Naturalismus PDF

Schweiz ist eine Hommage an seine Geburtsstadt Paris. Sie zeigt, wie der leidenschaftliche Verfechter und Vertreter der abstrakten Kunst zu einer zentralen Figur der Pariser Avantgarde in den ersten Jahrzehnten des 20. Unsere Naturalismus PDF ist der Anfang dieser spannenden Geschichte.


Författare: Thomas Sukopp.
The series is devoted to English- and German-language studies in the fields of epistemology and the philosophy of science, carried out in an analytical style and dealing with current debates.

Schau Sie in Delaunays Kunst und sein künstlerisches Milieu ein. Verpassen Sie nicht die Begleitangebote für Erwachsene und für Kinder! Mit sorgloser Miene und offenem Blick, teils auf den Betrachter, teils über ihn hinweg in die Ferne gerichtet, schaut Robert Delaunay in diesem Selbstporträt aus der Leinwand heraus. Seine Kleidung wirkt genau so korrekt wiedergegeben wie sein sorgsam gekämmtes Haar. Zwischen 1905 und 1909 schuf Delaunay eine Reihe von Selbstbildnissen. Dieses Bild hier ist das letzte aus dieser Reihe. Die Porträts zeigen nicht nur die Veränderung seiner äusseren Erscheinung, sondern vor allem den Wandel seiner künstlerischen Mittel.

Impressionismus, Fauvismus und die Anfänge des Kubismus prägten die Selbstbildnisse auf unterschiedliche Art. In diesem Werk hier scheinen sie sich alle zu vereinen. Um 1900 herum wurde der Begriff Stadt zu einem Synonym für menschliche Existenz und kollektive Energie. Diese querformatige Studie ist eine der ersten der zwischen 1909 und 1911 entstandenen Stadt-Serie. Die kompakten Häuserwürfel mit ihrer Vielzahl an Fenstern zeigen eigentlich fast naturalistisch die Verdichtung des Wohnens.

Doch Delaunay verfremdet die Ansicht: von rechts einfallendes Schlaglicht hebt die Konturen hervor und bringt die Formen zugleich ins Wanken. Die Stadt wirkt wie durch eine konkave Linse gesehen, die alle Vertikalen verzerrt. In anderen Bildern der Serie begann Delaunay die Ansicht zunehmend kubistisch zu fragmentieren, bis er, im letzten Bild, den Bildraum nur noch aus transparenten Farbfeldern generierte. So zeichnet die Stadt-Serie Delaunays Weg vom gegenständlichen Motiv bis hin zu dessen Auflösung in Farbflächen nach. Leihgeber Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington, D. Im September 1909 besuchte Robert Delaunay die erste Internationale Luftfahrt-Ausstellung in Paris. Stark beeindruckt zeigte er sich von einigen von einem Heissluftballon herab gemachten Aufnahmen, die den Eiffelturm aus der Vogelperspektive präsentierten.

Im ersten Bild der neuen Reihe, dem 1922 entstandenen Gemälde Der Eiffelturm und der Champ de Mars, überspannt der Turm ganz wie in der Realität das freie Gelände des Champs de Mars und die Grünfläche zwischen dem Turm im Nordwesten und der École Militaire im Südosten. Die geraden und geschwungenen Linien der Parkwege stehen in deutlichem Kontrast zur geometrischen Struktur des Turmes und treten dennoch in einen Dialog mit ihm. Doch so komprimiert lässt Delaunay das von ihm bewunderte Meisterwerk der Technik nicht stehen. Er verleiht ihm einen Schatten, der den verkleinerten Turm wieder vergrössert, zu einer Grösse, wie sie die Bildmasse nicht erfassen können. Unumgänglich ist für mich das direkte Beobachten der Lichtessenz in der Natur. Vor allem schaue ich immer die Sonne an! Diese Äusserung Robert Delaunays ist wörtlich zu nehmen: er fixierte längere Zeit die Sonne und versuchte dann, das auf der Netzhaut entstehende Nachbild auf die Leinwand zu bringen.

In rund 15 Ölbildern widmete er sich zunächst der Darstellung des Sonnenlichts, dann der Spektralstrahlung des Mondes, um schliesslich, wie in diesem Bild Formes circulaires. Soleil, lune, beide in einer Komposition zusammenzuführen. Die linke Seite des Bildes wird von grossen, sich gleichmässig ausbreitenden Kreisformen bestimmt. Einen ganz anderen Eindruck vermittelt die rechte Bildseite. Sie wird von Komplementärkontrasten wie Rot-Grün, Gelb-Violett und Blau-Orange dominiert.

Die Kreisform sollte zu einem häufig wiederkehrenden Kompositionselement in Delaunays Bildern werden. Mit ihr entwickelte er seine Vorstellung von der reinen Malerei weiter: der Darstellung des Lichts als Quelle alles Sichtbaren. Juli 1909 überquerte der Franzose Louis Blériot als erster Mensch mit einem Flugzeug den Ärmelkanal. Bei seiner Rückkehr wurde er in Paris von einem enthusiastischen Publikum empfangen, darunter waren auch der technikbegeisterte Robert Delaunay und die Künstlerin Sonia Terk, die später seine Frau werden sollte.

Delaunay war von diesem Ereignis so beeindruckt, dass er dem Fliegerhelden einige Jahre danach eine Serie widmete. Hommage an Blériot zählt zu den figurativen Arbeiten, die Delaunay nach seinem Ausflug in die reine Abstraktion im Jahr 1913 schuf. Doch nicht nur das Bildsujet war zu der damaligen Zeit ungewöhnlich, sondern auch die farbigen Kreise und Ringe, die er verwendete, um die Illusion von Bewegung zu erzeugen. Leihgeber National Gallery of Art, Washington, Donation Joseph H. März 1914 erschoss Henriette Caillaux, die Ehefrau des liberalen französischen Finanzministers Joseph Caillaux, den Chefredakteur der konservativen Zeitung Le Figaro, Gaston Calmette. Als Grund nannte sie dessen mit allen Mitteln geführte Schmutzkampagne gegen ihren Mann.

Seine Anordnung der beiden Figuren im Raum ist der Zeitungsillustration entliehen. Vorne rechts zeigt Delaunay Mme Caillaux mit energischem Ausfallschritt. Den rechten Arm mit der Pistole hat sie zum Schuss erhoben, in der linken Hand hält sie einen Muff, den sie laut eigener Aussage dazu benutzte, die Waffe zu versteckten. Calmette, hinten links, wendet sich ihr in einer Drehung zu und scheint gleichzeitig das Gleichgewicht zu verlieren. Delaunay hält hier genau den Moment des Schusses fest. Form aus starken schwarzen, roten und weissen Farbkontrasten, die einer Zielscheibe ähnelt. Diese Kreisform im Innern umgibt er mit zunehmend pastelliger werdenden konzentrischen Farbkreisen und zeigt uns damit in reiner Farbmalerei die energetische Auswirkung des Schusses.