Masurische Leidenschaft PDF

Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Marion Gräfin Masurische Leidenschaft PDF in der Frankfurter Paulskirche anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am 17. Obwohl sie ihre ostpreußische Heimat am Ende des Zweiten Weltkriegs verloren hatte, setzte sie sich für die Versöhnung zwischen den Staaten des Ostblocks und dem Westen ein.


Författare: Rannug Gueneslikoer.
Ein Buch über Fetischismus (Regenmäntel, Gummistiefel),
Land und Leute in den Masuren

Marion Gräfin Dönhoff wurde für ihre Tätigkeit mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Friedrichstein, das Schloss der Dönhoffs in Ostpreußen, Aufnahme aus dem Jahr 1927. Friedrichstein ist Ende Januar 1945 von der Roten Armee in Brand gesetzt und zerstört worden. Marion Gräfin Dönhoff wurde als jüngstes von sieben Kindern der Familie Dönhoff auf Schloss Friedrichstein geboren. Schloss Preyl lebten, etwa 15 Kilometer westlich von Königsberg gelegen.

Zeitweilig hatten sie im Austausch gemeinsamen Unterricht bei Hauslehrern und verbrachten ihre Freizeit miteinander. Im Jahr 1924 überlebte Marion Dönhoff einen schweren Unfall, als sie als Insassin mit mehreren anderen Kindern in einem Auto bei der Rückfahrt von einem Ausflug ins Ostseebad Cranz in den Pregel stürzte. Sie konnte sich als letzte aus dem Wagen befreien. Ihre Cousine Huberta Kanitz und Franz Coudenhove wurden Stunden später tot geborgen.

Das ehemalige Lehndorffsche Schloss in Steinort am Mauersee, Ziel des Ausritts mit Sissi von Lehndorff 1941. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wechselte Marion Dönhoff 1934 nach Basel. Europa, so nach Polen, auf den Balkan bis nach Albanien, nach Italien, Großbritannien, nach Frankreich und in die Schweiz. Im April 1940 besuchte sie Moskau, noch einmal im November 1940 auf der Durchreise zu einem Aufenthalt in Persien. Von 1939 bis zum Januar 1945 verwaltete Dönhoff das ostpreußische Familiengut Quittainen in der Nähe von Preußisch Holland. Sie wohnte nicht im Schloss Quittainen, sondern im nahe gelegenen Rentamt, da ein entfernt verwandter Onkel das Schloss bewohnte. Im Jahr 1941, nachdem der Krieg gegen die Sowjetunion bereits begonnen hatte, unternahm Dönhoff mit Sissi von Lehndorff im September einen fünftägigen Ritt, der durch Masuren von Allenstein über Nikolaiken nach Steinort führte.

Dönhoffs Bruder Heinrich, Hauptmann und Bataillonskommandeur, kam im November 1942 durch den Absturz seines Kurierflugzeugs ums Leben. Der dritte Bruder, Christoph, war seit 1940 bei der Auslandsorganisation der NSDAP tätig, wurde 1944 zur Waffen-SS einberufen, war für das Reichssicherheitshauptamt und bis Kriegsende im diplomatischen Dienst in der Schweiz tätig. Nach eigener Darstellung stand Dönhoff während des Nationalsozialismus mit Mitgliedern des Kreisauer Kreises in Kontakt und war an den Vorbereitungen des Putschversuchs vom 20. Juli 1944 gegen Adolf Hitler indirekt beteiligt. Nationalsozialist und Freund des Gauleiters Erich Koch, verhaftet werden. Januar 1945 floh Dönhoff mit einem Treck der Gutsbewohner aus Quittainen in sechs Stunden vor der vorrückenden Roten Armee in das elf Kilometer entfernte Preußisch Holland. Die Parteifunktionäre dort hatten sich längst entfernt.

Dönhoff folgte dem Rat und machte sich auf ihrem Pferd Alarich mit einem jugendlichen Begleiter auf dem Handpferd bei klirrender Kälte auf den Weg. Der Ritt, bei dem sie 1200 Kilometer zurücklegte, sollte mit Stationen bei Standesgenossen und Freunden sieben Wochen dauern. Sie hatte ihn, wie aus der Korrespondenz mit einem Freund hervorging, seit Herbst 1944 geplant. Gut von Albrecht Graf von Goertz.

Der Text von Dönhoffs Memoranden erreichte die kleine Gründungsmannschaft der Zeit, die im Jahr 1946 von der britischen Besatzungsmacht in Hamburg die Lizenz zur Gründung einer Wochenzeitung erhalten hatte. Ihre ersten beiden Beiträge erschienen in der fünften Ausgabe der Zeitung am 21. Ihr Artikel Totengedenken 1946 fand auf der Hauptseite des Blattes seinen Platz, der zweite Beitrag Ritt gen Westen im Feuilleton. Im Frühjahr 1947 erreichte Dönhoff der letzte Brief aus Ostpreußen, der vom Schicksal der Quittainer Gutsbewohner berichtete, die nicht als Flüchtlinge in der Fremde hatten leben wollen. Im Juni 1947 zitierte sie daraus in der Zeit, was ab dem 23. Januar 1945 in Quittainen geschehen war: Das Dorf habe an vielen Stellen gebrannt, viele Bewohner seien erschossen worden, darunter der Oberinspektor des Gutes, Klatt.