Schlüsselqualifikation in der betrieblichen Praxis PDF

Zur Schlüsselqualifikation in der betrieblichen Praxis PDF springen Zur Suche springen Der Begriff der Kompetenz in der Pädagogik geht u. Der Begriff der Kompetenz ist vieldeutig.


Författare: Martina Stangel-Meseke.
Die Anforderungen an die Mitarbeiter in Unternehmen haben sich im letzten Jahrzehnt enorm gewandelt. Als Folge moderner Führungs- und Managemenunethoden, der zu­ nehmenden Bedeutung interner und externer "Kundenorientierung" sowie der Selb­ ständigkeit und Eigenverantwortung auf allen Hierarchieebenen haben zunächst für viele betriebliche Praktiker eher esoterisch anmutende Konzepte wie das der "Schlüssel­ qualifIkation" eine hohe Relevanz für die Praxis erhalten. Nur bei besonderer Beach­ tung von solch "weichen" Faktoren wie Einstellungen, Werthaltungen, Tugenden und fachübergreifenden Kompetenzen der Mitarbeiter wird auf Dauer die Behauptung des Unternehmens im schärfer gewordenen Wettbewerb möglich sein. Um aber mit dem Konzept "Schlüsselqualifikation" in der betrieblichen Praxis sinnvoll arbeiten zu können, ist eine auf die Verwendung abgestellte theoretische Konzeption dieses zunächst nur wenig strukturierten Begriffes erforderlich. Erst eine entsprechende Ausarbeitung schafft die Grundlage der Messung des Ausprägungsgrades einzelner Schlüsselqualifikationen, die ihrerseits wiederum die Voraussetzung für eine darauf abgestimmte Gestaltung der Personalauswahl, der betrieblichen und betriebsüber­ greifenden Ausbildung sowie der gezielten Personalführung bildet. Ganz wichtig ist dabei, daß tatsächlich alle kooperierenden Gruppen vor allem im Bereich der betrieb­ lichen Ausbildung auch zu diesem Themenbereich kommunikationsfähig sind, also unter den verschiedenen Aspekten der Schlüsselqualiftk:ationen auch wirklich dasselbe verstehen.

Je nach Standpunkt und Verwendungszusammenhang gibt es unterschiedliche Definitionen, woraus sich Kompetenzen zusammensetzen. Etwa seit 1990 wird verstärkt von Kompetenz statt von Qualifikation gesprochen. Erstens handelt es sich hier nicht um einzelne Wissens- oder Könnenselemente, sondern um eine koordinierte Anwendung verschiedener Einzelleistungen anhand eines für den Lernenden jeweils neuen Problems. Drittens achtet ein kompetenzorientierter Unterricht stärker auf den Schüler und seine Lernvoraussetzungen als ein am Stoff ausgerichteter Unterricht.

Neben dem Benennen der zu erwerbenden Kompetenzen ist es also auch erforderlich zu klären, zu welchem Grad eine Kompetenz erworben werden soll. Daraus folgt, dass eine Kompetenz niemals direkt, sondern stets indirekt über deren Performanz diagnostiziert und beurteilt werden kann. Die empirische Bildungsforschung beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Messung von Kompetenzen, beispielsweise in den internationalen Leistungsstudien wie PISA. Für die psychometrische Messung wird der psychologische Kompetenzbegriff verwendet, der nicht identisch ist mit dem pädagogischen.

Der Begriff wurde wohl von Heinrich Roth in die Erziehungswissenschaft eingeführt. Er unterscheidet hierbei in Selbstkompetenz, Sachkompetenz und Sozialkompetenz. Sie sind einer direkten Beobachtung nicht zugänglich und insofern immer eine Zuschreibung oder ein Konstrukt. Der Kompetenzerwerb ist damit auch durch pädagogische Maßnahmen beeinflussbar. Situationsbezug: Kompetenzen werden in Situationen mit bestimmten Aufgaben und Anforderungen erworben und können in ähnlichen Situationen wieder zur Anwendung kommen.

Kompetenzen sind somit funktional auf Situationen bezogen. Wissen und Können: Kompetenzen verknüpfen beides zur Handlungsfähigkeit. Motivation: Sowohl beim Erwerb als auch bei der Anwendung von Kompetenzen spielt die Motivation, also die Bereitschaft zum kompetenten Handeln eine wichtige Rolle. Soziale Kompetenz eine Reihe von Teilkompetenzen. Der Begriff wird nicht auf kognitive Aspekte reduziert, motivationale und willensmäßige Aspekte sind meist einbezogen. Der Kompetenzbegriff gewinnt in der Bildungstheorie und Schulpolitik zunehmend an Bedeutung. In der Debatte um die Steuerung des Bildungswesens in Deutschland wird seit etwa 2000 das Konzept der Bildungsstandards diskutiert und strukturiert, welches ein ausgearbeitetes Modell von Kompetenzen voraussetzt.

