Performanz und Diskurs PDF

Performativität ist ein Begriff der Sprechakttheorie und bezeichnet einen besonderen Performanz und Diskurs PDF zwischen Sprechen und Handeln. Der Begriff Performativität wurde von John Langshaw Austin geprägt und erfährt in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedliche Deutungen. Performative Äußerungen sind laut Austin Sätze, mit denen illokutionäre Akte vollzogen werden.


Författare: Christian Ströbele.

Religiöse Sprache ringt mit den Grenzen des Sagbaren, versucht sie doch, mit endlichen Mitteln vom Göttlichen zu sprechen. Wie ist dann überhaupt Theologie als wissenschaftsförmig-diskursive Rede von Gott möglich? Kann man Theologie und den Sinn religiöser Rede philosophisch erstbegründen, oder zehrt jedes derartige Unternehmen von vordiskursiven, performativen Bedingungen? In Traditionen apophatischer Theologie wurden diese Fragen nicht einem Teilgebiet der Gotteslehre eingegliedert, dem der göttlichen Namen oder Attribute, sondern ins Zentrum gestellt. Besonders gilt dies für Cusanus. In profunder Quellenkenntnis nimmt er patristische und neuplatonische Überlegungen auf und reformuliert sie unter neuen erkenntnistheoretischen und wissenschaftsmethodischen Bedingungen. Seine mehrfachen Neuansätze ließen bisherige Forschungsmeinungen allerdings eine schwankende Position oder gar eine Kehrtwende annehmen. Ströbeles systematische Rekonstruktion zeigt dagegen, dass die cusanischen Texte, nicht zuletzt im Predigtwerk, lesbar sind als fortschreitende Explikation und Präzisierung ihrer leitenden Fragestellung. Diese verortet Ströbele dabei im Gebiet philosophisch-theologischer Propädeutik und gibt damit zugleich einen Vorschlag zu deren Bearbeitbarkeit im Kontext spätmoderner Herausforderungen.

Ich befehle dir, die Tür zu schließen! Ich warne dich, der Stier kommt! Austins Theorie der illokutionären Akte wurde von John Searle in dessen Sprechakttheorie aufgegriffen und mit dem Anspruch auf Verbesserung modifiziert. Außerdem bestehen Verbindungen zu den funktionalen Sprachmodellen von Karl Bühler und Roman Jakobson. In der Literatur wird der Begriff als Gegenbegriff zur sogenannten écriture, der Schrift, verwendet. Performativität ist an einen Körper gebunden, während die écriture körperlos ist.

Jan Assmann sieht zwischen narrativer und historischer Wahrheit eine dritte Kategorie der performativen Wahrheit. So sind seiner Auffassung nach z. Figur Moses und das Ereignis des Exodus in der Tora nach heutigem wissenschaftlichen Konsens fiktiv. Judith Butler verwendet Austins Begriff in dem ihr eigenen gesellschaftstheoretischen Diskurs: Durch Zeichen und Sprechakte wird diese Identität markiert als weiblich oder männlich. Der Ausruf der Hebamme ‚Ein Mädchen! Feststellung zu verstehen, sondern auch als direktiver Sprechakt: ‚Werde ein Mädchen!

Der Sprachphilosoph Bruno Liebrucks weist in seinem umfangreichen Werk Sprache und Bewusstsein darauf hin, dass, wer zu einem anderen spricht, auch immer zu sich selbst spricht. Das Sprechen zu anderen kann somit nicht nur performativ auf jene, sondern auch auf den Sprecher selbst wirken. In der Literatur ist jene Performativität bereits seit Jahrzehnten bekannt. Als Beispiel sei der Roman Stiller von Max Frisch genannt, in dem der Hauptcharakter sich weigert, Ich zu sagen, um sich nicht mit der Rolle, die die anderen Personen durch ihr Verhalten und Anrufen ihm aufzudrücken versuchen, zu identifizieren. Pragmatics of Speech Actions, Berlin: de Gruyter Mouton, S. Neue Analysen zu Staat, Recht und Politik.

Jan Assmann: Exodus: Die Revolution der Alten Welt. Diese Seite wurde zuletzt am 10. August 2018 um 17:07 Uhr bearbeitet. Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen. Zur Navigation springen Zur Suche springen Der Begriff der Kompetenz in der Pädagogik geht u. Der Begriff der Kompetenz ist vieldeutig.

Je nach Standpunkt und Verwendungszusammenhang gibt es unterschiedliche Definitionen, woraus sich Kompetenzen zusammensetzen. Etwa seit 1990 wird verstärkt von Kompetenz statt von Qualifikation gesprochen. Erstens handelt es sich hier nicht um einzelne Wissens- oder Könnenselemente, sondern um eine koordinierte Anwendung verschiedener Einzelleistungen anhand eines für den Lernenden jeweils neuen Problems. Drittens achtet ein kompetenzorientierter Unterricht stärker auf den Schüler und seine Lernvoraussetzungen als ein am Stoff ausgerichteter Unterricht. Neben dem Benennen der zu erwerbenden Kompetenzen ist es also auch erforderlich zu klären, zu welchem Grad eine Kompetenz erworben werden soll. Daraus folgt, dass eine Kompetenz niemals direkt, sondern stets indirekt über deren Performanz diagnostiziert und beurteilt werden kann. Die empirische Bildungsforschung beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Messung von Kompetenzen, beispielsweise in den internationalen Leistungsstudien wie PISA.

Für die psychometrische Messung wird der psychologische Kompetenzbegriff verwendet, der nicht identisch ist mit dem pädagogischen. Der Begriff wurde wohl von Heinrich Roth in die Erziehungswissenschaft eingeführt. Er unterscheidet hierbei in Selbstkompetenz, Sachkompetenz und Sozialkompetenz. Sie sind einer direkten Beobachtung nicht zugänglich und insofern immer eine Zuschreibung oder ein Konstrukt. Der Kompetenzerwerb ist damit auch durch pädagogische Maßnahmen beeinflussbar. Situationsbezug: Kompetenzen werden in Situationen mit bestimmten Aufgaben und Anforderungen erworben und können in ähnlichen Situationen wieder zur Anwendung kommen.