Natur im Umbruch? PDF

Dieser Artikel behandelt den Humanismus als Weltanschauung epochenübergreifend. Zum Humanismus im engeren Sinne siehe Renaissance-Humanismus sowie philosophiegeschichtlich Philosophie der Renaissance und natur im Umbruch? PDF Humanismus.


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Das neuzeitlich-mechanistische Naturverständnis wurde in der jüngeren Vergangenheit durch eine Reihe neuer Ansätze in verschiedenen Einzelwissenschaften erschüttert. Die technomorphen Modellvorstellungen geraten zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik. Die Entwicklung der Selbstorganisationstheorie, die Resultate der Chaosforschung sowie die Entwicklungen der fraktalen Geometrie und der Synergetik markieren einen Umbruch des wissenschaftlichen Naturbegriffs, der zu einer Ablösung des physikalisch geprägten Weltbildes führen könnte. Der vorliegende Sammelband enthält Beiträge zur philosophischen, naturwissenschaftlichen sowie kunst- und architekturtheoretischen Diskussion über das Naturverständnis der Gegenwart.

Humanismus ist eine seit dem 18. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung für verschiedene, teils gegensätzliche geistige Strömungen in diversen historischen Ausformungen, unter denen der Renaissance-Humanismus begriffsbildend herausragt. Gemeinsam ist ihnen eine optimistische Einschätzung der Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden. Es wird ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen, dessen Verwirklichung jedem Menschen die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll. Damit verbindet sich Kritik an bestehenden Verhältnissen, die aus humanistischer Sicht diesem Ziel entgegenstehen. Der Humanismus der Renaissance war eine breite Bildungsbewegung, die auf antike oder als antik angesehene Vorstellungen zurückgriff. Die Renaissance-Humanisten erhofften sich eine optimale Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten durch die Verbindung von Wissen und Tugend.

Die auf antike Schriften und Kunstwerke als klassische Bildungsgüter fokussierte humanistische Bewegung verbreitete sich im 15. Jahrhundert von Italien aus in Europa, verlor aber im Lauf des 16. Sie beeinflusste alle europäisch geprägten Teile der Welt. Einen neuen Impuls erhielt sie im 18.

Der deutsche Begriff Humanismus wurde erstmals von Friedrich Immanuel Niethammer in der 1808 erschienenen Schrift Der Streit des Philanthropinismus und Humanismus in der Theorie des Erziehungs-Unterrichts unserer Zeit verwendet. Neben die von Niethammer geprägte ursprüngliche, epochenübergreifende Bedeutung des Ausdrucks Humanismus trat im Lauf des 19. Jahrhunderts eine weitere: Er wurde als kulturhistorischer Epochenbegriff auch zur Bezeichnung für die lange Zeit des Übergangs vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit verwendet. Humanismus umfasst im engsten Sinne nur die Bildungsbewegung in der Epoche der Renaissance. Sinne von humaner Gesinnung als auch sprachlich-literarische Bildung umfasst.