Die Definition einer Kompetenz geht eng einher mit deren Diagnostizierbarkeit, da nur so sichergestellt werden kann, dass sie zu einem bestimmten Grad existiert. Schott und Azizi Ghanbari schlagen aus diesem Grund vor, Kompetenzen anhand von Aufgaben zu beschreiben, die gelöst werden können, wenn man die Kompetenz besitzt. Dabei ist es möglich, Aufgaben in Teilaufgaben zu zerlegen oder aus mehreren Teilaufgaben eine aggregierte Aufgabe zu bilden. Die Frage, welche Kompetenz in welchem Umfang für ein bestimmtes Lehrziel existieren muss, kann nicht universell beantwortet werden. Stattdessen gibt es mehrere unterschiedliche Ansätze. Das Lehrziel ist dann vorgegeben, wenn der Lehrende selbst keinen Einfluss darauf hat, d.

Form eines Lehrplans, einer gesetzlichen Anforderung oder eines anerkannten Standards definiert ist. Das Lehrziel wird in diesem Fall von einer sich frei formierenden Gruppe von anerkannten und ausgewiesenen Experten des jeweiligen Sachgebietes festgelegt. Insbesondere an Hochschulen trifft man auf individuell festgesetzte Lehrzieldefinitionen durch den jeweiligen Professor. Aufgrund der dort geltenden Freiheit in Forschung und Lehre ist der Professor, nicht zuletzt durch seine Expertise, dazu berechtigt. Wurde eine Kompetenz durch eine Menge von Aufgaben beschrieben, so erfolgt die Lernerfolgskontrolle durch Lösen dieser oder ähnlicher Aufgaben. Allerdings ist damit noch nicht geklärt, nach welcher Bezugsnorm die anschließende Beurteilung erfolgt.

Die soziale Bezugsnorm setzt den Lernenden in ein relatives Verhältnis zur restlichen Gruppe der Lernenden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie schnell und sicher anwendbar ist, wenn sich die Leistung eines Lernenden innerhalb einer Gruppe gut einordnen lässt. Als Nachteil kann angeführt werden, dass die soziale Bezugsnorm auf Dauer demotivierend sowohl auf lernschwache als auch auf lernstarke Lernende wirkt, da sie sich dauerhaft über- bzw. Die individuelle Bezugsnorm betrachtet nur die relative Leistungsveränderung eines Lernenden. Die Beurteilung des Lernenden erfolgt damit unabhängig von der restlichen Gruppe, erfordert allerdings eine zuvor durchgeführte Bestandsaufnahme, um den Leistungszuwachs sichtbar zu machen.

Aufgrund des hohen Prüfungsaufwandes ist diese Bezugsnorm in der Praxis oft nicht handhabbar. Die sachliche Bezugsnorm beschreibt die Differenz des aktuellen Lernstandes zum Lernziel. Sie ist unabhängig von der Lerngruppe und dem Lernenden. Allerdings stellt es in der Praxis ein nicht triviales Problem dar, sachliche Kriterien zu identifizieren, anhand derer eine Beurteilung möglich ist.

Eine Person, die über ausreichend Kompetenz verfügt, um sachgerecht bestimmte Dinge zu tun, ist in dieser Hinsicht kompetent. In der wissenschaftlichen Diskussion wird diese Systematik immer wieder als problematisch aufgefasst. So lassen sich fachliche und methodische Kompetenzen inhaltlich schwer trennen. Der Erwerb von Kompetenzen wirkt unmittelbar auf die soziale Stellung ein. Der ausweisliche Erwerb von gesellschaftlich geforderten Fähigkeiten bestimmt die individuelle Chance zur gesellschaftlichen Partizipation. Bei einem Mehr winkt Statusgewinn, materieller Gewinn, sozialer Gewinn, während ein Weniger die Chancen schmälert. Menschen, die bestimmte erwartete Kompetenzen nicht erworben haben, aus bestimmten Formen gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen .

Welche Kompetenzen das sind, ist gesellschaftlich definiert. Er sei weder theoretisch noch empirisch fundiert. In: Wirtschaft und Pädagogik, Heft 36, 2004, S. Graupe, Silja, Krautz, Jochen : Die Macht der Messung. Wie die OECD mit PISA ein neues Bildungskonzept durchsetzt. Beiheft 4: Der andere Blick: Fragendes Denken zum theoretischen Rahmen der empirischen Bildungsforschung.