Sherrie Levine PDF

Bauteile und andere Überreste wie Teile von Reliefs oder Skulpturen, Friese und Architravsteine, Säulen- oder Kapitellreste, die aus Bauten älterer Kulturen stammen und in neuen Bauwerken wiederverwendet werden. Dies gilt insbesondere, wenn Spolien stilistisch sherrie Levine PDF des neueren architektonischen Gestaltungskonzeptes liegen.


Författare: Sherrie Levine.
Die US-Künstlerin Sherrie Levine verwirklicht in ihren Werken die künstlerische Praxis der Aneignung, Wiederholung und Variation vorgängiger bekannter Kunstwerke. Gleichzeitig schafft sie dabei ein eigenes OEuvre, indem sie über die Kopie hinaus die Werke konzeptuell und mit historischen Versatzstücken weiterentwickelt und dem Betrachter zur Wiedervorlage reicht.

Die Heiligkeit eines Ortes kann auf diese Weise tradiert werden. Auf die Architektur übertragen wurde der Begriff erstmals in der Renaissance: So berichtet der Florentiner Kanonikus Francesco Albertini in seiner Rombeschreibung aus dem Jahr 1510, die Porphyrsäulen in der Kapelle Papst Sixtus’ IV. Diokletiansthermen, und wenig später ist im sogenannten Raffaelsbrief an Papst Leo X. Die Wiederverwendung von Baumaterialien gehörte in der Vormoderne, als Baumaterial teuer und meistens knapp war, zu den selbstverständlichen Praktiken des Baubetriebs, insbesondere wenn es sich um Materialien handelte, die sonst von weit her herangeholt werden müssten. So sind auch viele Spolien in der Architektur ohne künstlerische oder programmatische Absicht entstanden. In der Antike verwendete man etwa Gebäuderuinen als Steinbruch für Neubauten wie z. Seit der Renaissance wurden Spolien vor allem als romantisches Zitat verwendet.

Sie wurden gesammelt und gehandelt, um sie in scheinbarer Zufälligkeit, jedoch gut sichtbar, in Villen und Palästen zu verbauen. In dieser Tradition stehen auch die im 18. Jahrhundert errichteten künstlichen Ruinen, die allerdings keine Spolien mehr enthalten. In der Gegenwart werden Spolien meist ebenfalls aus eher dekorativen Gründen und als originelles Gestaltungselement eingesetzt, manchmal aber auch aus historischen Gründen als Erinnerung an ein Vorgängergebäude.

Im Sinne der Denkmalpflege ist letzteres allerdings kritisch zu sehen, da nur einzelne Bruchstücke eines Denkmals erhalten bleiben und diese oft auch noch jeden Aussagewert einbüßen, weil sie in einen ganz anderen Zusammenhang integriert werden. Auch antike Gemmen und Reliefs auf mittelalterlichen Buchdeckeln und Reliquiaren können Spolien genannt werden. Friedrich Wilhelm Deichmann: Die Spolien in der spätantiken Architektur. Antike Spolien in der Architektur des Mittelalters und der Renaissance. Arnold Esch: Wiederverwendung von Antike im Mittelalter. Die Sicht des Archäologen und die Sicht des Historikers.