Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch / Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch Bd. 1: §§ 1-37 PDF

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Vorteile auf einen Blick
– präzise Darstellung der gesamten Rechtsprechung und Literatur
– praxisorientierte Lösungsvorschläge
– wichtige Teile des Nebenstrafrechts
Zur Neuauflage von Band 1
In der 3. Auflage wird erneut die gesamte Kommentierung umfassend aktualisiert und dabei insbesondere die neue Literatur und Rechtsprechung ausführlich eingearbeitet. Das 48. und das 49. Strafrechtsänderungsgesetz und das Gesetz zur Bekämpfung der Korruption sind intensiv eingearbeitet.
Zielgruppe
Für Rechtsanwälte, Staatsanwälte und Richter, die sich mit Strafrecht befassen.

Zur Navigation springen Zur Suche springen Der Raub ist ein Tatbestand des deutschen Strafrechts. Die Tathandlungen eines Raubs erfüllt, wer eine fremde bewegliche Sache mittels Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben wegnimmt. StGB geregelte schwere Raub versieht als Qualifikation des Raubs bestimmte Begehungsweisen dieses Delikts mit verschärfter Strafandrohung. StGB erfasst den Fall, dass der Täter durch seine Raubtat den Tod eines anderen Menschen verursacht. Dies macht einen Anteil von unter einem Prozent an allen gemeldeten Straftaten aus. Vergleich zu anderen gemeldeten Delikten auf einem hohen Niveau.

StGB normiert und lautet seit seiner letzten Veränderung am 1. Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Absatz 1 StGB ein Verbrechen dar.

Absatz 1 und 2 StGB bestimmte vorbereitende Handlungen strafbar. StGB ferner um einen Tatbestand, dessen Nichtanzeige strafbar sein kann. Der Tatbestand des Raubs dient mit seiner Kombination von Diebstahl und Nötigung dem Schutz zweier Rechtsgüter: dem Eigentum und der Willensfreiheit des Opfers. Die gegenwärtige Struktur der deutschen Raubdelikte, bei denen zwischen Raub und Erpressung unterschieden wird, beruht auf dem neunzehnten Abschnitt des preußischen Strafgesetzbuchs von 1851.

August 1953 wurde das Reichsstrafgesetzbuch durch das dritte Strafrechtsreformgesetz als Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland neu bekannt gemacht. Eine erste Änderung dieser Norm erfolgte mit Wirkung zum 1. Hierbei wurde im Zuge der Abschaffung des Zuchthauses die Zuchthausstrafe durch die Androhung einer Gefängnisstrafe abgelöst, deren Dauer mindestens ein Jahr beträgt. Auch diese Norm erfuhr ihre größte Veränderung im Zuge des sechsten Strafrechtreformgesetzes von 1998.

Hierbei wurden das im Vergleich zu anderen Straftatbeständen hohe Mindeststrafmaß von fünf Jahren Freiheitsstrafe auf ein Jahr verringert, der Tatbestand sprachlich überarbeitet und die qualifizierenden Merkmale neu gefasst. Der Raub setzt sich aus den Tatbeständen des Diebstahls und der Nötigung zusammen: Einen Raub begeht, wer eine fremde bewegliche Sache mithilfe einer qualifizierten Nötigung wegnimmt. Absatz 1 StGB kommen für die Begehung eines Raubs zwei Nötigungsmittel in Frage: Gewalt gegen eine Person und Drohung mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben. Beide Handlungsvarianten setzen nicht voraus, dass der Adressat der Nötigung zugleich Inhaber der Sache ist, sodass auch die Nötigung eines Dritten den Raubtatbestand erfüllen kann. Gewalt ist nach der Definition des Bundesgerichtshofs körperlich wirkender Zwang durch die Entfaltung von Kraft oder durch sonstige physische Einwirkung, die nach ihrer Intensität und Wirkungsweise dazu geeignet ist, die freie Willensentschließung oder Willensbetätigung eines anderen zu beeinträchtigen. Unter einer Drohung versteht die Rechtswissenschaft das Ankündigen eines gegenwärtigen Übels, auf dessen Eintritt der Täter vorgibt, Einfluss zu haben.

