Konflikt und soziale Identität PDF

Im zweiten Teil der Untersuchung wurden dann die Versuchspersonen gebeten, konflikt und soziale Identität PDF Geldbeträge unter zwei anderen Versuchspersonen aufzuteilen. Wer genau diese Personen waren, war den Versuchspersonen, ebenso wie andere Faktoren, nicht bekannt.


Författare: Nadja Troi-Boeck.
Diese interdisziplinäre Untersuchung verbindet eine empirische Studie zu einer heutigen Kirchengemeinde, die vor 20 Jahren einen Trennungskonflikt durchlebte, und exegetische Untersuchungen zum Matthäusevangelium. Die Rahmentheorie bildet der Social Identity Approach (SIA).
Die explorative Studie zeigt auf, inwiefern Einsichten und Fragestellungen einer empirischen Untersuchung für das Verständnis des im Matthäusevangelium sichtbar werdenden Trennungskonflikts zwischen christusgläubigen Jüdinnen und Juden und der von Pharisäern geleiteten Synagoge fruchtbar gemacht werden können. Umgekehrt eröffnen sich von den gewonnenen exegetischen Einblicken aus auch neue Zugänge zu Konflikten in heutigen Kirchen bzw. Kirchengemeinden.

Zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei soziale Interaktion zwischen den Gruppen, die Versuchspersonen haben keines der Mitglieder der eigenen oder fremden Gruppe bewusst als solches vorher kennengelernt, und es gab keinerlei Hinweise darauf, dass dies in Zukunft geschehen könnte. Das heißt, dass die Versuchspersonen unter verschiedenen Alternativen, das Geld aufzuteilen, nicht diejenige wählten, die der eigenen Gruppe den höchstmöglichen Geldbetrag verschafft hätte. Stattdessen entschieden sich die Versuchspersonen für eine Alternative, die einen möglichst hohen Unterschied zwischen den zuzuweisenden Geldbeträgen gewährleistete. Ganz offensichtlich fand hier eine Bevorzugung der eigenen Gruppe, ein sogenannter ingroup bias statt. Die Theorie des realistischen Gruppenkonfliktes von Muzaffer Şerif setzt für ein Auftreten des in-group bias einen realen Konflikt zwischen Gruppen um knappe Ressourcen voraus. Individuen können nun auf die eine oder andere Weise miteinander in Kontakt treten.

Das erste Kontinuum unterscheidet zwischen interpersonellem und intergruppalem Verhalten. Das eine Extrem dieses Kontinuums beschreibt eine Interaktion zwischen zwei oder mehr Individuen, die ausschließlich durch die interpersonelle Beziehung und die individuellen Charakteristika dieser geprägt ist. Ein Beispiel für dieses Extrem ist das Verhältnis zwischen Eheleuten. Mobilität und soziale Veränderung bezeichnet werden. Beide Extreme beschreiben die Überzeugungen von Individuen über den Aufbau der verschiedenen sie umgebenden sozialen Systeme und Gruppen. Das dritte Kontinuum betrifft das Verhalten und die Einstellung einer Person und ist sehr eng mit den ersten beiden Kontinua verknüpft. Verhalten von Personen, die in Situationen auf den ersten beiden Kontinua sehr nahe an den Extrema interpersonelles Verhalten, beziehungsweise soziale Mobilität stehen.

Das vierte Kontinuum betrifft die Behandlung und Wahrnehmung von out-group-Mitgliedern und ist ebenfalls sehr eng mit den beiden erstgenannten Kontinua verknüpft. Je weiter sich ein Individuum in einer Situation auf den Extremen interpersonelles Verhalten und soziale Mobilität befindet, desto eher nimmt es Mitglieder der out-group individuell verschieden wahr und behandelt sie auch so. Individuen streben danach, eine positive Selbsteinschätzung zu erhalten, beziehungsweise ihre Selbsteinschätzung zu verbessern. Ein Teil dieser Selbsteinschätzung ist die soziale Identität, die sich zusammensetzt aus der Mitgliedschaft in verschiedenen sozialen Gruppen und der Bewertung dieser Mitgliedschaft.

Vergleich ausfällt, sinkt oder steigt das eigene Prestige. Individuen streben danach, eine positive soziale Identität zu erhalten, beziehungsweise zu verbessern. Eine positive soziale Identität erhält man durch Vergleiche mit relevanten out-groups. Der Vergleich dient der Stärkung der sozialen Identität, wenn sich die eigene Gruppe positiv von der out-group abhebt. Sollte dieser Vergleich negativ ausfallen, versuchen Individuen, die eigene Gruppe zu verlassen und einer anderen Gruppe beizutreten oder ihre eigene Gruppe aufzuwerten. Die eigentliche Hypothese der Theorie der sozialen Identität ergibt sich dann aus diesen drei Prinzipien. Der Druck, die in-group gegenüber der out-group positiv zu bewerten, führt dazu, dass soziale Gruppen versuchen, sich voneinander zu unterscheiden.