Politische Theorien in der Ära der Transformation PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Professor für Sozialkunde und Politische Theorien in der Ära der Transformation PDF der Politik am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Ihnestraße 22, 14195 Berlin.


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Der Band verdeutlicht Umbrüche der Transformationsphase in der politischen Theorie. In einigen Bereichen, etwa der Modernisierungs-, der Demokratietheorie oder der Theorie des Systemwechsels, ist der Einfluß konkreter Ereignisse wie der von 1989, beträchtlich. Das gilt auch für neuere Entwicklungen der internationalen Politik. In anderen Bereichen, wie den Theorien des Feminismus, der neuen sozialen Bewegungen, der Theorien von citizenchip und Legitimationstheorien scheint der Zusammenhang schwächer zu sein, hier wirkte eher der Niedergang des Marxismus in den 80er Jahren als der Zusammenbruch des realen Sozialismus 1989 auf den Wandel der Theorien. Dennoch zeigen sich auch hier bedeutende Einflüsse des Wandels zu post-sozialistischen Gesellschaften. Der Band ist eine umfassende Würdigung aller Bereiche der Theorie – bis hin zu neuen Ansätzen wie rational choice und Chaostheorie.

Die vier Dimensionen der Politikkompetenz Die politikdidaktische Diskussion zur Kompetenzorientierung wird seit längerer Zeit geführt. Dennoch lag bisher kein theoriegeleitetes umfassendes Kompetenzmodell vor. Diese Lücke soll das Konzept der Politikkompetenz schließen, das ein solches zur Diskussion stellt. Die Autorin und die Autoren des Modells der Politikkompetenz haben sich für den Kompetenzbegriff von Franz Emanuel Weinert entschieden. Die Kompetenzdimensionen bleiben aus Gründen der Praktikabilität begrenzt, sind aber eng miteinander vernetzt: So beeinflusst das politische Fachwissen zum Beispiel die politische Urteilsbildung. Es fördert aber auch die politische Einstellung und Motivation und ist Grundlage politischen Handelns. Politische Einstellung und Motivation fördern die weitere Aneignung von Fachwissen und ermutigen zu politischen Urteilen und zum politischen Handeln.

In anderen Kompetenzbeschreibungen der Politikdidaktik erscheint gelegentlich Analysieren als eine eigene Kompetenz. Das Modell der Politikkompetenz sieht Analysieren jedoch als integrierten Teil der Kompetenzdimensionen. Dieses unterscheidet sich sowohl von Faktenwissen als auch von fachlichem Einzelwissen. Konzeptuelles Wissen sieht von konkreten Erfahrungen ab und kategorisiert stattdessen deren Merkmale und Kennzeichen. Konzepte erlauben das Abrufen von bedeutungs- und wahrnehmungsbezogenen Wissensinhalten aus dem Gedächtnis. Politische Phänomene lassen sich im Grunde nur mit Hilfe konzeptuellen Wissens verstehen.

Die Kompetenzdimension Fachwissen wird durch Fachkonzepte definiert und durch Basiskonzepte wie Ordnung, Entscheidung, Gemeinwohl strukturiert. Basiskonzepte sind die Grundideen des Politischen, das sie von Seiten des Wissens her charakterisieren. Fachkonzepte werden nicht aus einer Bezugswissenschaft wie etwa der Politikwissenschaft deduziert, sondern sind didaktische Entscheidungen. Aufgabe des Politikunterrichts ist daher die Förderung und Strukturierung konzeptuellen Wissens der Lernenden. Aus der Kompetenzdimension Fachwissen und den dazugehörigen Fachkonzepten ergibt sich im Lehr-Lern-Prozess eine Reihe von Vorteilen. Damit Lernende Behauptungen und Meinungen nicht ungeprüft übernehmen, müssen sie verstehen, wie sich Wissen aufbaut.

Bei der Wissensvermittlung wird vom vorhandenen Wissen der Lernenden ausgegangen, um es kontinuierlich an das fachliche Wissen heranzuführen. Für die dazu notwendige Diagnose der Lehrkraft liefert die Kompetenzdimension Fachwissen eine strukturierte Vorlage. Im Verlauf des Wissenserwerbs lernen die Schülerinnen und Schüler die politische Fachsprache. Die Fachkonzepte repräsentieren dazu die angemessene Begrifflichkeit.

Urteilsobjekte sind Gegenstände, Situationen, Personen, Aussagen, Ideen wie auch innere Zustände. Urteilsdimensionen klassifizieren oder skalieren die im Urteil getroffene Aussage. Die Kompetenzdimension Politische Urteilsfähigkeit lässt sich in Facetten auffächern, die als unterschiedliche Urteilsarten beschrieben werden können. Das sind Feststellungs-, Erweiterungs-, Wert-, Entscheidungs- und Gestaltungsurteile. Feststellungs- und Erweiterungsurteile beziehen sich auf die Vergegenwärtigung und die analytische Erhellung von Sachverhalten.

Im Unterricht gibt es zahlreiche Gelegenheiten, Feststellungsurteile zu fördern. So setzt sich jedes auf die sachliche Erarbeitung eines Gegenstandes zielende Unterrichtsgespräch aus einer Fülle von Feststellungsurteilen zusammen. Feststellungsurteile ergeben sich zum Beispiel auch, wenn Texte analysiert werden. Für Erweiterungsurteile gibt es ebenfalls viele Fördermöglichkeiten. Auch dafür lassen sich unter anderem Unterrichtsgespräche und Textanalysen nutzen.

Besondere Bedeutung gewinnen aber Makromethoden wie das Planspiel und die Pro-Contra-Debatte oder kooperative Lernformen. Die Fähigkeit, Werturteile abzugeben, ist immer dann erforderlich, wenn im engeren Sinne über politische Ziele und Entscheidungen gesprochen wird. Dafür werden den Lernenden verschiedene Maßstäbe und Perspektiven vermittelt. Die Makromethoden Pro-Contra-Debatte und Fallanalyse wie auch einige kooperative Lernformen haben eine besondere Nähe zum Werturteil. Zum Entscheidungsurteil können Lernende unter Berücksichtigung unterschiedlich schwieriger Entscheidungssituationen aufgefordert werden. Folgende Makromethoden sind besonders geeignet, Entscheidungsurteile zu fördern: die Fallanalyse, die Fallstudie, das Planspiel und die Pro-Contra-Debatte. Gestaltungsurteile weisen wahrscheinlich den höchsten Schwierigkeitsgrad auf.

Dem Urteilenden geht es dann wie einem Problemlöser, der zwar ein klares Ziel hat, aber nicht unmittelbar weiß, wie es zu erreichen ist. Die Fähigkeit, Gestaltungsurteile zu formulieren, lässt sich mit Makromethoden fördern, etwa der Fallstudie, dem wirklichkeitssimulierenden Planspiel oder der Bearbeitung von Gründungssituationen. Wahrnehmungen, Gedanken, Emotionen, Fertigkeiten und Aktivitäten werden in koordinierter Weise eingesetzt, um entweder Ziele zu erreichen oder sich von nicht lohnenden oder unerreichbaren Zielen zurückzuziehen. Politisches Handeln findet immer im Bezugssystem einer politischen Ordnung statt. Es lässt sich analytisch unterscheiden in kommunikatives politisches Handeln und in partizipatives politisches Handeln.