Das angedrohte Übel kann sich entweder auf das Leben oder den Leib des Opfers beziehen. In letztgenanntem Fall muss das angedrohte Übel eine hinreichende Intensität besitzen, um dem Unrechtsgehalt des Raubs gerecht zu werden. Hinsichtlich der Wegnahme ergeben sich im Ausgangspunkt keine Unterschiede im Vergleich zum Tatbestand des Diebstahls: Eine Wegnahme setzt den Bruch fremden und die Begründung neuen Gewahrsams an einer beweglichen Sache voraus. Die Abgrenzung zwischen beiden Delikten gestaltet sich in vielen Fällen allerdings schwierig, da beide Tatbestände auf der Nötigung aufbauen, wodurch sie sich überschneiden. Nach einer Ansicht, die auch von der Rechtsprechung vertreten wird, handelt es sich beim Raub um einen Sonderfall der räuberischen Erpressung. Er zeichnet sich dadurch aus, dass sich der Täter die Sache nimmt.

Bei der räuberischen Erpressung lässt er sie sich demgegenüber vom Opfer übergeben. StGB seien als gleichwertige Delikte mit unterschiedlichen Schutzzwecken konzipiert. Während der Raub dem Eigentumsschutz diene, schütze die räuberische Erpressung das Vermögen. Außerdem sei der Raub nach der Gegenauffassung wegen des identischen Strafmaßes beider Delikte überflüssig, da jeder Raub zugleich eine räuberische Erpressung darstellt. Umstritten ist in der Rechtswissenschaft, ob zwischen Nötigung und Wegnahme ein Kausalzusammenhang dahingehend bestehen muss, dass die Nötigung die Wegnahme ermöglicht oder zumindest erleichtert.

Nach vorherrschender Auffassung in der Rechtswissenschaft ist eine solche Verknüpfung nicht erforderlich. Das Unrecht eines Raubs zeichne sich durch den Willen zur Kombination von Nötigung und Diebstahl aus, sodass es auf einen objektiven Zusammenhang nicht ankomme. Der objektive Tatbestand des Raubs ist daher nach dieser Ansicht bereits erfüllt, wenn der Täter Nötigung und Wegnahme begeht. Irrelevant sei demnach, ob die Nötigungshandlung die Wegnahme tatsächlich erlaubt oder erleichtert. Die Gegenauffassung fordert hingegen, dass die Nötigungshandlung die Durchführung des Diebstahls objektiv fördert. StGB muss der Täter mit bedingtem Vorsatz hinsichtlich des objektiven Tatbestands handeln, also die wesentlichen Tatumstände erkennen und das Gelingen der Wegnahme zumindest billigend in Kauf nehmen.

Weiterhin umfasst der subjektive Tatbestand des Raubs die besonderen subjektiven Tatbestandsmerkmalen von Nötigung und Diebstahl. Der Täter muss in der Absicht handeln, sich die Sache zuzueignen. Diese Zueignungsabsicht teilt sich in eine Aneignungsabsicht und einen Enteignungsvorsatz auf. Der Begriff der Aneignungsabsicht bezeichnet den zielgerichteten Willen des Täters.

Sache zumindest vorübergehend in Eigenbesitz zu nehmen. Darüber hinaus muss der Täter die Nötigung zwecks Ermöglichung der Wegnahme einsetzen wollen, etwa um tatsächlichen oder potentiellen Widerstand des Opfers zu überwinden. Diese Zweck-Mittel-Verbindung zwischen Nötigung und Wegnahme bezeichnet die Rechtswissenschaft als Finalzusammenhang. Der Finalzusammenhang setzt voraus, dass zwischen Nötigung und Wegnahme ein enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang besteht. Liegt zwischen beiden Komponenten eine größere zeitliche Distanz, etwa mehrere Tage, fehlt dieser Zusammenhang, sodass die Annahme eines Raubs ausgeschlossen ist.