Security Governance in und für Europa PDF

Close up on a file tab with the word invoice security Governance in und für Europa PDF a note where it is handwritten unpaid with blur effect. Das ordentliche Gesetzgebungsverfahren ist die Regel für die Annahme von Rechtsakten auf Unionsebene.


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Eine steigende Zahl von Sicherheitsakteuren und Handlungsebenen erschwert es den Staaten zunehmend, den immer komplexeren sicherheitspolitischen Herausforderungen im Alleingang zu begegnen. Erforderlich ist eine Politik der Security Governance, die kollektive Sicherheitsgestaltung unter Interdependenzbedingungen leisten kann. Die in diesem Band enthaltenen Beiträge befassen sich mit konzeptionellen, akteursbezogenen und fallspezifischen Aspekten der Security Governance in und für Europa. Sie behandeln sicherheitsrelevante Herausforderungen, die durch europäische Akteure – insbesondere die EU – bearbeitet werden oder für Europa von Bedeutung sind.
Elf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zu diesem Band beigetragen, der im Rahmen der Arbeitsgruppe „Security Governance“ des Zentrums für Europäische Friedens- und Sicherheitsstudien (ZEUS) am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) entstanden ist. Er richtet sich an Studierende und Wissenschaftler aus den Bereichen Internationale Beziehungen, Friedens- und Konfliktforschung sowie an sicherheitspolitisch Interessierte.
Mit Beiträgen von: Dennis Bangert, Hans-Georg Ehrhart, Hendrik Hegemann, Regina Heller, Margret Johannsen, Martin Kahl, Jens Narten, Isabelle Maras, Sybille Reinke de Buitrago, Bernhard Rinke, Andrea Schneiker

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Die Kartierung der Arktis: Bodenschätze, Großmachtpolitik und multilaterale Governance In vielen arktischen Gebieten wird es noch Jahrzehnte dauern, ehe eine Öl- und Gasförderung tatsächlich möglich sein wird. Dies hat die meisten Arktis-Anrainer jedoch nicht davon abgehalten, Gebietsansprüche anzumelden. Infolge des Klimawandels wird angenommen, dass die Region innerhalb der nächsten 20 bis 30 Jahre im Sommer eisfrei sein wird. Dies eröffnet neue wirtschaftliche Perspektiven, denn zum einen öffnen sich neue Seewege, die Atlantik, Arktis und Pazifik verbinden, zum anderen verknüpft sich damit die Hoffnung, dass große Vorkommen an Bodenschätzen erreichbar werden. Erstens: Dem Abbau von arktischem Öl und Gas stehen ernstzunehmende Schwierigkeiten entgegen – das unwirtliche Klima, die große Entfernung von den Absatzmärkten, die Existenz von Ölvorkommen in anderen Regionen sowie der schwierige Abbau von Schiefergas. Der Optimismus, mit dem man noch vor ein paar Jahren dem kurzfristigen Abbau der arktischen Bodenschätze entgegensah, ist heute deutlich gedämpfter.

Obwohl sich der Ölpreis seit Beginn der globalen Wirtschaftskrise 2008 wieder erholt hat, ist das Potenzial der Ölförderung gegenüber dem der Gasförderung wegen der begrenzteren Vorkommen deutlich geringer. Die Arktis ist sehr reich an Gas und Flüssiggas, ihre Gewinnung wirft jedoch viele Probleme auf. Diese Entwicklung hat die Preise von Flüssiggas relativ niedrig gehalten, und es stellt sich die Frage, ob der Abbau gewaltiger arktischer Gasvorkommen wie etwa im Shtokman-Feld in der Barentssee profitabel ist – hier handelt es sich um ein Projekt des russischen Energieunternehmens Gazprom mit seinen französischen und norwegischen Partnern Total und Statoil, das 2010 aber um mindestens drei Jahre aufgeschoben wurde. Die wachsende europäische Nachfrage nach Erdgas, die schrumpfenden Gasvorkommen in der Nordsee und in Russland sowie die enttäuschenden Resultate bei der Erkundung und Erschließung von Schiefergas in Europa sind zwar durchaus Anreize, die russischen Gasressourcen in der Arktis zu erschließen, aber nichtsdestotrotz wären damit erhebliche Kosten und Risiken sowie lange Vorlaufzeiten verbunden.