Pantanal PDF

Eine ältere Bezeichnung für den Jaguar ist Unze, Onze oder Onza. Das Wort Jaguar als Bezeichnung für die Großkatze entstammt der Tupi-Sprache, einer zu den Tupí-Pantanal PDF-Sprachen gehörenden indigenen Sprache Südamerikas. Der portugiesische Name des Jaguars ist onça verdadeira und onça pintada.


Författare: Günter Ziesler.
Das größte Feuchtgebiet der Erde befindet sich im Südwesten Brasiliens: das Pantanal. Zwischen November und März werden weite Teile der Tiefebene, ein ehemaliges Binnenmeer, überschwemmt, es entstehen riesige Seen, die oft einige Quadratkilometer Ausdehnung erreichen. Bestimmt vom Wechselzyklus von Regen- und Trockenzeit bietet das Naturparadies im Herzen Südamerikas eine Vielzahl von Lebensräumen mit einer reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt.
Hier werden Tiere sichtbar, die im dichten Dschungel Amazoniens verborgen bleiben. Wasserschwein, Tapir, Jaguar, Puma und Ozelot teilen sich mit hunderten von Wasservögeln diesen Lebensraum.
Günter Ziesler hat die pulsierende Natur des Pantanals in großartigen Tier- und Landschaftsaufnahmen eingefangen und bringt Ihnen diese einzigartige Welt ein Stückchen näher. Der vorliegende Bildband zeigt die Schönheiten des Pantanal auf einer Reise durch die vielfältigen Lebensräume dieser Landschaft.

Nach dem Tiger und dem Löwen ist der Jaguar die drittgrößte Katze der Welt. Die Schulterhöhe liegt im Durchschnitt bei etwa 70 cm. Obwohl insgesamt kräftiger und massiger gebaut als der Leopard, ist sein Schwanz deutlich kürzer als der des afrikanisch-asiatischen Verwandten. Das Körpergewicht variiert stark zwischen unterschiedlichen Regionen und schwankt zwischen 36 und 158 kg.

Das Fell des Jaguars ist relativ kurz und nur an Hals, Brust, Bauch sowie den Innenseiten der Pfoten etwas länger. Die Fellgrundfarbe ist ein kräftiges Goldgelb, das manchmal ins Rötliche übergeht. Jaguare, die im Regenwald leben, sind grundsätzlich dunkler gefärbt als Individuen in Savannengebieten. Am Bauch, den Innenseiten der Beine, an der Brust und am Maul ist das Fell jedoch weiß. Wie beim Leoparden ist Melanismus eine häufige Erscheinung. Bei diesen Schwärzlingen ist bei schräg einfallendem Licht ebenfalls stets das Fleckenmuster zu erkennen.

Sind die Elterntiere schwarz und normal gefärbt, kann der Wurf sowohl ein normalfarbiges als auch ein schwarzes Jungtier oder auch nur normalfarbige Junge haben. Der Verbreitungsschwerpunkt des Jaguars liegt heute im tropischen, amazonischen Regenwald. Er bevorzugt als Lebensraum dichte Vegetation und die Nähe von Flüssen und Seen. Da Jaguare, wie auch Tiger, sehr anpassungsfähig sind, kommen sie in verschiedensten Lebensräumen vor, die genügend Deckung, Beutetiere und Wasserzugang bieten. Zu den Lebensräumen zählen tropische Regenwälder, Trockenwälder, Savannen, Pampasgebiete, Buschland, Sumpfgebiete und auch Halbwüsten. Die Kenntnisse über Verhalten und Lebensweise des Jaguars sind unvollständig.

Sie basieren vorwiegend auf mit Sendehalsbändern versehenen Exemplaren oder direkten Beobachtungen. Die Schwierigkeit besteht insgesamt darin, dass Jaguare schwer zu fangen sind, um sie mit Sendehalsbändern zu versehen, und die Großkatze zudem sehr zurückgezogen lebt. Sie sind Einzelgänger, die in Abhängigkeit von möglicher Beute feste Reviere von mindestens 25 bis 150 Quadratkilometern beanspruchen. Es gibt aber auch Berichte über Reviere von 15 bis 800 Quadratkilometern. Die Territorien der Männchen überlappen mit denen von Weibchen. Allerdings kann dies auch bei männlichen Tieren der Fall sein, die sich aber in der Regel rechtzeitig aus dem Weg gehen, bevor es zu ernsthaften Revierstreitigkeiten kommt. Trotz ihres schweren Körperbaus können sie sehr gut klettern.

Jungtiere klettern nachgewiesenermaßen häufiger als erwachsene Tiere. Aufgrund ihres Beutespektrums sind sie sehr gute Schwimmer. Der Jaguar durchschwimmt auch Flüsse über längere Strecken, eine Eigenschaft, die sonst so nur beim Tiger anzutreffen ist. Die Beutetiere des Jaguars sind sehr vielfältig. Ihm werden bis zu 85 Beutetierarten zugeordnet.

Innerhalb seines Lebensraums auf dem südamerikanischen Kontinent nimmt der Jaguar die Rolle eines Spitzenprädators, also eines Prädators, der in seinem Ökosystem allein an der Spitze der Nahrungspyramide steht, ein. Die Paarungszeit des Jaguars dauert das ganze Jahr an. In den nördlichen Verbreitungsgebieten ist sie auf die Zeit von Ende November bis Ende Januar eingeschränkt. Die Tragzeit beträgt in etwa 100 Tage und entspricht im Durchschnitt der anderer Großkatzen. Ein Wurf hat eines bis vier Jungtiere, meist jedoch zwei. Die Jungen kommen meistens im April oder Juni zur Welt. Ihr Geburtsgewicht liegt zwischen 700 und 900 Gramm.