Kritische Standpunkte für die Gegenwart PDF

Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Kritische Standpunkte für die Gegenwart PDF. Sorel war Gegner der liberalen Demokratie. Selbst keiner konkreten politischen Strömung zugehörig, hatte er Einfluss auf viele antiliberale politische Bewegungen, insbesondere durch seine positive Interpretation politischer Gewalt, die die Gesellschaft kräftige und sittlichen Verfall aufhalte.


Författare: Friedrich Wilhelm Hopf.
»Die Anwendung des Wortes Gottes auf die Verhältnisse dieser Zeit und Welt« war Friedrich Wilhelm Hopf (1910–1982) ein wesentliches Anliegen. Als Pfarrer, Berater des bayerischen Landesbischofs Hans Meiser in den 1930er und 1940er Jahren, später als Missionsdirektor der Mission evangelisch-lutherischer Freikirchen verfasste er zahlreiche Aufsätze und Beiträge. Dieses Buch enthält seine Schriften zu drei Themenkreisen: Der Kirchenkampf des »Dritten Reichs« im Gegenüber zur nationalsozialistischen Kirchenpolitik und Ideologie, die AuseinanderSetzung um den konfessionellen Charakter der lutherischen Landeskirchen nach ihrem Beitritt zur Evangelischen Kirche in Deutschland, und das kritische Eintreten gegen die menschenverachtende Politik der Apartheid in Südafrika.

Georges Sorel wurde 1847 im französischen Cherbourg geboren. Er wuchs in einer bürgerlichen Familie auf und arbeitete viele Jahre als Beamter im Straßen- und Brückenbauwesen in Frankreich. Während dieser Jahre verlief sein Leben strebsam und unauffällig. Ihm wurde das Kreuz der Ehrenlegion verliehen und er wurde zum Chefingenieur ernannt.

Denken abwendet und sich selber als fortschrittlichen Sozialisten bezeichnet. Die Jahre von 1893 bis 1898 waren geprägt von seiner Mitarbeit an verschiedenen sozialistischen Zeitschriften. Dabei wurde er stark durch die Ideen von Karl Marx beeinflusst. Der Theoretiker, welcher schlussendlich den Sozialismus für Sorel attraktiv machte, dürfte aber Pierre-Joseph Proudhon gewesen sein. Marx interessiert sich Sorel nicht für dessen Umsetzung des Sozialismus in der realen Welt, sondern vielmehr für das aufgezeigte Menschenbild. Die Dreyfus-Affäre erschütterte auch Sorel tief. Sie hatte in Frankreich eine scharfe Trennung zwischen dem Staat und der Kirche zur Folge.

Zügel um Gerechtigkeit in die Hände nahm. Was Sorel erschütterte, war die Tatsache, dass aus dem Kampf um Gerechtigkeit ein politischer Kampf wurde und der ganze Prozess ein undurchsichtiger Vorgang von Anschuldigungen und Gegenanschuldigungen wurde. Zum Schluss wurde Dreyfus nicht durch einen Gerichtsspruch, sondern durch politische Amnestie freigelassen. Hieran diagnostizierte Sorel, dass in Frankreich keine Gerechtigkeit herrschte, sondern eine liberale Demokratie ihre Politik auslebte, so wie sie es wollte.

Nach dieser Enttäuschung wurde es kurz still im Leben von Sorel. Mit den Betrachtungen über die Gewalt bekam das Denken Sorels einen neuen Ton. Frankreich stand während dieser Zeit kurz vor einem Bürgerkrieg. Die Menschen hatten Angst vor unkontrollierbarem Gewaltausbruch. Dies veranlasste Sorel, seine Theorie über die Gewalt zu schreiben.

Ein weiterer Theoretiker nahm in diesem Zeitraum maßgeblich Einfluss auf Sorel. Bei Henri Bergson fand Sorel die Lebensphilosophie, welche er für seinen Mythos über den Generalstreik brauchte. 1906 in Form von Aufsätzen in einer sozialistischen Zeitschrift und wurde erst zwei Jahre später zu einem Buch zusammengetragen und veröffentlicht. Die darin enthaltenen Betrachtungen hatten Zündstoff in sich und können aus heutiger Sicht mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 in Verbindung gebracht werden. Dieses Buch kann als Sorels Hauptwerk betrachtet werden, da es im Wesentlichen seine Ansichten über das gesellschaftliche Leben wiedergibt. Maßgebend erhebt er darin Anklage gegen die Sozialdemokraten und Reformisten in Frankreich.

