Metamorphose in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts PDF

Verloren ist zwar der ehemalige Festsaal, aber das war ein unvermeidlicher Kompromiss. Im Hintergrund rußgeschwärzter Ruinen von Schloss und Frauenkirche war dies ein kulturpolitischer Akt, der mitten in einem neuen „sozialistischen Stadtzentrum“ an die langen kulturellen Traditionen Metamorphose in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts PDF anzuknüpfen suchte. Kongresspalast im Moskauer Kremlgelände, 1959-1961 im Auftrag von Nikita Chruschtschow für 6000 Zuschauer der KPDSU-Parteitage errichtet.


Författare: Christa Lichtenstern.
Frontmatter — Vorwort — Inhalt — Goethes Metamorphosebegriff — Exkurs: Zur philosophischen Verständigung mit Goethes Metamorphose — Adaptionen des neuen Metamorphosebegriffs in der Kunst — Goethes Metamorphosenlehre im Umfeld des Surrealismus — Joseph Beuys‘ Metamorphose-Begriff in der Verständigung mit Goethe und mit Rudolf Steiner — Zusammenfassung — Literaturverzeichnis — Abbildungsnachweis — Personenverzeichnis — Sachwortverzeichnis

Konzerthaus De Doelen von Rotterdam von 1962-66. Kulturpalast: flacher Baukörper 102,80 m x 71,80 m mal 19,35 m bildet städtebaulichen Abschluss des Altmarktes nach Norden. Mehrzwecksaal mit Kippparkett 2740 Plätze, Studiotheater 192 Pl. Die Rückseite sowie die Außenwände der Funktionsräume sind durch Betonfertigfenster untergliedert. Ein gefaltetes Kupferdach bildet den Abschluss.

Kippparkett auch als Ball-oder Kongreßsaal nutzbar. Dresdner Kulturpalast: Der Große Saal ist eine herausragende Architektenleistung, das Umbauinteresse der Stadt aber gewichtiger. Nach jahrelangen Diskussionen über die Zukunft des zentralen Kulturgebäudes der Stadt Dresden, nach Gerichtsstreit und Expertenurteilen ist der Kulturpalast seit 23. Innenraum einen komplett neuen Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie einbaute. Peutz Consult eine ausgezeichnete Akustik mit 2. Darüber hinaus ist anstelle des ehemaligen Restaurants und der alten Klubräume die neue Hauptbibliothek eingezogen.

Als dritte Institution bespielt nach dem Umbau das Kabarett Herkuleskeule einen Theatersaal im Untergeschoss. 2017 in etwa dem Bild von 1969. Die Rückfront und die beiden Schmalseiten behielten entgegen ursprüngl. Wichtige künstlerische Zeugnisse des Gebäudes, wie die Bronzetüren und der Wandfries im 1. OG, wurden beim Umbau ausgelagert und anschließend neu integriert. Der Kulturpalast wird nach dieser Metamorphose hoffentlich an Ausstrahlung, internationalem Renommee und Lebendigkeit gewinnen.

Allerdings ging Dresden und der Architektur insgesamt auch einer der wichtigsten Multifunktionssäle der europäischen Nachkriegsmoderne verloren. Gerade die zuschauerstarke Unterhaltungsmusik musste sich an einem entlegenen Standort außerhalb des Zentrums ein neues Publikum suchen. Viele flexibel nutzbare Räume waren im KP untergebracht: Studiobühne, Restaurant, Arbeits- und Proberäume, diverse Kongressräume, Garderoben, das großzügige Foyer. Die große Bühne ließ sich durch Herausnehmen des Parkett-gestühls für ganz unterschiedliche Zwecke umfunktionieren. Gerade die „leichte Muse“ für Unterhaltungsmusik fand im KP Platz als große Stadthalle. Natürlich auch die altehrwürdige Dresdner Philharmonie, der jedoch die Akustik des Saals unzureichend erschien.

Außerdem störte der breite, parteitagsähnliche Zuschauerraum zeitgenössische demokratische Vorstellungen. Durchaus wertvolle baukünstlerische Äußerungen wie das Wandbild, die Bronzetüren oder der Fries im Foyer sind darüber hinaus Geschichtszeugnisse mit hohem Denkmalwert. Der massive Baukörper, weit zurückgesetzt vom Altmarkt, reißt den Hauptplatz Dresdens zusätzlich in Nord-Süd-Richtung maßstablos auf. Ein städtisch-urbaner Zusammenhang ist durch diese gewaltige Baumasse nur schwer möglich.

Gespannt sein kann man vor allem auf Neubauten in der Galeriestraße u. Rosmaringasse, die sich auf den Kontext des Kulturpalastes beziehen, ihn einbinden und ihm auf diese Weise eine urbane Fassung geben. Investor KIB-Projekt GmbH will 2017 ein Geschäftshaus errichten, das Bezug zum Kulturpalast nimmt. Ebenso bauen USD und Baywobau in den Quartieren VI und VII-1.

Gefragt war also ein Mut, der nicht in konservatorischer Starre und denkmalpflegerischen Dogmatismus verharrte, sondern die Kraft und Entschlossenheit zur Erneuerung wagt, genauso wie in der Geschichte oft Paläste oder Schlösser um-, an- oder weitergebaut wurden. Nicht zuletzt das Dresdner Schloss ist ein Resultat jahrhunderterlanger Veränderungen. Galeriestraße zu einem Informationscenter Frauenkirche umgebaut. Die roten Granitplatten wurden entfernt und durch große Glasscheiben ersetzt.

Nur noch die tragenden Betonsäulen blieben vom Ursprungsbau erhalten, ähnlich wie bereits die westliche Ecke zu einem Ticket-Center umgebaut worden war. So entstand mehr Offenheit und Kommunikation des Gebäudes mit dem Stadtraum. Allerdings verlor das Gebäude auch etwas von seiner Authentizität, denn der polierte rote Granitsockel, dieser feste für Dresden untypische Stein, der ganz bewusst als „tragende“ Basis, als Fundament eingesetzt wurde, trägt auch zu seiner politischen Bedeutung bei. Auch wenn es nur vor dem Beton geblendete Fassadenplatten sind, der optische Eindruck beinhaltet eine ganz wichtige zeittypische Aussagekraft von 1969.