Michel Foucaults ‚Geschichte der Gouvernementalität‘ in den Sozialwissenschaften PDF

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Författare: Susanne Krasmann.
Michel Foucaults Konzept der Gouvernementalität ist bereits zu einem wichtigen Bestandteil der Diskussionen und Forschungen in der politischen Philosophie und den Sozialwissenschaften avanciert. Im Herbst 2004 sind nunmehr, zeitgleich in Deutschland und Frankreich, die vollständig transkribierten und kommentierten Vorlesungen zur »Geschichte der Gouvernementalität« erschienen.
Der vorliegende Band greift die sich damit bietende Möglichkeit einer systematischen Analyse der verschiedenen theoretischen und diskurshistorischen Aspekte des Vorlesungstextes auf. Eine internationale Autorenschaft aus dem deutschen, dem angelsächsischen und dem frankophonen Raum lotet die paradigmatische Relevanz der Gouvernementalität für die Sozialwissenschaften aus – gleichermaßen im Rückblick auf die bisherigen Forschungen und Rezeptionslinien wie auch perspektivisch anhand aktueller gesellschaftlicher Problemstellungen und theoretischer Diskussionen.

Gouvernementalität umfasst ein ganzes Bündel von Erscheinungsformen neuzeitlicher Regierung, die das Verhalten von Individuen und Kollektiven steuern. Unter Gouvernementalität verstehe ich die Gesamtheit, gebildet aus den Institutionen, den Verfahren, Analysen und Reflexionen, den Berechnungen und den Taktiken, die es gestatten, diese recht spezifische und doch komplexe Form der Macht auszuüben, die als Hauptzielscheibe die Bevölkerung, als Hauptwissensform die politische Ökonomie und als wesentliches technisches Instrument die Sicherheitsdispositive hat. Im Deutschen findet sich Ende des 19. Jahrhunderts der Begriff ‚Gouvernementalität‘, um die Regierungsorientierung von Parteien und Einzelpersonen unter Bismarck zu bezeichnen. Die systematische Ausarbeitung des Gouvernementalitätsgedankens bei Foucault findet sich in der Vorlesung vom 1. Die erste Veröffentlichung einer Mitschrift fand 1978 auf Italienisch in der Zeitschrift aut-aut statt. Den Begriff Gouvernementalität entwickelte Foucault in seinem Werk zu einem späten Zeitpunkt.

Ihm voraus gingen umfassende Forschungen zu modernen Machtverhältnissen, zur Geschichte der Gefängnisse, zu älteren Konzepten des Regierens u. Foucault hatte sich in seinem Werk gegen die traditionelle juridische, von Souveränitätsgedanken geprägte Machtanalytik gewehrt. Bis zu Überwachen und Strafen hatte er Macht vor allem als Mikromacht konzipiert, in deren Analyse Kampf, Krieg und Eroberung entscheidende Rollen spielten. Diese Mikrophysik der Macht greift als Disziplinarmacht formend auf die Körper und das Denken der Menschen ein und löst im modernen Staat die Souveränitätsmacht ab. In seinen Vorlesungen am Collège de France geht Foucault davon aus, dass der moderne Staat durch die Verbindung pastoraler und politischer Machttechniken entstanden ist. Einzelnen bezogenen Machttyp, der die Individuen anleitet, Wahrheiten über sich selbst zu produzieren. Foucault als ein Konzept des Staates, die auf der Pastoralmacht aufbaut.