Sensitivität und Performanz PDF

Auch in der Medizin wird Simulation zur Bezeichnung von Experimenten an einem Modell der Realität benutzt. Hier soll es um die zweckbestimmte Simulation einer Erkrankung oder von Symptomen durch den sensitivität und Performanz PDF sekundären Krankheitsgewinn suchenden gehen.


Författare: Dana Strauss.

Emotionen und Erleben sind im Zuge der Aufklärung als das unberechenbare "Andere" aus der wissenschaftlichen Debatte ausgeschlossen worden. Dies führt bis heute – auch in der Geographie – zu problematischen Implikationen in Bezug auf das vorherrschende Verständnis vom Menschen, dessen Erkenntnisvermögen und dessen Tun. Mit der Überbetonung des Verstandes wird die Fähigkeit des Menschen zur ästhetischen Weltbindung ausgeblendet. Eine Geographie, welche die Mensch-Welt-Beziehung untersucht, z.B. in Form raumbezogener Identifikationsprozesse, benötigt jedoch eine präzise Reflexion dieser ästhetischen Dimension des Seins und des Tuns.

Dana Strauß unternimmt in diesem Band eine erkenntnistheoretische Rekapitulation des sozialgeographischen Paradigmas des Geographie-Machens. In Auseinandersetzung mit der Ästhetik Alexander Baumgartens liegt der theoretisch-konzeptuelle "Landgewinn" dabei im systematischen Herausarbeiten eben jener Begriffe und Zusammenhänge, die mit dem Einbezug des ästhetischen Erkenntnisvermögens bedeutsam werden: (Er)Leben, Emotionalität, Multisensualität, Performanz. Dies eröffnet ein Verständnis der Geographie-Machenden als sensitiv und ihres Geographie-Machens als performativ.

Simulation ist in diesem Zusammenhang definiert als das bewusste, gesteuerte und absichtliche Vortäuschen einer krankhaften Störung zu bestimmten, klar erkennbaren Zwecken. Gesucht wird nach Simulation meist nur bei eindeutigem Verdacht- ein Vorgehen, was strittig ist, da die Intention der Simulation auch erfahrenen Gutachtern oft verborgen bleibt. Die Benennung der Simulation als solche ist zunächst auch eine unangenehme Aufgabe für Untersucher. Simulanten wird nicht gerne geredet und noch weniger gern geschrieben. Und doch ist mit ihm zu rechnen“.

Behandler gehen davon aus: „Meine Patienten machen so etwas nicht“. Auch 2 oder 3 jährige Kinder können bereits absichtlich nicht erklärliche Verhaltensweisen bei Untersuchungen aufweisen, die man bei Erwachsenen als Simulation bezeichnen würde. In der Regel ist dies aber nur oberflächlich und auf das Vermeiden von Bestrafung ausgerichtet. Lebensjahr erwerben Kinder dann mehr und mehr die Fähigkeit auch bewusst und zielgerichtet überzeugend zu täuschen.

Bei der Simulation werden Beschwerden geschildert, die so nicht erlebt werden- im Gegensatz zur psychogenen Störung, wo sie geschildert und erlebt werden. Simulation fällt in der Behandlungsroutine oft nicht auf. Suboptimales Leistungsverhalten kann derzeit als eine der größten Gefahrenquellen für die Validität neuropsychologischer Testdaten gesehen werden. Testpsychologische Befunde haben in der Regel, wenn sie tragfähig sind keine relevanten Diskrepanzen zum zu beobachtenden Alltagsverhalten des Kranken. Ein Dilemma in der Interpretation von Simulation ist, dass sie nicht entweder da oder nicht da ist, sondern dass es sich um ein Kontinuum von Verdeutlichung, Aggravation zur Simulation handelt.

In diesem Kontinuum sind alle Abstufungen möglich. Verdeutlichungstendenzen glaubhaft vorhandenen Beschwerden die etwas übertrieben dargestellt werden, werden in der Regel nicht als Simulation gedeutet, der Übergang kann aber fließend sein, je nach Ausmaß der zu beobachtenden Diskrepanz. Im üblichen Rahmen werden Verdeutlichungstendenzen als der Begutachtungssituation durchaus angemessen angesehen, es kommt hierbei also in der Unterscheidung auf das Ausmaß an. Das Vorhandensein einer psychischen Störung oder einer körperlichen Krankheit schließt also eine Simulation nicht aus, auch umgekehrt, schließt eine Simulation eine psychischen Störung oder einer körperlichen Krankheit nicht aus.

Simulation erschwert aber die ärztliche Diagnose, was häufig dann auch zu Lasten des zu begutachtenden Probanden geht. Erhebliche Diskrepanz zwischen den angegebenen Symptomen, dem angegebenen Stress oder der Behinderung zu den objektiven Befunden. Simulation ist ohne eindeutige Testung und Suche danach meist nicht erkennbar. Geübte wie ungeübte Gutachter verschätzen sich dabei oft. Die Forderung ist deshalb zunehmend im Rahmen von Gutachten suboptimale Leistungen oder Übertreibungen auch positiv nachzuweisen.

Die Literatur zu Tests, die Simulation nachweise nimmt in den letzten Jahren vor allem in den USA enorm zu. Auch hierzulande gewinnt das Thema an Bedeutung. Es muss allerdings bedacht werden, dass eine schlechte Motivation zur Mitarbeit und widersprüchliche Ergebnisse in neuropsychologischen Tests eine Simulation einer Krankheit oder einer Psychischen Störung nicht beweisen, sondern nur Hinweise geben. Neuropsychologen bemühen sich eindeutigere Kriterien aufzustellen. Beispiel für besondere neuropsychologische Kriterien der Simulation nach Daniel J. Diagnostic Criteria for Malingered Neurocognitive Dysfunction: Proposed Standards for Clinical Practice and Research, The Clinical Neuropsychologist 1999, Vol.