedrich Standfuß: Die Saale-Brücke in Alsleben – Dokumentation der Baugeschichte. Artikel zur Wiedereröffnung der B19 in der Heidenheimer Zeitung vom 17.