Paulus und die Thessalonicher PDF

Es besteht aus einem einzigen Kapitel, das seit der frühen Neuzeit in 25 Verse eingeteilt wird. Paulus fordert seinen Glaubensbruder und Mitarbeiter Philemon auf, dass er seinen davongelaufenen Sklaven Onesimus freundlich aufnehmen und in ihm fortan den geliebten Bruder sehen soll, da Onesimus Christ sei. Zudem gibt Paulus seiner Hoffnung Ausdruck, dass er bald aus paulus und die Thessalonicher PDF Gefangenschaft entlassen werde und bittet Philemon, eine Unterkunft für ihn vorzubereiten.


Författare: Rüdiger Klaue.
»Wie eine Mutter ihre Kinder pflegt, so hatten wir Herzenslust an euch und waren bereit, euch nicht allein am Evangelium Gottes teilzugeben, sondern auch an unserm Leben; denn wir hatten euch lieb gewonnen.« – Das schreibt Paulus in seinem ersten Brief an die Thessalonicher. So viel Herzlichkeit und Gefühl hätte man diesem Theologen und Intellektuellen gar nicht zugetraut. Aber er liebte die Thessalonicher von Anfang an. Ob es daran lag, dass diese Griechen seiner Botschaft so aufmerksam zugehört haben, dass sie ihm glaubten und ihr Vertrauen in ihn setzten? – Jedenfalls hat diese gegenseitige Zuneigung dazu beigetragen, dass die Arbeit des Apostels in Thessalonich so erfolgreich war.

Nach der in der Auslegungsgeschichte vorherrschenden Meinung verlangt Paulus von Philemon jedoch nicht, dass er den Sklavenstand Onesimus’ aufheben soll. Diese Interpretation wurde bis in die jüngste Vergangenheit in den USA als Rechtfertigung der Sklaverei verwandt. Enzyklika SPE SALVI facti sumus erklärte Papst Benedikt XVI. 16 EU: Die Menschen, die ihrem zivilen Status nach sich als Herren und Sklaven gegenüberstehen, seien als Glieder der einen Kirche einander Brüder und Schwestern geworden. Der kirchlichen Legende nach soll Philemon später Bischof seiner Heimatstadt Kolossai und Märtyrer unter Kaiser Nero geworden sein. Manche lutherischen Kirchen gedenken seiner am 15.

Februar, die römisch-katholische Kirche am 22. November, die orthodoxen und armenischen und koptischen Kirchen an verschiedenen weiteren Daten. Peter Lampe: Der Brief an Philemon. Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-51381-X, S.

Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2006, ISBN 3-374-02352-5. Meyers Kritisch-Exegetischer Kommentar über das Neue Testament. Ruprecht, Ostfildern und Göttingen 2017, ISBN 978-3-7887-3107-6. Norbert Baumert: Ein Freundesbrief an einen Sklavenhalter? Der Brief des Paulus an Philemon.

Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2001, ISBN 3-460-06321-1, S. John Paul Heil: The Chiastic Structure and Meaning of Paul’s Letter to Philemon. Rainer Reuter: Textvergleichende und synoptische Arbeit an den Briefen des Neuen Testaments. Arbeiten zur Religion und Geschichte des Urchristentums. In: Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft. Peter Arzt-Grabner: Die Paulusbriefe im Lichte der Alltagspapyri. Für einige schließt die Anerkennung als Bruder die Stellung als Sklave aus, für andere nicht.