Die Erfahrung hat uns bis heute noch immer bewiesen, daß unsere Revolutionäre, sobald sie nur zur Macht gelangt sind, sich auf die Staatsräson berufen, daß sie dann Polizeimethoden gebrauchen und die Gerichtsbarkeit als eine Waffe ansehen, die sie gegen ihre Feinde mißbrauchen können. Somit hat die Regierung zwar gewechselt, aber der alte von ihm verhasste Staatsapparat ist dadurch nicht erschüttert worden, er hat nur sein Gesicht gewechselt. Weiterhin regiert eine intellektuelle Minderheit über die Massen und unterdrückt deren Wille. Für Sorel ist der Staat aber grundsätzlich ein schwaches Konstrukt, was einer Zivilgesellschaft untergeordnet ist. Durch eine gesunde Debatte und plurale Öffentlichkeit ergeben sich für ihn die Werte in einer Gesellschaft. Ab etwa 1908 beginnt sich Sorel immer mehr für nationalistische und rechtskonservative politische Bewegungen zu interessieren, vor allem für die Action Francaise.

Durch die proletarische Gewalt hoffte Sorel auf eine Erneuerung Frankreichs. Europa in den kommenden Jahren zukam. Das Buch hatte großen Einfluss auf Mussolini, welcher es als eine theoretische Basisliteratur für sein faschistisches Projekt benutzte. Sorel selbst war von Mussolini angetan, bewahrte aber stets eine gewisse Distanz. Ganz im Gegenteil zur bolschewistischen Revolution in Russland. Sorel starb 1922 einsam und zurückgezogen in einem kleinen Haus in Boulogne. Karl Marx miteinander in Verbindung zu bringen.

Vom Marxismus übernahm er die Idee des Klassenkampfes. Marx’ Ökonomiekritik lehnte er aber ab. Seine Auseinandersetzung mit dem Marxismus kann als eine Suche nach einer Erneuerung der Moral gewertet werden. Er interessiert sich wenig für dessen Analysen des kapitalistischen Systems, sondern denkt, dass im Marxismus das Potenzial stecken könnte, eine moralisch erneuerte Gesellschaft zu schaffen. Das menschliche Dasein passiert auf einem kriegerischen Dasein.

Alles andere können sich die Menschen gar nicht vorstellen. Um die Betrachtungen über die Gewalt zu verstehen, müssen sie aus der Sicht dieses Buches erklärt werden. Sorel betonte in seinen Überlegungen zu Mythen nicht deren Inhalt, sondern ihre Fähigkeit, Gemeinschaften zu bilden und Energien freizusetzen. Sorel begriff den Mythos als Vorstellung von einem Schlachtbild, das massenmobilisierend heroische Gefühle und Instinkte für eine zukünftige entscheidende Auseinandersetzung erwecken sollte. Konkret wurde bei ihm der Mythos vom Generalstreik angesprochen. Ein Mythos kann nicht widerlegt werden, da er im Grunde das gleiche ist, wie die Überzeugungen einer Gruppe, da er der Ausdruck der Überzeugungen in der Sprache der Bewegung ist, und da es folglich nicht angeht, ihn in Teile zu zerlegen. Das Ethos, das dem revolutionären Mythos entspricht, ist kriegerisch.

Es sind die Tugenden des Soldaten, die Sorel hervorhebt: Mut, Tapferkeit, Selbstbeherrschung und Selbstverzicht, Opferbereitschaft. Die Gewalt ist für Sorel kein physischer Kampf mit blutigem Ende. Sie darf auch nicht verstanden werden als ein Mittel zur Umsetzung eines politischen Zwecks. Er möchte eine neue Sicht auf die Gewalt schaffen.