Raum — Zeit — Medialität PDF

Zeitraum geltende Regel, Dinge zu tun, zu tragen oder zu konsumieren, die sich mit den Ansprüchen der Menschen im Laufe der Zeit geändert haben. Jede neue Mode etabliert neue Verhaltens-, Denk- und Gestaltmuster. Raum — Zeit — Medialität PDF neue Mode bringt damit neue Wertungen mit sich und bewertet damit auch bestehende Phänomene der menschlichen Umwelt immer wieder neu.


Författare: Christiane Funken.
Erfahrungen mit den neuen Kommunikationstechnologien haben die theoretischen Annahmen über Raum und Zeit grundlegend irritiert. Das Internet wird zum expliziten Focus der mittlerweile avancierten Raum- und Zeittheorien. In diesem Buch wird dokumentiert, welche Perspektiven sich auf elektronische Netze und Kommunikationstechnologien öffnen, wenn handlungs- oder systemtheoretische Raum- bzw. Zeitbegriffe herangezogen werden, wenn also Raum und Zeit als Struktur-Handlungs-Elemente bzw. als kommunikative Erzeugnissen gelten.

Geschmack oder den vorherrschenden Überzeugungen entspricht. Wandlungsprozess unterzogen ist, einem Wandlungsprozess bzgl. Kontext als üblich, vorherrschend oder als dem Zeitgeschmack entsprechend angesehen wird. Die heutige Verbreitung von Moden ist durch den Massenkonsum geprägt, wobei Werbung und Massenmedien eine wichtige Rolle spielen. Es lassen sich klare Globalisierungstendenzen in der Mode beobachten. Für die Verbreitung von Moden spielt die Inhomogenität der Gesellschaft eine wesentliche Rolle. Das Wechselspiel von konservativ und konformistischer eingestellten Gruppen einerseits und experimentierfreudigen, rebellischen und individualistischen Gruppen andererseits hat dabei erhebliche Bedeutung.

Es wirken eine Reihe von Grundbedürfnissen zusammen, aus denen die Modeerscheinungen psychologisch erklärt werden können: Das Grundbedürfnis nach Beachtung, um aufzufallen oder Interesse zu wecken. Das Grundbedürfnis nach Anerkennung, Bedeutung und sich selbst und anderen zu gefallen. Weiterhin wichtig sind die Bedürfnisse nach Abwechslung und Individualität, wobei letzteres mit dem Wunsch nach Konformität im Widerspruch zu stehen scheint. Dieses Erklärungsmuster greift dennoch zu kurz, denn Mode ist ein hochkomplexes gesellschaftliches Phänomen, das seine Wurzeln in sehr unterschiedlichen individuellen und kollektiven Bedürfnissen hat. Ohne die komplementären Bedürfnisse von Zugehörigkeit und Abgrenzung, Konformismus und Individualismus, Expression und Tarnung, Exhibitionismus und Verhüllung ist das Phänomen sicherlich nicht erklärbar.

Dennoch ist das nur ein Teil der Ursachen von Mode. Unüberschaubar viele individuelle Faktoren kommen dazu. Beispielsweise die persönliche Bedeutung konkreter aktueller Modethemen und -bilder für die individuelle Persönlichkeit und die entsprechende Lebenserfahrung. In der Kleidermode wird das besonders deutlich: Kleidung, auch modische Kleidung, ist oft ein sehr persönlicher Ausdruck des individuellen Lebensgefühls, einer aktuellen Stimmung oder von Sehnsüchten, Träumen und Visionen.

Mit der Erforschung und Dokumentation der Kulturgeschichte von Mode und bestimmten Kleidungsstücken beschäftigen sich Modehistorikerinnen und Modehistoriker der Fachrichtung Soziologie. Beeinflussbarkeit und Anhängigkeit vieler Zeitgenossen anspielt. Kunst etwa die Janitscharenmusik nach den Türkenkriegen, der Wechsel in der Art des Tanzes oder die Neugotik. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode. Die Moden wechseln, da sie selber aus dem Bedürfnis nach Wechsel entstehen. Roland Barthes: Die Sprache der Mode.

Suhrkamp, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-518-11318-9. Hermann Bausinger: Zu den Funktionen der Mode. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11338-0. Charlotte Perkins Gilman: The dress of women. A critical introduction to the symbolism and sociology of clothing. Yvonne Deslandres, Florence Müller: Histoire de la mode au XXème siècle. Ingrid Loschek: Fashion of the century : Chronik der Mode von 1900 bis heute.

Von den Anfängen bis zur Gegenwart- In Texten und mit über 800 Bildern, Weltbild Verlag, Augsburg 1990, ISBN 3-89350-126-6. Hochzeitskultur und Mode von 1800 bis heute: eine deutsch-türkische Begegnung. Versuche über verschiedene Gegenstände aus der Moral, der Litteratur und dem gesellschaftlichen Leben, Breslau 1792. Flugschriften zur Kenntnis der Gegenwart, hrsg. Elena Esposito: Die Verbindlichkeit des Vorübergehenden: Paradoxien der Mode, Frankfurt a. Doris Schmidt: Die Mode der Gesellschaft. Mode in der Karikatur, Begleitpublikation zur Ausstellung Ridikül!