Sokrates in Pöseldorf PDF

Erwin Sokrates in Pöseldorf PDF stammte mütterlicherseits aus einer über 100 Jahre in Hannover ansässigen jüdisch-deutschen Kaufmanns- und Bankiersfamilie, väterlicherseits aus einer in Schlesien ansässigen jüdisch-deutschen Unternehmer- und Kaufmannsfamilie. Im Juni 1921 wurde ihm die Leitung des Seminars mit Prüfungserlaubnis übertragen, erst 1927 wurde er dort ordentlicher Professor. Wohnort und Forschungsstandort ergeben, da er zu einem Vortrag und einem Doktorandenkolloquium an die Princeton University eingeladen worden war. Während seiner langjährigen Lehr- und Forschungstätigkeit in den USA leistete Panofsky einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der damals dort noch in den Kinderschuhen steckenden Disziplin.


Författare: Karen Michels.
Erwin Panofsky – vom wissenschaftlichen Nobody zum »Einstein der Kunstgeschichte«.
Ein »Lehrer mit genialem Profil und Charisma«, ein »sprachsensibler Gedächtnisriese«, der »Einstein der Kunstgeschichte« – Erwin Panofsky ist als wissenschaftliche Ausnahmefigur in die Geschichte eingegangen. Sein Name steht für die Entwicklung und Anwendung einer neuen Methode, der Ikonologie: der Interpretation eines Kunstwerks aus seinem kulturhistorischen Kontext heraus. Wo sich die Kunstgeschichte bisher eher mit Stilkritik und Zuschreibungsfragen beschäftigt hatte, rückten nun große geistesgeschichtliche Horizonte in ihr Blickfeld. Von seinem späteren Wirkungsort Princeton aus hat Panofsky dieser Methode Weltgeltung verschafft. Entstanden aber ist die Ikonologie in Hamburg, wo er an der gerade gegründeten Universität als erster Ordinarius für Kunstgeschichte wirkte – und wo er im Umfeld Aby Warburgs und dessen »Kulturwissenschaftlicher Bibliothek« entscheidende Impulse erhielt.
Panofsky wurde 1934 zur Emigration gezwungen. Bis zum Ende seines Lebens hat er die gut dreizehn Jahre, die er in Hamburg verbracht hat, als »die glücklichsten und fruchtbarsten seines Lebens« bezeichnet. In diesem Buch geht es um die Frage nach den Hintergründen: Wie sah die Konstellation aus, die diese intellektuelle Erfolgsgeschichte ermöglichte? Und warum spielte Hamburg in ihr eine so große Rolle?

Allerdings geriet er gegenüber der neuen Modeströmung Abstrakter Expressionismus in der Vir-Heroicus-Kontroverse in die Defensive. Seit seiner Emigration publizierte Panofsky in englischer Sprache und passte sich durch einen eingängigen Sprachstil und die Veröffentlichung von Überblicksdarstellungen den geringeren Bildungvoraussetzungen seines neuen Publikums an. Die Beschäftigung mit methodologischen Fragestellungen trat dementsprechend in den Hintergrund. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1962 wurde Panofsky zum Samuel Morse Professor of Fine Arts an der NYU ernannt. Hamburger Privatwohnung in der Alten Rabenstraße Nr. Erwin Panofsky hat zu Lebzeiten und danach viele Auszeichnungen und Preise erhalten. Die Universität Hamburg hat im Jahr 2000, 67 Jahre nach seiner Entlassung, einen Hörsaal nach ihm benannt.

In den 1920er Jahren veröffentlichte Panofsky mehrere Aufsätze zur kunstwissenschaftlichen Methodik, wobei er an die Philosophie Immanuel Kants sowie an die Arbeiten des Wiener Kunsthistorikers Alois Riegl anschloss. In Hamburg begründete Panofsky zusammen mit Aby Warburg, Fritz Saxl und Ernst Cassirer die Hamburger kunsthistorische Schule. Er stand nach 1933 dem Warburg Institut sehr nahe. Das von Erwin Panofsky entwickelte Interpretationsschema zur Deutung von Kunstwerken ist in drei Untersuchungsphasen aufgeteilt, die jeweils eine Bedeutungsschicht des zu interpretierenden Kunstwerkes aufdecken sollen. Formen sind für Panofsky Konfigurationen aus Farben-, Linien- und Körpermustern, die wiederum einen Teil der allgemeinen visuellen Welt darstellen. Bedeutungsträger zu Themen oder Konzepten zugeordnet.

Zur Prüfung des Interpretationsschemas soll ein Korrektivprinzip angewendet werden. 1955 veröffentlichte Panofsky eine Sammlung von Aufsätzen in einem Sammelband unter dem Titel Meaning in the Visual Arts, der inzwischen zu den Klassikern der kunsthistorischen Literatur gehört. 1975 erschien der Sammelband unter dem Titel Sinn und Deutung in der bildenden Kunst in deutscher Übersetzung. Dürers Kunsttheorie, vornehmlich in ihrem Verhältnis zur Kunsttheorie der Italiener. Die Gestaltungsprincipien Michelangelos besonders in ihrem Verhältnis zu denen Raffaels. Hamburg 1920, aus dem Nachlass hrsg.

Ein Beitrag zur Typengeschichte des „Schmerzensmanns“ und der „Maria Mediatrix“. In: Festschrift für Max Friedländer zum 60. Die deutsche Plastik des elften bis dreizehnten Jahrhunderts. Hercules am Scheidewege und andere antike Bildstoffe in der neueren Kunst. Zum Problem der Beschreibung und Inhaltsdeutung.

Humanistic Themes in the Art of the Renaissance. Oxford University Press, New York 1939. Neuausgabe Harper Torch, New York u. Ins Deutsche übersetzt von Dieter Schwarz: Studien zur Ikonologie. Humanistische Themen in der Kunst der Renaissance.

The Codex Huygens and Leonardo da Vinci’s art theory. Band 1: The life and art of Albrecht Dürer. Band 2: Handlist, concordances, and illustrations. Princeton University Press, Princeton, NJ 1943. Das Leben und die Kunst Albrecht Dürers. Ins Deutsche übersetzt von Lise Lotte Möller.